Ein Paar aus Elberfeld hat den 20 Jahre alten Kater aus dem Tierheim bei sich aufgenommen.

Kater Rambo
Leon Weyand und Rambo haben sich offensichtlich schon angefreundet.

Leon Weyand und Rambo haben sich offensichtlich schon angefreundet.

Fries, Stefan (fr)

Leon Weyand und Rambo haben sich offensichtlich schon angefreundet.

Elberfeld. Zusammengerollt liegt der getigerte Kater auf einer weichen Decke und scheint sich rundum wohl zu fühlen. „Er schläft sehr viel“, sagt Jana Richartz. Gemeinsam mit ihrem Partner Leon Weyand hat sie Rambo bei sich aufgenommen. „Er hat seinen vorherigen Besitzer überlebt.“

Das Tierheim hatte daraufhin, unter anderem über die WZ, nach einem neuen Zuhause für den Vierbeiner gesucht und das Paar aus Elberfeld gefunden. „Er hat unser Herz berührt“, berichtet Jana Richartz von der ersten Begegnung. Rambo sei direkt auf sie zugekommen und habe sich streicheln lassen. „Er war unglaublich süß.“ Dennoch ließ sich das Paar zwei Tage Zeit, um seine Entscheidung zu überdenken. Denn Rambo oder Michael, wie ihn das Tierheim taufte, ist nicht nur ein Senior, sondern mit seinen mehr als 20 Jahren geradezu ein Methusalem. „Wir haben überlegt, ob wir uns das zutrauen. Doch dann war uns klar, dass der Gewinn für uns und für das Tier viel größer ist, als unsere Bedenken“, sagt Leon Weyand.

Er weiß, dass die tierische Wohngemeinschaft nur eine Frage von Wochen, vielleicht Monaten ist. „Doch er soll bei uns eine möglichst schöne Zeit haben. Das Tierheim hat uns Spezialfutter mitgegeben. Doch wenn er das nicht mag, darf er auch Kochschinken haben oder was ihm sonst gerade schmeckt.“ Das Paar möchte die gemeinsamen Momente mit dem neuen Haustier genießen. „Natürlich werden wir furchtbar traurig sein, wenn er mal nicht mehr da ist“, gesteht Jana Richartz. Anfangs hätten sie regelmäßig geschaut, ob Rambo noch atmet, doch diese Angst sei inzwischen von ihnen abgefallen. „Wir merken, einfach, dass er sich bei uns wohlfühlt“, betont Leon Weyand.

„Rambo soll bei uns eine möglichst schöne Zeit haben.“

Leon Weyand, Besitzer

Rambo bringe viel Gelassenheit in das gemeinsame Leben. „Morgens, wenn wir aufstehen, kommt er sofort an und lässt sich streicheln“, berichtet Jana Richartz. Sie musste sich erst daran gewöhnen, auf jeden ihrer Schritte zu achten. „Er steht gerade in der Küche ständig hinter mir, und da er nicht mehr gut hört, schaue ich mich immer erst vorsichtig um, damit ich ihn nicht versehentlich trete.“ Schon bei seinem Einzug vor zwei Wochen war der erfahrene Kater sehr zutraulich. „Er kam sofort aus der Transportbox heraus und hat sich hier alles ganz genau angeschaut“, berichtet sein neues Frauchen. Für sie ist der Alltag mit Tier eine neue Erfahrung. „Als Kind hatte ich mal Mäuse, doch das zählt eigentlich nicht so richtig.“

Tiefenentspannt und unkompliziert

Für Anfänger sei der Senior trotz seiner Niereninsuffizienz und seinen Zahnlücken bestens geeignet. „Als alter Herr ist er tiefenentspannt und vollkommen unkompliziert. Gleichzeitig ist er sehr zutraulich, und wenn er nicht gerade schläft, möchte Rambo Aufmerksamkeit und seine Leckerli“, sagt Leon Weyand.

Er hat vorsichtshalber die Treppe nach unten mit Kisten versperrt, damit der Kater nicht versehentlich die Stufen herunter fällt. Auf den Arm nehmen lässt sich Rambo auch nicht mehr so gerne, obwohl er eine Schmusekatze ist. „Da fühlt er sich wohl unsicher“, sagt Jana Richartz. Dem neuen Mitbewohner hinterherputzen zu müssen, macht dem Paar nicht viel aus. „Wir wussten schließlich, worauf wir uns einlassen“, sagt Jana Richartz und streichelt Rambo liebevoll über das getigerte Fell.

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