Mit einem Vergleich hat das Amtsgericht den bizarren Streit um eine nicht beheizte Mietwohnung gelöst – vielleicht.

Fatma Bingöl hat sich mit ihrem Vermieter geeinigt. Das heißt auch: Nach mehr als 20 Jahren muss sie ihre Wohnung verlassen.
Fatma Bingöl hat sich mit ihrem Vermieter geeinigt. Das heißt auch: Nach mehr als 20 Jahren muss sie ihre Wohnung verlassen.

Fatma Bingöl hat sich mit ihrem Vermieter geeinigt. Das heißt auch: Nach mehr als 20 Jahren muss sie ihre Wohnung verlassen.

Wolfgang Westerholz

Fatma Bingöl hat sich mit ihrem Vermieter geeinigt. Das heißt auch: Nach mehr als 20 Jahren muss sie ihre Wohnung verlassen.

Elberfeld. Im Streit um eine unbeheizte Wohnung in Elberfeld haben sich die Parteien vor dem Amtsgericht auf einen Widerrufsvergleich geeinigt. Demnach zahlt der Beklagte - der bekannte Investor Bodo Küpper - 3000 Euro an die Mieterin. Die 70-Jährige verpflichtet sich im Gegenzug, bis Ende März dieses Jahres aus der Wohnung an der Friedrich-Ebert-Straße auszuziehen. Bis dahin, muss sie keine Miete mehr zahlen.

Hintergrund für den Streit waren zwei einstweilige Verfügungen, die der Anwalt der Mieterin gegen den Investor vorgelegt hatte, damit in der Wohnung der 70-Jährigen wieder Wasser und Heizung angestellt werden. Wie berichtet, soll die Mieterin angesichts von Minustemperaturen und Rohrbrüchen nach dem einsetzenden Tauwetter, ihre Eiszeit-Wohnung verlassen und zu Verwandten umgezogen sein.

Vor dem Amtsgericht traf man sich in dieser Woche, weil der Investor gegen die einstweiligen Verfügungen Widerspruch eingelegt hatte. Jetzt die Einigung, wobei die Mieterin zunächst 20.000 Euro gefordert haben soll.

Das Gericht riet der Frau allerdings, dem 3000-Euro-Vergleich zuzustimmen. Unter anderem war bekannt geworden, dass Küpper der 70-Jährigen eine Ersatzwohnung am Arrenberg angeboten haben soll.

Hält der Vergleich, darf die Mieterin übrigens alles in der Wohnung lassen, was sie nicht mitnehmen möchte. Der Investor hat vor Gericht zugesagt, die Entsorgung zu übernehmen.

Die Parteien schlossen vor Gericht einen Widerrufsvergleich. Demnach kann die Mieterin innerhalb der kommenden drei Wochen von dem Vergleich zurückzutreten. Dann müsste ein anderes Gericht über den Fall entscheiden.

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