Ein neues Gutachten hilft dem Verein der Museumsbahn gegen die Einsprüche der Anwohner. Allerdings fehlen auch nach sieben Jahren weiter Unterlagen.

Ein neues Gutachten hilft dem Verein der Museumsbahn gegen die Einsprüche der Anwohner. Allerdings fehlen auch nach sieben Jahren weiter Unterlagen.
An der Straße Möschenborn soll möglichst der letzte Haltepunkt der Museumsbahn entstehen.

An der Straße Möschenborn soll möglichst der letzte Haltepunkt der Museumsbahn entstehen.

Stefan Fries

An der Straße Möschenborn soll möglichst der letzte Haltepunkt der Museumsbahn entstehen.

Cronenberg. Auch im Fahrplan 2017 der Museumsbahn gibt es die Haltestelle Möschenborn. Nur gibt es dort keine ankommenden und abfahrenden Züge. Aber es ist ein Zeichen. Eigentlich soll dort die Museumsbahn einmal halten. „Wir haben weiterhin das Ziel, die erhaltene Strecke in voller Länge zu befahren“, sagt Betriebsleiter Raimund Jünger. Seit sieben Jahren verhindert ein Streit mit den Anwohnern die finale Einrichtung des letzten Haltepunktes – und eine schnelle Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.

Betriebsleiter: „Wir sind kein professioneller Verkehrsbetrieb“

Seit Jahren liegt der Ball beim Museumsverein. Für eine Haltestelle am Möschenborn, die es früher nicht gegeben hat, ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Auf mehr als elf Seiten haben Anlieger Einwendungen gegen dieses Vorhaben formuliert. Nun wartet die Bezirksregierung auf mehrere Gutachten von den Bahnfreunden.

Einen kleinen Meilenstein haben sie aktuell hinter sich gebracht. „Das komplizierte Erschütterungsgutachten ist fertig“, freut sich Jünger. Möglich wurde das nur durch Spenden. Noch nicht abgeschlossen sei die Bearbeitungen von Unterlagen wie den Luftschallberechnungen und das Umweltverträglichkeitsgutachten. „Wir sind kein professioneller Verkehrsbetrieb und machen das alles ehrenamtlich“, wirbt Raimund Jünger für Verständnis, dass sich die Bahn nur in ganz langsamen Tempo in Richtung Zielstation Möschenborn bewegt. Und: Wenn die Unterlagen da sind, gibt zunächst nur den ersten Anhörungstermin mit der Bezirksregierung – Ergebnis ungewiss.

Die aktuelle Endstation Greuel, wo die Musuemsbahn seit 1995 hält, machte keine Probleme. Dort war historisch gesehen immer schon ein Haltepunkt. Anschließend fuhr die Bahn zur Haltestelle Lenzhaus weiter. Allerdings ist eine Erweiterung der Strecke bis dorthin praktisch unmöglich. „1970 wurden die Gleise entfernt. Eine Erweiterung käme heute einem Neubau nahe“, sagt der Betriebsleiter. Er schätzt: „Das wäre ein Millionenprojekt mit vielen Fragezeichen.“ So müssten die Gleise beispielsweise wieder über die Straße führen. Daher ist klar: Die Haltestelle Möschenborn, 500 Streckenmeter hinter dem heutigen Endpunkt, wäre die maximale Reichweite für die historischen gelben Wagen.

Wie der zuständige Anwohner-Anwalt der WZ bestätigte, geht es seinen Klienten unter anderem um die Privatsphäre in ihren Gärten. Gerade am Sonntag wolle man nicht den Blicken der Ausflügler ausgeliefert sein, die von der Trasse aus einen Einblick in die angrenzenden Gelände haben.

Obwohl die Gäste der Bahn n auch manchmal die Trasse zu Fuß abgehen, um zur nächsten Bushaltestelle zu gelangen, hat es nach Angaben der Museumsbahn jedoch noch keine Beschwerden über aussteigende und wandernde Ausflügler gegeben. Raimund Jünger unterstreicht: „Dafür gibt es ja auch überhaupt keine Grundlage.“

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