Passanten und Anwohner meiden den Platz, weil sie sich dort nicht mehr sicher fühlen.

Der Karlsplatz bietet derzeit meist ein trostloses Bild. Das soll sich aber ändern.
Der Karlsplatz bietet derzeit meist ein trostloses Bild. Das soll sich aber ändern.

Der Karlsplatz bietet derzeit meist ein trostloses Bild. Das soll sich aber ändern.

Anna Schwartz

Der Karlsplatz bietet derzeit meist ein trostloses Bild. Das soll sich aber ändern.

Elberfeld Zentrum. Als „deutlich angstbesetzt“ wird der Karlsplatz in einem Angstraumkonzept von Verwaltung, Polizei und sozialen Verbände eingestuft. Insgesamt 33 Angsträumen in der Stadt werden aufgeführt. Damit befindet sich der Karlsplatz in schlechter Gesellschaft mit dem Berliner Platz, der ebenfalls als „deutlich angstbesetzt“ eingestuft wird. Doch nicht nur wegen seiner dunklen Ecken ist der Platz bei vielen Wuppertalern als Aufenthaltsort unbeliebt. Dort ist seit der Eröffnung vor fast 30 Jahren nur selten etwas los.

Das wollen die Mitglieder der Bezirksvertretung Elberfeld nun ändern, die einstimmig einem Antrag der SPD-Fraktion zustimmten, in dem die Partei von der Verwaltung lang- und mittelfristige Pläne zur Attraktivitätssteigerung des Karlsplatzes gefordert hat. Die SPD hält den von der Lage her attraktiven Platz im Schatten der Rathausgalerie für unterwertig genutzt.

Passanten und Anlieger sparen nicht mit Kritik an den Zuständen

Drastischer fällt das spontane Urteil von Passanten über den Karlsplatz in einer WZ-Umfrage aus. Der Platz zieht vor allem im Bereich der Arkaden zur Hochstraße Menschen an, denen sie vor allem in den Abendstunden und nachts nicht begegnen möchten. „Man sollte dort niemals alleine rumlaufen. Wenn meine Schwester mich besucht, hole ich sie extra ab, da sie sonst den Karlsplatz überqueren müsste“, sagt Niklas Husemann. Monika Gerbach sieht es ähnlich: „Die Situation ist unzumutbar. Ich halte mich dort sehr ungern auf. Es ist laut und die Leute haben oftmals kein Benehmen.“

Khalid Khallouki hat aus seinem Friseursalon mehrfach beobachtet, dass die Polizei im Einsatz war. Er bedauert, dass der Platz nicht von spielenden Kindern, sondern oft von zwielichtigen Gestalten genutzt werde. „Solange die Leute drüben bleiben und sich ruhig verhalten, ist es mir egal. Wenn sie aber in der dunklen Jahreszeit an die Unterführung kommen, wird es beängstigend“, sagt Birgit Kreiselt, die in der Bäckerei Scharrenberg arbeitet.

Es passt in das düstere Bild, dass aktuell Ratten in einigen Bereichen des Platzes aufgetaucht sind. Auch in diesem Punkt hoffen die Bezirksvertreter auf Besserung. Bei einem Ortstermin, zu dem die Stadtentwicklung vor zwei Wochen eingeladen hatte, seien die Ratten mitten über den Platz gelaufen, berichtet der Stadtverordnete Thomas Kring. Das bestätigt Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius. „So geht das nicht weiter.“ Auch Ratten hätten ihr Lebensrecht, „aber das müssen sie ja nicht unbedingt auf dem Karlsplatz ausüben.“

Seine Existenz hat der Karlsplatz dem Bau der Rathausgalerie und der darunter liegenden Parkhäuser zu verdanken. Das abschüssige Gelände wurde zuvor als Festplatz genutzt.

Der Eröffnung mit einem Europafest sollten eigentlich viele weitere große Veranstaltungen folgen. Doch bis auf eine gastronomische Nutzung am Eingang zur Galerie blieb der Platz über Jahrzehnte verwaist.

Was ist Ihre Meinung zum Karlsplatz, was muss dort passieren? Am Dienstag um 14 Uhr diskutieren wir mit Ihnen. Wer verhindert ist, kann auch schreiben. redaktion.wuppertal@wz.de

Kring ist zuversichtlich, dass es jetzt gelingt, verschiedene Akteure zusammen zu bringen, die für mehr Attraktivität sorgen wollen. „Ich denke, dass die Verantwortlichen der Rathausgalerie die Zeichen der Zeit erkannt haben und es Verbesserungen im Umfeld geben muss“, sagt Thomas Kring. Er begrüßt Initiativen der ESW, die über den zweiten Arbeitsmarkt einen Mitarbeiter eingestellt haben, der sich speziell um die Sauberkeit auf dem Platz kümmert. Auch der Einsatz der Gruppe Urban Gardening trage dazu bei, den Platz und sein Potenzial wieder stärker in den Blickpunkt zu rücken. „Der Karlsplatz muss bei der Qualitätsoffensive Innenstadt berücksichtigt werden“, fordert Kring.

Hintergrund: Nach Fertigstellung des Döppersbergs und des FOC in der Bahndirektion werden sich die Passantenströme komplett verlagern, wenn es dem Rathausquartier an Attraktivität fehlt.

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