Realschüler vom Küllenhahn ergründen mit einem Unternehmensberater ihre Stärken.

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Julian Kray und Natascha Rose mit Berater Markus Limbach.

Julian Kray und Natascha Rose mit Berater Markus Limbach.

Uwe Schinkel

Julian Kray und Natascha Rose mit Berater Markus Limbach.

Küllenhahn. Schornsteinfeger – ein Beruf, über den der 13-jährige Julian Kray noch nie nachgedacht hat. Der Realschüler stellt sich seine Zukunft im IT-Bereich vor. Laut eines Kompetenz-Feststellungsverfahrens in seiner Schule würde der Beruf des Schornsteinfegers aber besser zu ihm passen.

Im Oktober und November fand im Rahmen der Initiative „Schule Fördern“ für 150 Schüler der Friedrich-Bayer-Realschule ein Kompetenzcheck statt. Das Ziel: Eine vertiefte Berufsorientierung für die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse. Dabei mussten die Teilnehmer Fragebögen ausfüllen, Rechenaufgaben lösen und als Gruppe arbeiten.

Neben persönlichen Fähigkeiten auch den Markt berücksichtigen

Eine Wuppertaler Firma organisierte das Verfahren. „Als Unternehmensberater haben wir auch einen Blick für den Markt“, erklärt Markus Limbach von der beauftragten Firma. Für Julian bedeutet das konkret: In der IT-Branche tummeln sich viele Studienabbrecher und Quereinsteiger. Mit Realschulabschluss und Ausbildung hat Julian nicht viele Chancen, glaubt Limbach.

8000 Schüler in NRW wurden bereits beraten

Ungefähr 8000 Realschüler haben dieses Verfahren in NRW bereits durchlaufen, und Julian gehört zu den vier Prozent, die als sehr mutig und risikofreudig eingestuft werden. „Das stimmt. Ich gehe regelmäßig klettern“, bestätigt der Schüler im Auswertungs-Gespräch mit Limbach. Ein weiterer Punkt, der für die Ausbildung zum Schornsteinfeger-Ausbildung spricht, denn Julians Noten sind noch nicht so gut, dass er eine Qualifikation für das Gymnasium erhalten würde. „Das spornt mich nur an“, sagt der selbstbewusste Junge. Er will seine Zensuren verbessern, Abitur machen und danach studieren.

Das möchte auch Natascha Rose – Julians Klassenkameradin. Laut Limbach hat sie künstlerischen Ambitionen neben analytischem Denken. Vor dem Kompetenzcheck, erzählte die 14-Jährige, konnte sie sich gut vorstellen, als Chemie-Laborantin zu arbeiten. Laut Gutachten ein Beruf, der zu ihr passt.

10 000 Euro kostet das Angebot. Die Tests wurden an drei Schultagen durchgeführt. Jeweils 50 Schüler haben pro Schultag das Testverfahren durchlaufen. Anhand der Ergebnisse wird ein Profil erstellt. Am Ende erhielt jeder ein Gutachten mit Empfehlungen zur Berufswahl.

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