Viele Wuppertaler nutzten am Wochenende die Chance, um Künstlern in 94 Ateliers über die Schulter zu schauen.

Sabine Bohn hatte zum dritten Mal ihr Atelier für die Woga geöffnet. Seit einigen Monaten sind dort auch großformatige Bilder von Volker Wevers zu sehen.
Sabine Bohn hatte zum dritten Mal ihr Atelier für die Woga geöffnet. Seit einigen Monaten sind dort auch großformatige Bilder von Volker Wevers zu sehen.

Sabine Bohn hatte zum dritten Mal ihr Atelier für die Woga geöffnet. Seit einigen Monaten sind dort auch großformatige Bilder von Volker Wevers zu sehen.

Andreas Fischer

Sabine Bohn hatte zum dritten Mal ihr Atelier für die Woga geöffnet. Seit einigen Monaten sind dort auch großformatige Bilder von Volker Wevers zu sehen.

Elberfeld. Die Reise durch die sogenannten „heiligen Hallen“ kennt viele Wege: Kunst in Form von Fotografien lauert in verwinkelten Hinterhöfen oder hellen Ateliers im Altbau. Entdeckungen zwischen Street Art und Ölmalerei führen in die Elba-Hallen. Nicht weit davon entfernt durchkreuzen Video-Installationen den Pfad der Kunstbegeisterten. Die haben sich am Samstag und Sonntag zu den Kunsträumen von insgesamt 94 Teilnehmern der diesjährigen Woga (Wuppertaler offene Galerien und Ateliers) im Westen der Stadt aufgemacht.

Nachdem die elfte Auflage der Kunst- und Kulturveranstaltung bereits im Osten einen erfolgreichen Start hingelegt hatte, ging es nun durch weitere Ateliergemeinschaften im Wuppertaler Westen. „Es ist unglaublich, welche abgefahrenen Locations Wuppertal zu bieten hat. Wer ahnt schon, dass sich hinter alten Häusern tolle Galerien verstecken“, sagt Kunststudentin Jana Hallmann. Gerade ist die 20-Jährige durch eine schmale Einfahrt gelaufen. Dann hat sie einen Hinterhof überquert und ist direkt im Atelier von Kai Fobbe gelandet. Wo unzählige Pizza-Kartons an die Wand gepinselt wurden. Und bewegte Portrait-Bilder in Form von Video-Installationen den relativ dunklen Raum erhellen.

„Wir sind überrascht, was Wuppertal an Kunstvollem zu bieten hat.“

Thomas und Ulrike Knappstein

„Ich bin über mein Musikstudium zum Film gekommen und dann beim Visuellen geblieben. Bildsprache wird von mir quasi als Kompositionssprache verwendet“, erklärt der Künstler, der sein Atelier am Arrenberg vor knapp zwei Jahren bezogen hat. „Warum ich an der Woga teilnehme“, fragt er und erklärt: „Es ist wichtig, dass Wuppertals Künstler gebündelt und vernetzt werden. Außerdem gibt es viele Kunstinteressierte, die diese Plattform nutzen und dadurch Einblicke in das Kunstinnere bekommen.“

Über 100 Besucher im Atelier an zwei Tagen

Das sehen Thomas und Ulrike Knappstein, Besucher der Woga, genauso. Die beiden haben sich am Samstag auf den Kunst-Marathon begeben, um Neues zu entdecken und sich inspirieren zu lassen. „Wir sind immer wieder überrascht, was Wuppertal an Kunstvollem zu bieten hat“, verraten die beiden im Atelier von Sabine Bohn. In das großzügige Atelier ist vor wenigen Monaten Künstler Volker Wevers mit eingezogen. An den Wänden schreit abstrakte Kunst ihren Betrachtern Willkürlichkeit entgegen. „Ich möchte in meinen Bildern Vielschichtigkeit erreichen“, erzählt die Künstlerin, die zum dritten Mal an der Woga teilnimmt und mit etwa 100 Besuchern in ihrem Atelier über beide Tage verteilt rechnet. Organisiert wurde die Veranstaltung wie in den Jahren zuvor von Steffen Schneider.

Bei der elften Auflage der Woga (Wuppertaler offene Galerien und Ateliers) waren in diesem jahr in Wuppertal insgesamt 143 Teilnehmer dabei: 49 Ateliers und Galerien öffneten am ersten Wochenende (19. und 20. Oktober) im Osten der Stadt ihre Tore. 94 waren am vergangenen Wochenende im Wuppertaler Westen und auf den Südhöhen.
 

 25 Künstler nahmen erstmals an der Aktion teil. Die Anzahl der teilnehmenden Künstler liegt in der Regel ohnehin weit über 143, da einige Kunstorte Ateliergemeinschaften sind oder Gastkünstler aufgenommen haben.“
 

Einen umfassenden Überblick und Einblick in die Galerien und Ateliers bietet die Internetseite der Woga.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer