Die Duschen der Schul-Turnhalle sind seit Wochen für Schüler und Vereinssportler gesperrt. Komplettsanierung im Sommer?

bayreuther Straße
Die Dusch- und Waschräume der Turnhallen am Gymnasium Bayreuther Straße sind seit dem 15. November verschlossen. Im warmen Wasser wurde eine zu hohe Konzentration von Legionellen festgestellt. Desinfektionsmaßnahmen führten nicht zum Erfolg.

Die Dusch- und Waschräume der Turnhallen am Gymnasium Bayreuther Straße sind seit dem 15. November verschlossen. Im warmen Wasser wurde eine zu hohe Konzentration von Legionellen festgestellt. Desinfektionsmaßnahmen führten nicht zum Erfolg.

Andreas Fischer

Die Dusch- und Waschräume der Turnhallen am Gymnasium Bayreuther Straße sind seit dem 15. November verschlossen. Im warmen Wasser wurde eine zu hohe Konzentration von Legionellen festgestellt. Desinfektionsmaßnahmen führten nicht zum Erfolg.

Brill. Stell dir vor, du machst Sport und kannst nachher nicht duschen. Für Schüler des Gymnasiums Bayreuther Straße und Hunderte Vereinssportler, die die Turnhalle der Schule regelmäßig nutzen, ist das seit Wochen nicht allein eklige Vision, sondern bittere Realität. Wegen zu hoher Belastung des warmen Wassers mit Legionellen sind die Waschräume der doppelstöckigen Halle seit dem 15. November geschlossen.

Auch ein Durchspülen der Leitungen brachte wenig Erfolg

Auch ein Durchspülen der Leitungen mit mehr als 60 Grad heißem Wasser, das die Bakterien, die eine schwere Lungenentzündung auslösen können, abtöten sollte, brachte zuletzt nicht den gewünschten Erfolg. „Wir werden um eine Erneuerung des gesamten Leitungssystems nicht herumkommen“, sagt Thomas Lehn vom Wuppertaler Gebäudemanagement. Mit Rücksicht auf den Schul- und Vereinsbetrieb werde man damit wohl erst im Juni – nach der Saison – beginnen können. Die Ursache des Befalls vermutet man in inzwischen tot gelegten Abschnitten des verschlungenen Leitungssystems der 1973 gebauten Halle. Die wird seit Jahren saniert, eine Fertigstellung der Arbeiten ist aber immer wieder aufgeschoben worden.

„Das ist für uns schon lange ein Ärgernis. Seit vier Jahren vertröstet man uns, aber die Stadt hat einfach kein Geld“, schimpft Frank Höhle von der Tischtennisabteilung des SSV Germania. Er ist mit dem Gebäudemanagement in ständigem Kontakt und hofft, dass es bis Juni wenigstens eine Zwischenlösung mit zwei Notduschen oder Kaltwasser geben könne. Aktuell sind nur die Toiletten mit einem Mini-Waschbecken nutzbar.

Höhle: „Wir haben hier Mannschaften bis hin zur Oberliga zu Gast. Denen kann man das doch nicht zumuten. Eine Verlegung in andere Hallen ist leider auch kaum möglich.“

Detlef Appenzeller, Rektor des Gymnasiums Bayreuther Straße, spricht von „Einschränkungen“, betont die gute Zusammenarbeit mit der Stadt bei der Suche nach einer Lösung. Für die Schule sei die Situation nicht ganz so problematisch wie für die Vereine: „Leider haben auch vorher nur wenige unserer Schüler die Waschräume genutzt.“

Legionellen, die eine Lungenentzündung auslösen können, vermehren sich in lauwarmem Wasser und werden erst über 60 Grad abgetötet. Leitungen, in denen Wasser nicht genügend aufgeheizt wird oder über längere Zeit steht, sind gefährdet. Die Bakterien gelangen über den Wasserdampf in die Lunge.

Derzeit ist laut Gebäudemanagement kein weiteres städtisches Gebäude betroffen. Routineuntersuchungen durch das Gesundheitsamt sind jährlich vorgeschrieben. Zuletzt war das Schulzentrum Ost befallen. Auch dort waren die Duschen wochenlang gesperrt, inzwischen sind die Hallen saniert.

Das erste Mal war ein zu hoher Legionellenbefall des Duschwassers in der Halle Bayreuther Straße im März bei der jährlichen Routineuntersuchung durch das Gesundheitsamt aufgefallen. Danach hatte ein Spülen der Leitungen noch Erfolg gehabt. Seitdem ließ das Gebäudemanagement das Wasser monatlich untersuchen – bis im November die Werte erneut zu hoch waren.

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