Die Else- Lasker-Schüler- Gesamtschule feiert ihr Jubiläum mit einer Festwoche.

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Ganztag mit Tradition: Seit 17 Jahren schon bekommen die Else Lasker-Schüler-Gesamtschüler in ihrer Mensa täglich ein frisches Mittagessen.

Ganztag mit Tradition: Seit 17 Jahren schon bekommen die Else Lasker-Schüler-Gesamtschüler in ihrer Mensa täglich ein frisches Mittagessen.

Uwe Schinkel

Ganztag mit Tradition: Seit 17 Jahren schon bekommen die Else Lasker-Schüler-Gesamtschüler in ihrer Mensa täglich ein frisches Mittagessen.

Elberfeld. Else Lasker-Schüler ist nicht nur als Namensgeberin für die Gesamtschule im Herzen Elberfelds präsent. "Jeder Schüler begegnet ihr jedes Jahr", sagt Schulleiterin Dorothee Kleinherbers-Boden. Die Künstlerin sei, als verfolgte Migrantin und Verfechterin von Toleranz, ein gutes Vorbild für die Schüler. Schließlich stammen die 1370 Gesamtschüler aus 27Nationen.

Gemeinsames Lernen kommt starken und schwachen Schülern zugute

Als die Else-Lasker-SchülerGesamtschule vor 25 Jahren gegründet wurde, musste vieles neu erfunden werden. "Der Anfang in der Schleswiger Straße war gekennzeichnet durch Improvisation", erinnert sich der damalige stellvertretende Schulleiter Peter Behringer. Das Unterrichtskonzept wurde immer wieder verändert. So wurden vor drei Jahren jeweils zwei der sechs Züge zu einer Abteilung zusammengefasst - jede Abteilung hat nun eigene Lehrer und ihre eigenen Räume. Dadurch wird die Riesen-Schule für überschaubarer - Schüler und die Lehrer kennen sich besser.

Derzeit läuft ein Versuch, dass die Schüler in den Klassen 7 und 8 nicht mehr nach Leistung differenziert werden, sondern weiterhin gemeinsam lernen. Das Ergebnis spricht für sich: Mehr Kinder bringen die Leistung für die anspruchsvolleren E-Kurse, auch die Grundkurse haben ein höheres Niveau. Kleinherbers-Boden: "Die Lernstandserhebung brachte ebenfalls gute Ergebnisse - die Gruppen brauchen einfach immer gute Leute als Zugpferde."

Deshalb ist der Schulleiterin auch eine Mischung aus Kindern mit Empfehlungen für alle Schularten wichtig. Dass diese Empfehlung keinen endgültigen Charakter hat, zeigen ebenfalls die Erfahrungen der "Else": Von 180 Schülern eines Jahrgangs absolvieren in der Regel nur 40 den Hauptschul-Abschluss, 70 erreichen die Qualifikation für die Oberstufe. Von 93Abiturienten des Jahres 2009 hatten nur vorher zwölf eine Gymnasialempfehlung.

Das Angebot der Schule ist riesig: Es gibt Musikklassen, naturwissenschaftliche Profilklassen und bald eine Theaterklasse. Nachmittags werden über 30 Arbeitsgemeinschaften angeboten. Mittags bekommen die Gesamtschüler in der vor 17 Jahren gebauten Mensa ein frisch zubereitetes Mittagessen. Geleitet wird die Mensa von einer Elterninitiative, bei der inzwischen 15 Köche und Auszubildende angestellt sind. Und in der Bibliothek finden die Schüler nicht nur Ruhe zum Lernen - sondern natürlich auch viele Werke von Else Lasker-Schüler.

In der Mensa wird die Festwoche anlässlich des Jubiläums um 19.30 Uhr feierlich eröffnet. Zu Gast sind der in Syrien geborene Schriftsteller Rafik Schami und der Schlagzeuger Günter "Baby" Sommer.

In der Mensa findet um 19 Uhr eine politische Podiumsdiskussion unter dem Titel "Quo Vadis, Gesamtschule?" statt.

Im Rex-Theater am Kipdorf wird um 10 Uhr ein Film über Else Lasker-Schüler gezeigt, den Schüler gedreht haben.

Um 10 Uhr findet in der Mensa eine interreligiöse Feier statt. Ab 19.30 Uhr gibt es im Nachbarschaftsheim am Platz der Republik ein großes Konzert von Klassik bis Pop.

Freitag Vormittags laufen die Schüler beim Sponsorenlauf für den guten Zweck. Ab 15 Uhr stellen sich Ehemalige in der Mensa vor. Dort findet ab 19 Uhr auch ein Ehemaligen-Treff statt, während die Lehrer gleichzeitig im Nachbarschaftsheim "Musik von der grünen Insel" spielen.
Samstag Zum Abschluss gibt es um 11 Uhr in der Mensa einen Festakt. Von 14-17 Uhr steigt das große Jubiläums-Schulfest, und ab 19 Uhr können alle beim Disco-Abend in der Mensa tanzen.

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