Mit dem neuen Teleskop können Schüler und Studenten nicht nur Planeten unseres Sonnensystems, sondern auch andere Galaxien ansehen.

Mit dem neuen Teleskop können Schüler und Studenten nicht nur Planeten unseres Sonnensystems, sondern auch andere Galaxien ansehen.
Michael Risch (l.) und Goran Aladziz brachten das Teleskop an seine Position.

Michael Risch (l.) und Goran Aladziz brachten das Teleskop an seine Position.

Stefan Fries

Michael Risch (l.) und Goran Aladziz brachten das Teleskop an seine Position.

Cronenberg. „Das ist besser als Sonnenfinsternis und Merkur-Transit!“ Für Michael Winkhaus, Lehrer für Physik und Astronomie am Carl-Fuhlrott-Gymnasium, war gestern ein echter Festtag: Die Schule-Sternwarte erhielt ein neues leistungsfähiges Teleskop. „Damit sind wir jetzt endlich fertig“, freut er sich.

An einem riesigen Kran schwebte das neue Fernrohr gestern Nachmittag auf das Schuldach. Und fand dort seinen Platz auf einer Säule und einem Zwischenstück – der Montierung - die das Rohr trägt und führt. Wenn alle Schrauben festgezogen und die Feinjustierungen eingestellt sind, wird es den Blick bis in andere Galaxien ermöglichen.

Heraeus-Stiftung übernimmt die Kosten von 145 000 Euro

Vor zehn Jahren entstand die Idee, vom Dach des Schulgebäudes professionell ins All zu sehen. Ein erstes großes Teleskop kam aus der Uni Bochum, weitere kleinere und mobile Teleskope ermöglichen Astronomie-Kurse mit mehreren Teilnehmern. Auch Studenten nutzen die Schulsternwarte gern. Doch für wissenschaftliche Arbeiten reichte das Angebot nicht aus.

Das ermöglicht jetzt das neue Teleskop. Es hat eine Öffnung von 20 Zoll - das sind 50 Zentimeter. Das bisherige Teleskop hatte nur 12 Zoll (20 Zentimeter), damit waren eigentlich nur Planeten gut zu sehen. „Mit dem alten konnten wir etwa eine halbe bis eine Lichtstunde weit sehen, mit dem neuen eine Million Lichtjahre“, macht Michael Winkhaus die neue Dimension deutlich. Mehr sei von einem Teleskop am Stadtrand, wo es noch viel Licht gibt, nicht möglich.

Das neue Hochleistungs-Fernrohr kostet 145 000 Euro, bezahlt von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung. Die unterstützt vor allem die Kooperation zwischen der Schule und der Universität. Denn nun sind auch ernst zu nehmende wissenschaftliche Forschung und damit Bachelor- und Masterarbeiten möglich. Auch andere Bildungseinrichtungen wie die Junior Uni, das Bergische Schultechnikum und das Bergische Schülerlabor an der Uni werden das neue Gerät nutzen können.

„Bei uns hat man noch einen direkten Bezug zum Objekt“, macht Lehrer Bernd Koch den Vorteil des Teleskops deutlich. Viele Einrichtungen nutzten nur noch Übertragungen via Internet von großen Sternwarten. Auf dem Dach des CFG werden Astronomie-Fans noch selbst nach Himmelsobjekten suchen können.

Bernd Koch und Michael Winkhaus haben alles geplant, die Firma Baader Planetarium bei München passte das Teleskop aus den USA die Bedürfnisse der Schule an. In den Sommerferien wurde das Schuldach verstärkt, damit keinerlei Schwingungen des Bodens die Aufnahmen stören. Die Firma Neeb stellte einen Kran bereit, der das teure Gerät sicher an seinen Platz hob.

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