Bei der Einweihung: Jannett Hohn, Elisabeth Schlieper, Peter Jung, Hans-Joachim Camphausen (v. l.).
Bei der Einweihung: Jannett Hohn, Elisabeth Schlieper, Peter Jung, Hans-Joachim Camphausen (v. l.).

Bei der Einweihung: Jannett Hohn, Elisabeth Schlieper, Peter Jung, Hans-Joachim Camphausen (v. l.).

Uwe Schinkel

Bei der Einweihung: Jannett Hohn, Elisabeth Schlieper, Peter Jung, Hans-Joachim Camphausen (v. l.).

Elberfeld. Drei berühmte Wuppertaler wachen nun wieder über den Kirchplatz vor der City Kirche in Elberfeld. 68 Jahre waren sie verschwunden, bis die Bürgerinitiative um Hans-Joachim Camphausen sich ihres Schicksals annahm.

Und so steht seit dem vergangenen Samstag wieder das historische Armenpflegedenkmal auf seinem angestammten Platz vor der ältesten Kirche der Stadt. Zunächst allerdings noch verhüllt durch ein weißes Tuch.

Ehrung: Gustav Schlieper, David Peter, Daniel von der Heydt

Geehrt werden damit die Fabrikanten Gustav Schlieper und David Peters sowie der Bankier Daniel von der Heydt. Sie gelten als die Begründer des „Elberfelder Systems“ – eine Neustrukturierung der Armenpflege aus den fünfziger Jahren des 18. Jahrhunderts, die weltweit Nachahmer fand. „Die Stadt wurde in Bezirke und Quartiere aufgeteilt, so dass sich ehrenamtliche Armenpfleger intensiver um die Bedürftigen kümmern konnten“, sagt Camp-hausen. Ihnen zu Ehren wurde 1903 das Denkmal errichtet.

Doch es überstand den Zweiten Weltkrieg nicht und war seit 1943 verschwunden. Erst bei Ausgrabungen am Kirchplatz im Jahre 2003 wurde der Granitsockel in einem verschütteten Keller gefunden. Seit dem stand er im Park des Reformierten Gemeindestifts an der Blankstraße.

Camphausen, der im vergangenen Jahr auch den Ritter Arnold wieder auf seinen Platz am Elberfelder Rathaus zurückbrachte, machte sich auf die Suche nach geeigneten Vorlagen für die Rekonstruktion sowie nach Geld. 175 000 Euro sollte das über vier Meter hohe und zehn Tonnen schwere Denkmal kosten. Viele private Einzelspenden und 10 000 Euro von der NRW-Stiftung Natur, Heimat und Kultur brachten die Realisierung in greifbare Nähe. Camphausen war sichtlich gerührt vom „großherzigen Bürgersinn“. Schwieriger wurde es dann für die Gießerei Kayser, die „nach Bildchen“ die Bronzefiguren neu erstellte.

Der arme Mann: Ein Bild der Barmherzigkeit

„Der Sockel ist noch mit den Narben seiner 100 jährigen Geschichte behaftet“, sagt Camphausen, da er kaum restauriert worden sei. Am Sockel hängen nun die Portraits Schliepers, Peters und von der Heydts. Auf dem Sockel zu sehen ist eine Frau, die einem armen Mann eine Schale reicht, um ihn zu speisen. Ein Bild der Barmherzigkeit.

Zur Enthüllung waren neben Camphausen und Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) auch viele Nachfahren der drei berühmten Männer gekommen. Gemeinsam mit den Urenkelinnen wurde das weiße Tuch dann feierlich und unter Applaus entfernt. Nun haben sie einen freien Blick über den Kirchplatz und können nach so langer Zeit wieder ihre Botschaft der Nächstenliebe verbreiten.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer