Der Bürgerverein Südstadt setzt sich für das lange vergessene Schmuckstück ein – und will es restaurieren.

Nachgehakt
Der Zustand der Rückwand ist eher bedenklich.

Der Zustand der Rückwand ist eher bedenklich.

Ralph Hagemyer, Vorsitzender des Bürgervereins, am mehr als 100 Jahre alten Brunnen.

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Der Zustand der Rückwand ist eher bedenklich.

Südstadt. Es war einmal ein Brunnen an der Kölner Straße. Der erfreute einst die Bürger der Elberfelder Südstadt – und versank dann irgendwann im Dornröschenschlaf. Doch wenn es nach dem Bürgerverein geht, dann wird der Brunnen gegenüber der Stadthalle wieder zum echten Schmuckstück. Freigelegt worden ist er ja bereits. „Jetzt soll er restauriert werden – und am Ende wieder sprudeln“, erklärt der Vorsitzende Ralph Hagemeyer. Schließlich sei er ein echter Hingucker, etwa für Besucher von auswärts, die die Stadthalle besuchen.

„Wir wollen hier etwas Schönes schaffen.“

Ulrich Güldenagel, Bürgerverein

Dass der 1914 erbaute Brunnen überhaupt wieder ins Bewusstsein der Anwohner und des Vereins rücken konnte, ist Mitglied Ulrich Güldenagel zu verdanken. „Er hat dafür gesorgt, dass er wieder freigeschnitten wird“, sagt Hagemeyer, der einräumt, dass viele gar nicht mehr wussten, was da versteckt unter Gestrüpp lag. „Er ist einfach in Vergessenheit geraten.“

Güldenagel schmunzelt, wenn er sich an die Wiederentdeckung erinnert. „Mein Bruder und ich wussten noch aus Kindertagen: Irgendwas war da.“ Aber selbst das Grünflächenamt habe, als es den Auftrag zum Freischneiden bekommen habe, den Brunnen erst nicht gefunden. „Die hatten zunächst an der anderen Seite der Kölner Straße gesucht.“

Was wieder zum Vorschein kam, sei dann aber leider eher eine Ruine gewesen, so Hagemeyer. Von den ursprünglich vier Säulen standen nur noch zwei. „Die anderen haben wir dann immerhin im Becken wiedergefunden.“ Insgesamt sei der Zustand eher schlecht, gibt er zu bedenken. „Die Statik muss geprüft werden.“ Und langsam dränge auch die Zeit, erklärt er, und zeigt die Rückwand des Brunnens, die buchstäblich zerbröckelt. „Sehen Sie, hier ist sogar ein Loch, durch das Sie durchgucken können.“

Mit gut 15 000 Euro rechnet Hagemeyer allein für Maurer- und Steinmetzarbeiten. „Und dann kommen ja noch die Kosten für die Installation der Leitungen dazu.“

Viel Geld also für den Bürgerverein. Doch es gibt Hoffnung: Die Bezirksvertretung Elberfeld hat bereits 2500 Euro für die Sanierung beigesteuert. Die LEG Wohnen, der das Nachbargrundstück gehört, will das Projekt ebenfalls unterstützen, und helfen, den Brunnen wieder mit Wasser zu versorgen. „Dafür brauchen wir ja eine Stromquelle“, weiß Hagemeyer, der mit der LEG in Gesprächen steht.

Vorbild für das Engagement des Bürgervereins, erläutert der Vorsitzende, sei der Märchenbrunnen im Zooviertel. „Den hat der dortige Bürgerverein ja auch wieder hinbekommen“, weiß Hagemeyer. Auch in der Südstadt sind sie deshalb optimistisch. „Wir wollen hier etwas Schönes schaffen“, sagt Güldenagel und auch Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) betont: „Das ist so ein tolles Gemeinschaftsprojekt, das kriegen wir hin.“ Schließlich habe sich für die mögliche Eröffnung auch ein besonderer Gast angekündigt, weiß Hagemeyer: „Cleff der Dritte, Künstler aus Bamberg und Enkel von Erich Cleff, der den Wandbrunnen damals geschaffen hat, will dann nach Wuppertal kommen.“

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