Hans-Joachim Camphausen und Rolf Kayser vor dem neuen Armenpfleger-Denkmal. (zwei Fotos)
Hans-Joachim Camphausen und Rolf Kayser vor dem neuen Armenpfleger-Denkmal. (zwei Fotos)

Hans-Joachim Camphausen und Rolf Kayser vor dem neuen Armenpfleger-Denkmal. (zwei Fotos)

Historische Aufnahme des Denkmals.

Bernd Nanninga, Bild 1 von 2

Hans-Joachim Camphausen und Rolf Kayser vor dem neuen Armenpfleger-Denkmal. (zwei Fotos)

Elberfeld. Die Idee kam ganz spontan. „Wir waren so beflügelt vom Erfolg des Elberfelder Ritters. Da dachten wir uns, wir können doch gleich das nächste Projekt angehen“, sagt Hans-Joachim Camphausen – und blickt zufrieden auf das Ergebnis dieser Überlegungen: das Armenpfleger-Denkmal, das in neun Tagen zurück in Elberfeld sein soll.

Dann haben die 68 Jahre ein Ende, in der das 1903 aufgestellte und während des Zweiten Weltkrieges eingeschmolzene Denkmal nicht mehr auf seinem imposanten Granitsockel vor der Alten Reformierten Kirche stand, für den es um die vorletzte Jahrhundertwende ursprünglich konzipiert wurde.

Das Denkmal wurde anhand von historischen Fotos rekonstruiert

Momentan steht die rund drei Meter hohe Bronzestatue noch im Düsseldorfer Hafen, bei der Gießerei Kayser, die das historische Kunstwerk anhand von alten Fotos rekonstruiert hat. Am Samstag, 18. Juni, wird das Armenpfleger-Denkmal wieder auf dem Kirchplatz stehen und offiziell eingeweiht.

Für Mäzen Camphausen, der Spenden in Höhe von 175 000 Euro sammelte, um den Nachbau zu realisieren, ist die Statue allerdings mehr als ein schöner Blickfang für Touristen. Sie ist ein Stück Elberfelder Geschichte. So geht es Camphausen vor allem um die Symbolkraft des Kunstwerkes: „Das Denkmal ist ein Beispiel für positive Stadtgeschichte. Es steht für das Elberfelder System aus Miteinander, Hilfe und Verantwortung.“

Dieses Elberfelder System wurde bis über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Bereits 1853, nachdem Massen aus den verarmten ländlichen Gebieten in die neuen Industriezentren geströmten waren und dort unter teilweise katastrophalen Zuständen arbeiteten und lebten, entwickelten die Kaufleute und Industriellen Daniel von der Heydt, Gustav Schlieper und David Peters das Elberfelder System und stellten 150 Armenpfleger ein. Zum Dank wurde diesen 50 Jahre später das Denkmal gebaut.

Acht Arbeitsschritte bis zur fertigen Statue

Doch im Zweiten Weltkrieg verschwand das Werk. Nun lag es an den Düsseldorfer Experten, das Denkmal zu rekonstruieren. Acht Arbeitsschritte waren nötig. Vom kleinen Modell (Maßstab 1:10), das der irakische Bildhauer Schwan Kamal konzipierte, über mehrere Gips- und Gussformen bis zur fertigen Statue aus Bronze dauerte es vier Monate. In neun Tagen können die Elberfelder das Ergebnis bestaunen und stolz auf die Historie schauen.