Anwohner hatten gegen die Bebauung an der Hindenburgstraße geklagt. Der Investor sieht die Angelegenheit locker.

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Sehic Izudin überprüft an der Hindenburgstraße die Pläne für das umstrittene Bauprojekt.

Sehic Izudin überprüft an der Hindenburgstraße die Pläne für das umstrittene Bauprojekt.

Andreas Fischer

Sehic Izudin überprüft an der Hindenburgstraße die Pläne für das umstrittene Bauprojekt.

Zoo. Eines der umstrittensten Bauprojekte der vergangenen Jahre geht in den Endspurt: Am 10. Oktober wird das offizielle Richtfest an der Hindenburgstraße gefeiert. Mitte bis Ende 2015 sollen die 26 Wohneinheiten direkt an der Sambatrasse bezogen werden. „Wir liegen im Plan“, erklärt Investor Wolf Neudahm von Pro Objekt. Allerdings gibt es noch ein großes Fragezeichen: Die Klage der Anwohner gegen den Bebauungsplan ist immer noch nicht abgewiesen. „Das Hauptverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster läuft noch“, bestätigt Marc Walter, Abteilungsleiter im Ressort Bauen und Wohnen der Stadt.

Hintergrund: Nach Bekanntwerden der Pläne für das ehemalige Grundstück der Kirchengemeinde Sonnborn gab es seit 2011 massiven Protest von Seiten der Anwohner. Zu wuchtig, Grünflächen werden zerstört, die Natur leidet, Verkehrsprobleme entstehen, so lauteten die Kritikpunkte. Hauptargument im Klageverfahren war allerdings die Lärmbelästigung.

Auch der Bezirksvertretung sind die Häuser zu massiv

Auch die Lokalpolitik sah das Projekt kritisch. Die Bezirksvertretung Elberfeld-West lehnte es zwar nicht komplett ab, wünschte sich aber auch, dass der Investor „abspeckt“. Vergeblich: Der Rat verabschiedete das Projekt – was die Anwohner zur Klage trieb.

Doch was passiert, wenn das OVG den Bebauungsplan für nichtig erklärt? Marc Walter hält sich mit einer Einschätzung des schwebenden Verfahrens zurück. Was die Stadt positiv stimmen dürfte, ist allerdings, dass das Gericht im Februar bereits den Eilantrag der Anwohner ablehnte. Das Hauptverfahren, die sogenannte Normenkontrollklage, läuft aber eben noch. Es wäre nicht der erste Bebauungsplan, der im Nachhinein einer Prüfung nicht standhält: An der Katernberger Straße musste am Rohbau der neu entstandenen Riegelbauten eine Etage wieder abgetragen werden.

Großteil der 26 Wohnungen ist bereits verkauft

Ein Szenario, das für die Hindenburgstraße aber wohl eher nicht zu erwarten ist. Auch der Investor bleibt locker. „Nach der Vorgeschichte ist es eigentlich ziemlich ruhig geworden“, erklärt Wolf Neudahm. Kontakt mit Anwohnern hätte es praktisch nicht mehr gegeben. Der Großteil der 26 Wohnungen sei schon verkauft, so Neudahm – der sich mit umstrittenen Bauprojekten auskennt: Auch gegen die Häuser am Rädchen in Ronsdorf gab es viele Proteste. Auch dort setzte sich der Rat gegen die Bezirksvertretung durch. Vermarkter der Häuser war – wie jetzt an der Hindenburgstraße – übrigens die Stadtsparkasse Wuppertal.

Auf dem ehemaligen Grundstück der Gemeinde befanden sich unter anderem Kleingärten. Anwohner um das Ehepaar Gees hatten dort ein Jugendprojekt aufgezogen. Das sollte erweitert werden. Dort sollte später einmal eine Art Parkanlage mit Niedrigseilgarten und Stadtteilcafé entstehen. Die Gemeinde sah sich aber aufgrund der Finanzlage zum Verkauf des Areals gezwungen. Die Stadt förderte das Bauprojekt von Pro Objekt mit der Begründung, dass „attraktiver Wohngrund geschaffen werden soll“.

„Wir können auch nur abwarten“, sagt Hubertus Gees, Anwohner und einer der Initiatoren des Klageverfahrens. Er kritisiert weiterhin die Lärmbelästigung. Zudem leide die Hindenburgstraße derzeit unter dem Baustellenverkehr.

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