Das Zoo-Projekt Aralandia wird auch über den Rosengarten gebaut. Der ist dann nicht mehr begehbar.

Das Zoo-Projekt Aralandia wird auch über den Rosengarten gebaut. Der ist dann nicht mehr begehbar.
Bis die Aras fliegen, können Besucher noch die terrassierten Beete und den Blick von dort genießen.

Bis die Aras fliegen, können Besucher noch die terrassierten Beete und den Blick von dort genießen.

Stephan Fries

Bis die Aras fliegen, können Besucher noch die terrassierten Beete und den Blick von dort genießen.

Zooviertel. Wenn die Aras in ein bis eineinhalb Jahren im Aralandia über die Köpfe der Besucher hinwegfliegen, liegt unter den Vögeln teils historischer, denkmalgeschützter Grund. Denn ein Teil der Anlage wird auf dem ehemaligen Rosengarten gebaut, der unter Denkmalschutz steht.

Dieser wird zwar nicht verschwinden – für Besucher zugänglich sein, wird er aber nicht mehr. Denn dort, wo die terrassierten ehemaligen Rosenbeete stehen, werden einige Aras für den Erhalt ihrer Art eingesetzt. In sogenannten Zuchtvolieren werden Hyazinth- und Lear-Ara-Paare im Hintergrund an der Reproduktion arbeiten, während vorne im Schaubereich bis zu 40 Großpapageien im Freiflugbereich ihre Kreise ziehen.

Die Freifluganlage soll sich über 1100 Quadratmeter erstrecken und mit einer Höhe von zehn Meter zu einer der größten Volieren in ganz Europa heranwachsen. Im einsehbaren Innenbereich stehen den Papageien weitere 130 Quadratmeter zur Verfügung. Die Anlage soll neue Maßstäbe bei der Zucht der gefährdeten Aras setzen. Im Januar sollen die Fällarbeiten beginnen. Fertig werden soll es in etwas mehr als einem Jahr.

Die Vogelanlage darf den Blick nicht behindern

Die Herausforderung bei dem Bauvorhaben sei es, dem Denkmalschutz der Anlage gerecht zu werden, sagt Andre Stadler, Kurator im Grünen Zoo Wuppertal. Die Anlage, also die terrassierten Beete müssten ebenso erhalten bleiben wie die Sichtachse auf das Gehege der Eisbären, die ebenso unter Denkmalschutz stünde. „Wir müssen mit sehr transparenten Netzen arbeiten, um die Sichtachse nicht zu blockieren“, sagt er. Aber es gebe dabei keine Probleme, alles sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Stadt und Zoo seien in engem Kontakt. Das bestätigt auch die Denkmalschutzbehörde der Stadt: „Alles in Ordnung.“

Der Zoo, der der 1881 eröffnet wurde, ist Teil des weithin denkmalgeschützten Zooviertels. Wann genau der Rosengarten errichtet wurde, ist aber nicht klar, weder bei dem Zoo, noch bei der Stadt. Er wurde aber von Josef Keusch erbaut, der von 1900 bis 1934 Direktor des Zoos war und als „Gartenkünstler“ den Rosengarten aufbaute, so Antonia Dinnebier, die an einem Parkführer über den Zoo mitgeschrieben hat. „Dass Keusch als Gärtner als Direktor eingestellt wurde, zeigt, dass der Zoo eigentlich ein Landschaftspark war“, sagt sie. „Der Rosengarten war eine Attraktion, kein Begleitgrün“, unterstreicht sie die Relevanz der Anlage.

Andre Stadler versichert, dass die Gedenksteine für Josef Keusch und Paul Boeddinghaus, Aufsichtsrat der Zoo-Gesellschaft, erhalten blieben. Über eine Versetzung der Steine müsste nur nachgedacht werden, wenn es zum Bau des Carl-Fuhlrott-Zentrums käme, so Stadler. Dann müssten die Steine aber vielleicht um fünf Meter nach links verrückt werden, schätzt er ganz grob. Gefährlich werden kann das Aralandia-Gelände und die weiteren Pläne dem Denkmal also nicht.

Dass die Pläne für die Vogelanlage den Rosen der Anlage schaden könnten, ist auch nicht anzunehmen, sind diese doch schon vor Jahren an das Rondell gepflanzt worden. Andre Stadler: „Der Denkmalschutz gilt für die Grundstruktur der Anlage, nicht für die Bepflanzung.“ So seien dort schon seit Jahren etwa Kräuter für die Fütterung der Affen angepflanzt worden.

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