Seniorenheim will sich stärker mit den Menschen in der Südstadt vernetzen. Auf dem Gelände treffen alle Generationen aufeinander.

Zur Feier des Tages kamen einige Besucher und Betreuer kostümiert ins Gemeindestift.
Zur Feier des Tages kamen einige Besucher und Betreuer kostümiert ins Gemeindestift.

Zur Feier des Tages kamen einige Besucher und Betreuer kostümiert ins Gemeindestift.

Stefan Fries

Zur Feier des Tages kamen einige Besucher und Betreuer kostümiert ins Gemeindestift.

Südstadt. So wie sich das Reformierte Gemeindestift in Elberfeld schon lange selbst versteht, präsentiert es sich nun auch nach außen hin: als Quartierszentrum. Am Mittwoch wurde dessen Einweihung gemeinsam mit dem 340-jährigen Bestehen der Einrichtung sowie des jährlichen Sommerfestes groß gefeiert.

In mehr als acht Jahren Bauzeit nahm die Diakonie gemeinsam mit dem Förderverein und durch Unterstützung der Stadtsparkasse einen großen Umbau des Gebäudes in Angriff. Für insgesamt knapp zwölf Millionen Euro wurden alle Gebäudekomplexe kernsaniert und an aktuelle Bedürfnisse angepasst. So wurde etwa der Brandschutz verbessert und alles barrierefrei umgebaut. Kosten und Zeitrahmen seien dabei eingehalten worden.

Einrichtungsleiterin Monika Hohaus berichtet stolz: „Wir haben nun 93 Pflegeplätze und 59 Service-Wohnungen“. Damit seien Apartments für Einzelpersonen oder etwa Ehepaare gemeint, die noch eigenständig wohnen wollen, aber einige Angebote des Gemeindestifts nutzen wollen. Es lässt sich als Mittelweg zwischen dem Wohnen im eigenen Haus und dem Bewohnen eines Seniorenheimes verstehen.

Diese Wohnung finden sich nun im größten Gebäudeteil, dem Hochhaus. Zwischen 32 und 204 Quadratmeter sind die Wohnungen groß, die einen Blick über den gesamten Stadtteil ermöglichen sollen.

Bereits das Armenhaus war als Quartierszentrum geplant

Diakoniedirektor Martin Hamburg blicke während des Festaktes auf die Tradition der Diakonie in Elberfeld zurück. „Bereits 1677 – also vor 340 Jahren – wurde ein erstes Armenhaus am Mäuerchen gebaut.“ Es sollte die kirchliche Funktion erfüllen, bedürftigen Menschen im Elberfelder Quartier zu helfen. 20 stationäre Plätze bot das Gebäude. Zwei Jahrhunderte später war das Haus am Mäuerchen zu klein, es musste ein Neubau her. „Es war als Armenhaus und Krankenstation gedacht“, berichtet Hamburger. „Den Gedanken des Quartierszentrums kannte man schon damals, nur nannte man dies nicht so“, ergänzt er. 440 000 Reichsmarkt kostete die Errichtung in der damals „landschaftlich schönsten Umgebung Elberfeld.“ Die Grund-steinlegung fand am 1. Juli 1887 statt – das Armenhaus am Mäuerchen wurde abgerissen.

Bereits im Februar 2017 war der eigentliche Umbau abgeschlossen. Einrichtungsleiterin Hohaus sieht sich „gut gewappnet für die Zukunft.“ Denn das vielfältige Angebot spreche viele Leute an und zukunftsorientiert: Stationäre, ambulante und intensive Pflege finden sich ebenso wie der Hospizdienst und ein Kindergarten auf dem Gelände. „Es ist ein Dorf in unserer Stadt“, berichtet Cornelia-Maria Schott Altenhilfe der Diakonie.

Superintendentin Ilka Federschmidt lobt das bestehende Engagement - auch von vielen ehrenamtlichen Helfern. „Das neue Quar-tierszentrum ist eine Solidargemeinschaft über alle Altersstufen hinweg.“

Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) nannte die Neuausrichtung ein wunderbares Projekt für die Südstadt. „Ein Quartierszentrum zu sein, bedeutet, sich Zuhause zu fühlen und sich zu vernetzten mit der Südstadt.“

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