Der Kreisverkehr und die umliegenden Straßen sind seit Jahren Unfallschwerpunkte. Ein Ausbau des Kreisels ist noch nicht möglich, im Sommer wird er aber umgestaltet.

Seit Ende 2013 gab es acht Unfälle mit Personenschaden am Kreisverkehr Neuenteich.
Seit Ende 2013 gab es acht Unfälle mit Personenschaden am Kreisverkehr Neuenteich.

Seit Ende 2013 gab es acht Unfälle mit Personenschaden am Kreisverkehr Neuenteich.

Andreas Fischer

Seit Ende 2013 gab es acht Unfälle mit Personenschaden am Kreisverkehr Neuenteich.

Elberfeld. Der Kreisverkehr Neuenteich ist vielbefahren – und ein echter Unfallschwerpunkt. Immer wieder „knallt“ es im und rund um den Kreisel. Im November 2013 war eine Frau von einem Taxi erfasst worden und starb wenige Tage später an ihren Verletzungen. Betroffen sind aber vor allem auch Radfahrer. Von Ende 2013 bis April 2016 wurden sieben Radler am Neuenteich verletzt, davon einer schwer. Doch in den Sommerferien soll der Kreisel endlich entschärft werden: Die Unfallkommission will den Umbau. 53 000 Euro wird die Stadt investieren.

„Geradeaus-Fahren im Kreisel“ soll nicht mehr möglich sein

Vorausgegangen war eine Analyse des Ingenieurbüros Brilon Bondzio Weiser. Die Gutachter stellten eine Reihe baulicher Mängel fest. Unter anderem seien die Abstände zwischen den Zu- und Abfahrten des Kreisverkehrs, bedingt durch die sehr breiten Fahrbahnteiler, zu kurz. Eine unübersichtliche Gesamtsituation sei so die Folge. Ein weiterer Kritikpunkt des Büros: Wer von der Straße Hofkamp von Westen in den Kreisel fahre und weiter Richtung Barmen will, kann praktisch geradeaus fahren. „Eine Ablenkung von der geraden Durchfahrt fehlt, das führt zu erhöhten Geschwindigkeiten“, so die Gutachter in ihrer Stellungnahme.

Auch Caroline Stüben, Teamleiterin Entwurfsplanung und Verkehrssicherheit bei der Stadt, kennt die Situation rund um den Neuenteich nur zu gut. „Das war schon mehrfach Thema.“ Auch wenn aufgrund der finanziellen Situation, aber auch wegen der noch andauernden B 7–Sperrung ein Gesamtausbau des Kreisels derzeit nicht möglich ist, sollen zumindest kurzfristige Verbesserungen erfolgen.

Bislang gebe es zu viele Markierungen im Kreisel, auf die Autofahrer gar nicht achten, bestätigt Stüben. Das forciere auch das Problem des „Geradeaus-Fahrens“. „Leitborde“, wie es in der Fachsprache heißt, also Elemente, die nicht mehr einfach überfahren werden können, sollen deshalb in Zukunft dafür sorgen, dass die Autofahrer abbremsen müssen. Dazu werden auch die überbreiten Fahrbahnteiler, die bislang ebenfalls nur markiert sind, schmaler gemacht und mit Bordsteinen ausgebaut. Zurückgestellt werden noch die Arbeiten an der östlichen Zufahrt über den Hofkamp, da, wie die Verwaltung erklärt, der Bereich offizielle Umleitungsstrecke der gesperrten B 7 ist.

Die Bezirksvertretung Elberfeld sprach sich in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig für die Änderungen aus. „Die machen Sinn“, sagt SPD-Vertreter Thomas Kring. Auch die IG Fahrradstadt begrüßt den Umbau grundsätzlich. „Dass die Einfahrten in den Kreisverkehr verengt werden, ist schon sehr gut“, sagt Christoph Grothe. Aus Sicht der Radfahrer sei die Planung „aber noch nicht der große Wurf“. Er kritisiert, dass die Radverkehrsführung nicht einheitlich erfolgt, sondern zum Teil auf der Fahrbahn und zum Teil auf Radwegen. „Dabei ist der Kreisverkehr Neuenteich ein wichtiger Teil des Radwegenetzes in der Stadt.“ Ein weiterer Ausbau des Kreisverkehrs scheint aber für die Zukunft ja noch nicht vom Tisch zu sein.

Wenig machen kann die Stadt aber gegen die unverbesserlichen Radfahrer, die entgegen der Fahrtrichtung in den Kreisel einfahren. „Wenn ich am Neuenteich bin, sehe ich eigentlich immer jemanden, der das macht“, sagt auch Norina Peinelt, Fahrradbeauftragte der Stadt. In Zukunft sollen aber auf den Zebrastreifen Pfeile angebracht werden, die Radler noch einmal in die richtige Richtung weisen sollen.

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