Vor allem Damen waren bei der 41. Auflage in der Historischen Stadthalle dabei.

Vor allem Damen sind bei der 41. Auflage in der Historischen Stadthalle dabei.
Volles Haus beim Rudelsingen in der Stadthalle..

Volles Haus beim Rudelsingen in der Stadthalle..

Stefan Fries

Volles Haus beim Rudelsingen in der Stadthalle..

Elberfeld. „Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder“, sagt ein Sprichwort. Am Mittwochabend war die Historische Stadthalle so ein Ort zum frohen Verweilen, denn Organisator und Vorsänger David Rauterberg und der Pianist Matthias Schneider hatten zum 41. Rudelsingen in Wuppertal eingeladen. Rund 1000 Sangesfreudige waren gekommen, allerdings fast ausschließlich Damen jeden Alters. Die Sänger waren deutlich in der Unterzahl und wären wohl schon an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

„Der Idealzustand ist erreicht, wenn man seine eigene Stimme nicht mehr hört“, verriet Rauterberg, der den Abend mit der gemütvollen „Kleinen Kneipe in unserer Straße“ eröffnete und das erwartungsvolle Publikum gleich in eine heimelige Stimmung versetzte.

„Der Idealzustand ist erreicht, wenn man seine eigene Stimme nicht mehr hört.“

David Rauterberg, Organisator

Die Stimmung ist auch eins der Erfolgsgeheimnisse dieses Formats: „Ich bin zum fünften Mal dabei“, so Sabine Lippert, die für das Rudelsingen sogar ihre Chorprobe geschwänzt und ihre Freundin Angela Borchert zum Mitkommen animiert hatte. „Ich finde es toll, dass hier so viele Menschen zusammen kommen, um miteinander zu singen“, meinte die und war freudiger Erwartung. Das Programm stellt Rauterberg zusammen und achtet dabei auf einen Mix aus möglichst vielen Musikrichtungen. Textsicher muss niemand sein, denn die vielsprachigen Verse sind auf einer großen Videowand zu lesen .Ja, und der Klang? „Wenn so viele zusammen singen, klingt das immer schön, vor allem in dieser herrlichen Stadthalle“, weiß Rauterberg, der sich als glänzender Entertainer mit einem kongenialen Partner Matthias Schneider am Steinway-Flügel präsentierte. Die kernigen „Country roads“ wurden mit ebensolcher Begeisterung besungen wie das schmachtvolle „O sole mio“, und auch „Ach, wie so trügerisch sind Frauenherzen“ aus Verdis „Rigoletto“ ging mit klangvollem Tremolo über die Lippen. Chordirektor Markus Baisch von den Wuppertaler Bühnen konnte sich von der Bühnentauglichkeit des Rudelsing-Chors überzeugen, als er um rund 250 Sänger für die Community- Oper „Das Labyrinth“ (Premiere am 17. März 2018) warb. „Wir singen hier auch geheime Lieder“ verriet Rauterberg dem Publikum, „welche, von denen man zuhause nichts erzählen darf“, bat er um Diskretion, und deshalb sei auch hier nur verraten, dass es sich um einen äußerst populären Gassenhauert mit dem leicht fasslichen Refrain „Holladihihaho“ handelt, der mit entsprechender Inbrunst geschmettert wurde. „Halleluja“ klang es im letzten der drei Abschnitte, und weil alle von dem Abend und sich selbst so begeistert waren, genehmigten sich die1000 Stars des Abends noch eine stilvolle Zugabe: „My way.“ Der selige Frank Sinatra hätte seine Freude daran gehabt.

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