Das Geschäft von Erika Theimann ist Treffpunkt im Luisenviertel und Fundgrube für Dönekes. Manchmal steht sie inzwischen sogar auf der Bühne.

Das Geschäft von Erika Theimann ist Treffpunkt im Luisenviertel und Fundgrube für Dönekes. Manchmal steht sie inzwischen sogar auf der Bühne.
Der Kiosk von Erika Theimann an der Friedrich-Ebert-Straße ist seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt im Luisenviertel.

Der Kiosk von Erika Theimann an der Friedrich-Ebert-Straße ist seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt im Luisenviertel.

Andreas Fischer

Der Kiosk von Erika Theimann an der Friedrich-Ebert-Straße ist seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt im Luisenviertel.

Luisenviertel. Erika Theimanns Kiosk ist nicht bloß ein Ort, wo man Zeitschriften, Zigaretten und Lottoscheine kaufen kann. Was ihren Laden an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/ Sophienstraße für viele so richtig anziehend macht, sind ganz klar die heiteren Geschichten, die die Theimanns – Ehemann Peter und Sohn Thomas stehen mit an der Verkaufstheke – in die Gespräche mit den Kunden einfließen lassen.

„Dönekes und Witzkes“, wie die Kioskbesitzerin selber sagt – mit unverkennbarem Wuppertaler Zungenschlag und einer angenehm sonoren Stimme, die einem sofort ins Ohr geht. Woher ihr Talent zum Geschichtenerzählen kommt? „Ich habe den Witz von meinem Vater, mein Sohn hat den Mutterwitz von mir und mein Mann hat diesen Bergischen Charme, der ein bisschen robuster ist.“ Robust im Sinne von „trocken“? Mehr als trocken!

Im Bayer-Stadion erfand sie spontan ihren Spitznamen

Auch hinter ihrem Spitznamen „Kippen Eri“ steckt eine Anekdote. Der kommt nicht von den Kunden. Theimann schüttelt heftig den Kopf. Den hat sie sich schon selber verpasst. Einmal war sie zu Besuch in der Leverkusener Fußballarena. Die Bayer-Mannschaft kam zur Signierstunde. Als Theimann Nationalspieler Manuel Friedrich eine Autogrammkarte in die Hand drückte, fasste sie einen folgenschweren Entschluss: „Da sagst du jetzt nicht für Erika, sondern für Kippen Eri.“

Der Name blieb hängen und der Mutterwitz wurde weit über ihr geliebtes Luisenviertel – für sie eindeutig „das schönste Viertel in Wuppertal“ – bekannt. Nach einem Fernsehbericht über das Fachgeschäft Theimann machten ihr die Macher der „Barmer Küchenoper“ ein Rollenangebot, das sie nicht ablehnen konnte. Seitdem steht sie als Mutti von Dörte aus Heckinghausen auf der Bühne. Zusammen mit einem „furchtbar netten Team“. So etwa im alten Jahr beim „Weihnachts-Späschel“. Immer mit der Persianerkappe auf dem Kopf, die sie aus dem Kleiderschrank ihrer Schwiegermutter hat.

Ideale Voraussetzungen für die ganz große Karriere. Vielleicht rufe Hollywood irgendwann doch noch mal an, wirft Sohn Thomas ins Gespräch ein. Na ja. Bis es soweit ist, hat seine Mutter die Kioskbühne für sich. Und sie hofft, dass das noch lange so bleibt. Schließlich sei sie erst 66. „Da fängt das Leben ja an“, zitiert sie Udo Jürgens und verzieht keine Miene dabei.

Denn Spaß macht es immer noch. Auch nach fast 20 Jahren. „Jeden Tag freue ich mich auf die Dönekes, die mir die Kunden erzählen.“ Theimann leiht allen, die in ihren Laden kommen, ein offenes Ohr. Da bleibt es nicht aus, dass dann und wann ernste Dinge – Sorgen und Krankheiten – zur Sprache kommen. Ihre Stammkunden schließe sie sogar in ihr Nachtgebet ein. Ein Scherz, natürlich. Aber kann nicht ein Scherz einen wahren Kern haben?

Und dann gibt’s noch etwas, wofür ihr Herz schlägt - „die Wuppertaler Kultur“. „Normalerweise pappt man sich als Ladenbesitzer die Fenster nicht so voll.“ Die Theimanns schon. Mit einem Dutzend Veranstaltungsplakaten. Eins kündigt Lesungen von Autor Detlef Schmitz an. In seinem historischen Kriminalroman „Tod in der Wupper“ – Erika Theimann hat das Buch in ihrem Büro hinter dem Verkaufsraum liegen – kommt eine gewisse „Kippen Eri“ vor. Diese Namensähnlichkeit kann doch kein Zufall sein!

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