An der Katernberger Straße soll ein Wohn- und Bürogebäude entstehen. Die Villa Am Buschhäuschen 70 wird renoviert.

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Die Villa Am Buschhäuschen 70 wird zurzeit renoviert.

Die Villa Am Buschhäuschen 70 wird zurzeit renoviert.

Andreas Fischer

Die Villa Am Buschhäuschen 70 wird zurzeit renoviert.

Elberfeld. Hübsch oder hässlich, passend oder fehl am Platz: Insbesondere in gewachsenen Wohnquartieren wie dem Briller Viertel scheiden sich zuweilen die Geister, wenn es um geplante Neubauten geht.

Unbestritten schön ist beispielsweise die Villa Am Buschhäuschen70. "Denkmalgeschützt, aber sanierungsbedürftig", heißt es in der Drucksache der Verwaltung, über die der Ausschuss Stadtentwicklung jetzt zu beraten hatte. "Man muss wirklich alles erneuern", bestätigt Herwarth von Baum. Seiner Familie gehört das rund 5000 Quadratmeter große Anwesen. Es umfasst neben dem Haus auch einen parkähnlichen Garten. Im Jahr 1911 war Einzug in der repräsentativen Villa mit ihrem großen Treppenhaus und den vielen Zimmern.

Doch fast 100 Jahre sind seitdem vergangen und haben dem Bau sichtbar zugesetzt. Auch im Inneren sei viel tun, so von Baum, der mit seiner Familie nebenan wohnt.

Etliche Zeit habe man versucht, die Immobilie zu verkaufen - ohne Erfolg. "Natürlich gab es Interessenten", sagt Herwarth von Baum. "Doch vielen war dann einfach alles ein bisschen zu groß." Nun renoviere man das Haus, um die Wohnungen darin zu vermieten.

Gleichzeitig will die Familie einen Teil des Grundstücks zwischen Katernberger Straße und Am Buschhäuschen vermarkten - auch, um damit die Renovierung der denkmalgeschützten Villa zu finanzieren, wie Herwarth von Baum sagt.

Zustimmung von Bezirksvertretung und Ausschuss

Die Offenlage der Pläne erfolgt voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres.

Vor Ende nächsten Jahres wird nicht mit einer Realisierung des Bauprojekts gerechnet.

Geplant ist zunächst ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftsgebäude an der Katernberger Straße, zwischen der Villa und dem Haus Katernberger Straße87 - ebenfalls ein Blickfang des Briller Viertels. Der Neubau soll keine historisierende Anmutung erhalten, sondern ein modernes Mehrfamilienwohnhaus werden, "mit viel Holz, viel Glas und Naturstein", sagt Herwarth von Baum. "Ich könnte mir auch ein Passivhaus vorstellen." Jede Etage ist mit rund 200 Quadratmetern Fläche geplant, Aufzug und Tiefgarage sind ebenfalls vorgesehen. "Wir suchen eine Bauherrengemeinschaft", sagt Herwarth von Baum, "ideal wären vier bis fünf Leute, die sich dafür zusammentun."

Zusätzlich zum Bau an der Katernberger Straße sollen zwei Einfamilienhäuser im hinteren Teil des Anwesens, an der Grenze zum Friedhof der niederländisch-reformierten Kirchengemeinde, entstehen. Dafür gebe es bislang aber keine konkreten Pläne.

Noch steht das Projekt am Anfang. Bezirksvertretung (BV) Elberfeld-West und Stadtentwicklungsausschuss haben die Pläne bereits befürwortet.

Nicht ganz ohne Diskussion allerdings: Über die Art und Bauweise des vorgesehenen Gebäudes an der Katernberger Straße sowie über Denkmalschutz und Grünflächen wurde vor allem im Stadtentwicklungs-Ausschuss debattiert. "Wir brauchen einen Masterplan für das Briller Viertel", forderte Alexander Schmidt (FDP) mit Blick auch auf andere Bauprojekte im Quartier. Der Ausschussvorsitzende Michael Müller (CDU) begegnete Einwänden gegen den Neubau mit dem Argument, dass auf einem Teil des Grundstücks ohnehin Baurecht bestehe.

"Eine moderate Bebauung an dieser Stelle trägt zum Erhalt des Charakters des Briller Viertels bei", befand Baudezernent Frank Meyer. Wesentlich für die Planung sei, "dass die neu zu schaffende Bebauung sich hinsichtlich der Qualität in das Briller Viertel angemessen einfüge", fordert die Verwaltung. Dass dies so sein wird, davon ist Herwarth von Baum überzeugt: "Ich wohne ja schließlich auch hier - ich will doch auch keinen hässlichen Klotz vor der Nase haben."

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