Planungen im Zusammenhang mit dem Bau sorgen für Irritationen. Einschnitte bei den Busverbindungen werden kritisiert.

Die WSW bestreiten eine Ausdünnung des ÖPNV. Archiv
Die WSW bestreiten eine Ausdünnung des ÖPNV. Archiv

Die WSW bestreiten eine Ausdünnung des ÖPNV. Archiv

Anna Schwartz

Die WSW bestreiten eine Ausdünnung des ÖPNV. Archiv

Südstadt/Cronenberg. Dass mit dem möglichen Bau und Betrieb einer Seilbahn zwischen dem Hauptbahnhof und dem Schulzentrum Süd Einschnitte beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verbunden sind, ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Die jetzt vorgelegten Pläne der Stadt und der Stadtwerke zu den „Anpassungen im Busverkehr“ sorgen dann aber doch bei so manchem Anwohner für Stirnrunzeln und Irritationen. Im Falle eines Votums für den Bau einer Seilbahn könnten die Stadträte auch den Einschnitten im ÖPNV zustimmen.

So befürchtet zum Beispiel Uwe Maaßen einen „riesigen ÖPNV-Kahlschlag“ bei den Busverbindungen in der Südstadt. Rund 50 Prozent der Busverbindungen sollten in dem Quartier gestrichen werden, erklärt er der WZ. Rund 40 Haltestellen seien betroffen – etwa dadurch, dass Busse unter anderem der Linien 615, 625 und 635 zu den Hauptverkehrszeiten nur noch im 30-Minuten-Takt, statt wie bislang alle 20 Minuten – verkehren.

Für die 15 000 Menschen, die in der Südstadt leben, sei die Seilbahn dagegen keine Alternative für den derzeitigen ÖPNV, betont Maaßen. „Wir haben hier nichts von der Seilbahn“, sagt er. Außer dem Haltepunkt an der Uni gebe es nur die Stationen am Bahnhof und am Schulzentrum, das sei für die Anwohner keine Option. Laut dem Anwohner, der auch im Landesverband NRW des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) aktiv ist, würden durch die im Raum stehenden Einschnitte bis zu 700 000 Buskilometer pro Jahr weniger angeboten.

Stadtwerke bestreiten, dass 50 Prozent des Angebots entfallen

Zudem befürchtet Maaßen, dass spätesten nach der Inbetriebnahme der Seilbahn weitere Einschnitte im ÖPNV drohten: Nämlich dann, wenn die Stadtwerke mit den geplanten Betriebskosten nicht auskämen und weitere Einsparungen vornehmen müssten. Schon jetzt sei zudem absehbar, dass sich die Fahrzeiten für die Cronenberger um bis zu 50 Prozent verlängerten – weil die Fahrgäste am Schulzentrum auf die Anschlussbusse umsteigen und warten müssten. Maaßen, der nach eigenen Angaben kein Mitglied der Bürgerinitiative gegen den Bau der Seilbahn ist, sieht das Projekt darum sehr kritisch: „So eine Seilbahn lockt höchstens Touristen an!“

Bei den Stadtwerken bestreitet man, dass 50 Prozent des Busangebotes in der Südstadt im Falle des Baus der Seilbahn verloren gingen. Auf den Hauptachsen ab Küllenhahn werde das Angebot beim ÖPNV „mindestens“ auf dem heutigen Niveau bleiben, hieß es.

Geplant ist unter anderem, dass die Schnellverbindungen CE 64 aus Solingen und CE 65 aus Sudberg jeweils am Schulzentrum Süd enden. Die 635 soll vom Hauptbahnhof kommend nur bis zum Schulzentrum fahren, die 645 fährt von Norden kommend nur bis zum Hauptbahnhof. Einige Verbindungen zur Uni - wie etwa der E-Uni-Express - entfallen. Zudem sollen die meisten Busse auch in den Hauptverkehrszeiten nur noch im 30-Minuten-Takt fahren.

Auch in den Bezirksvertretungen Cronenberg und Elberfeld steht das Thema „Seilbahn und die Folgen“ in den kommenden Tagen an. Dort verfolgt man die Planungen mit gemischten Gefühlen. Die vorgelegten Veränderungen im Busverkehr böten durchaus noch „Diskussionsbedarf“, sagt die Cronenberger Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé der WZ. Zwar habe man damit rechnen können, dass mit dem Betrieb der Seilbahn die ÖPNV-Verbindungen vor allem zur Uni eingespart würden. Die jetzt vorgelegten Vorschläge gingen jedoch deutlich über diese Planungen hinaus.

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer