Elberfeld: Auf der Spur nach einem architektonischen Schatz an der Neumarktstraße.

Ob mehr hinter dem ehemaligen Möbelhaus an der Neumarktstraße steckt?
Ob mehr hinter dem ehemaligen Möbelhaus an der Neumarktstraße steckt?

Ob mehr hinter dem ehemaligen Möbelhaus an der Neumarktstraße steckt?

Andreas Fischer

Ob mehr hinter dem ehemaligen Möbelhaus an der Neumarktstraße steckt?

Wuppertal-Elberfeld. Dass Fassaden Türdurchbrüche zwecks Ausstieg ins Freie besitzen, ist nicht weiter auffällig - sofern sich die Türen nicht von der ersten Etage an aufwärts befinden. Das dezente architektonische Element ziert das Haus an der Neumarktstraße 33 in Elberfeld und ist in jedem Fall als markant zu bezeichnen. "Markant Möbel" steht dann auch immer noch über dem Haupteingang. Das Unternehmen indessen hat längst sein Quartier geräumt.

Dirk-Henrik Hülper: Da steckt mehr hinter der prunkvollen Fassade

Zurück bleibt die Fassade, die außer den merkwürdigen Revisionseinstiegen wenig Dezentes besitzt. Ihr prägnantes Wabenmuster erinnert an die Riffel eines Steakklopfers, weist aber statt warmer Holzfarben eine Silbertönung auf, als sei das Ganze soeben dem Kühlschrank entsprungen. Nun findet guter Geschmack seine diversen Auslegungen, haben die Modernismen der 1970er Jahre gewiss auch ihre ästhetische oder zumindest funktionale Berechtigung.

Für Dirk-Henrik Hülper, fraktionsloses Mitglied der Bezirksvertretung (BV) Elberfeld, ist das Haus immer wieder Anlass zu mahnenden Anmerkungen. Er glaubt nämlich, dass sich hinter den Waben ein kleiner Schatz befindet, und bezieht sich dabei auf Berichte von Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD). Der besitzt in der Tat einschlägige Kenntnisse, hat er doch von 1957 bis 1960 in dem Gebäude, damals Sitz der Allianz-Versicherungen, seine Lehre absolviert.

Jüngst nun hat Vitenius in dem Buch "Der Aufbruch um 1900" von Hermann J. Mahlberg und Hella Nußbaum eine erfreuliche Entdeckung gemacht. Dort nämlich findet sich auf Seite 228 ein Foto, auf dem das Haus in alter Pracht zu sehen ist. "Das Gebäude war nach dem Krieg noch intakt", sagt Vitenius. "Auf dem Bild sieht es so aus, wie ich es in Erinnerung habe. Das Foto könnte von mir stammen."

Bislang hat es einen solchen Beleg nicht gegeben, war Uwe Haltaufderheide von der Unteren Denkmalbehörde zwar interessiert, besaß aber keine rechtliche Grundlage, um Zustand und Beschaffenheit der derzeit verkleideten Fassade hinsichtlich denkmalschützerischer Kriterien zu prüfen. Für Hülper wäre es "eine Bereicherung des Stadtbildes", wenn die alte Bausubstanz erhalten und gepflegt würde. Er erinnert in dem Zusammenhang an erfolgreichen Rückbau, wie er etwa bei Häusern am Wall stattgefunden hat. "Das Fritzschehaus galt als Kriegsruine und nicht schützenswert. Heute ist es ein Prunkstück in der Elberfelder Innenstadt." Ein weiterer solcher Schatz könnte bald auch an der Neumarktstraße geborgen werden.

Das Fritzschehaus am Wall 32-34 wurde 2004 von Schwarz Architekten rückgebaut. Es war eines der ersten Wuppertaler Kaufhäuser, ein Stahlskelettbau aus dem späten 19. Jahrhundert. Seine großzügige Verglasung ist typisches Element der damaligen Zeit. Nach Kriegsschäden erfolgten mehrere Umbauten und Erweiterungen und schließlich eine Verkleidung der Fassade mit Aluminium. Unter verändertem Zeitgeschmack war eine Vermarktung des Hauses später nur noch durch Umbau unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte möglich.

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