Der Lions Club Wuppertal stellt der Alten Feuerwache 105 000 Euro für ein dreijähriges Kinderprojekt zur Verfügung.

Kinderbetreuung
Stephan Ihle, Jana Ihle, Dagmar Nüsse, Rainer Giehler, Thomas Lenz und Peter Jung (von links) während der Vorstellung des Pilotprojektes „8samkeits-Gruppe“ in der alten Feuerwache.

Stephan Ihle, Jana Ihle, Dagmar Nüsse, Rainer Giehler, Thomas Lenz und Peter Jung (von links) während der Vorstellung des Pilotprojektes „8samkeits-Gruppe“ in der alten Feuerwache.

Uwe Schinkel

Stephan Ihle, Jana Ihle, Dagmar Nüsse, Rainer Giehler, Thomas Lenz und Peter Jung (von links) während der Vorstellung des Pilotprojektes „8samkeits-Gruppe“ in der alten Feuerwache.

Wuppertal. Stärkere Verantwortung für die Zukunft möchte der Lions Club Wuppertal – Bergisch Land übernehmen und hat deshalb beschlossen, sich für die Generation der Grundschulkinder zu engagieren. Dazu sollen über drei Jahre hinweg insgesamt 105 000 Euro in eine „8samkeits-Gruppe“ der Alten Feuerwache investiert, aber auch persönliche Unterstützungen geleistet werden.

Wuppertals Problemzonen liegen bedenklich nah am Zentrum

Sie liege in einem Stadtteil mit „stark erhöhtem Auftreten von Risikofaktoren für Kinder und Jugendliche“, so formuliert es der gestern geschlossene Kooperationsvertrag mit der Alten Feuerwache, die sich nicht etwa in einem klassischen Problemviertel befindet, sondern an der Gathe und damit dicht am Elberfelder Zentrum.

Deutlicher lässt sich wohl kaum darstellen, dass Wuppertals Schieflagen allen Bürgern offenbar werden müssten. Bereits 2006 hat die Kinder- und Jugendeinrichtung an der Gathe in einer Studie ermittelt, dass ein Drittel der Wuppertaler Kinder Verhaltensauffälligkeiten als Folge von Stress in Elternhaus und Umfeld aufweisen. Neben Gewalttätigkeiten seien sogar Selbstmordabsichten beobachtet worden.

Bestes Gegenmittel seien stabile Beziehungen, und genau die sollen in der „8samkeits-Gruppe“ hergestellt werden. Schon damals wurde eine solche Gruppe gegründet, in der elf Kinder eine Ganztagsbetreuung durch die Pädagogin Jana Ihle genießen. Das Angebot umfasst neben Hausaufgabenhilfe auch Kinderzirkus, Sport, Malen, Basteln und Theater.

Durch die großzügige Unterstützung des Lions Clubs ist es nun möglich, eine zweite Kindergruppe aus je vier Jungen und Mädchen zu bilden. Der Arbeitsraum, den die Gruppe in der Alten Feuerwache belegen wird, wurde von der „verlässlichen Gruppe“ hergerichtet, eben jenen Kindern, die seit längerem die Förderung genießen.

Nicht als Stigma, sondern als Privileg werde unter den Kindern die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe empfunden, sagt Stephan Ihle vom Vorstand der Alten Feuerwache. Erst die Stabilisierung versetze diese Kinder in die Lage, schulische Angebote wahrnehmen zu können. Gezielt würden neben Lehrern und eventuell Betreuern auch die Eltern in die Arbeit einbezogen.

Im betreuerischen Bereich wollen nun eben auch die Mitglieder vom Lions Club tätig werden und damit Bahar Celik unterstützen, die sich gemeinsam mit einer Honorarkraft um die acht Kinder der neuen Gruppe kümmern wird. Die Arbeit wird am 1. Februar beginnen.

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