Nach den Diebstählen hat der Verein während der Saison viel Zuwendung erfahren.

Nach den Diebstählen hat der Verein während der Saison viel Zuwendung erfahren.
Am Sonntag fährt die Museumsbahn zum letzten Mal in diesem Jahr. Archiv

Am Sonntag fährt die Museumsbahn zum letzten Mal in diesem Jahr. Archiv

Andreas Fischer

Am Sonntag fährt die Museumsbahn zum letzten Mal in diesem Jahr. Archiv

Kohlfurth. Nach dem Schrecken des vergangenen Winters mit vier großen Diebstählen sieht es jetzt gut aus für die Bergischen Museumsbahnen. Viele Cronenberger, Vereine und Firmen haben für den leidgeprüften Verein gespendet. Zusammen mit den Einnahmen aus der Saison, die am Sonntag zu Ende geht, hat der Vorstand den Schaden von 50 000 Euro weitgehend ausgeglichen.

„Das war das Positive an dem ganzen Ärger: Dass wir gemerkt haben, was für einen Rückhalt wir in der Bevölkerung haben“, sagt der Vorsitzende Michael Schumann. „Wir bedanken uns herzlich bei allen Spendern.“ Fast besorgt wirkt er, weil einige Spender keine Adresse hinterlassen haben und er ihnen deshalb keine Spendenquittung schicken kann. Aus Cronenberg, doch auch von weiter her kamen die Spenden. Selbst Chöre oder Sportvereine, die vorher keinen offiziellen Kontakt zu den Museumsbahnen hatten, gaben Geld.

Viele Stunden Reparaturarbeiten

Die Reparaturarbeiten beschäftigten die rund 260 Vereinsmitglieder im vergangenen Winter viele Stunden. Zweimal hatten professionelle Diebesbanden den Fahrdraht geklaut und dabei auch die Aufhängungen zerstört. Zwei weitere Taten von Trittbrettfahrern hätten glücklicherweise weniger Schaden angerichtet, sagt Schumann. Doch es seien viele Helfer nötig gewesen, um überall im schönen Kaltenbachtal wieder für Strom zu sorgen.

„Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben uns dafür Material gespendet“, berichtet Schumann erfreut. Jetzt haben Diebe keine Chance mehr: Die Wege im Kaltenbachtal sind mit Absperrungen versehen, so dass Kriminelle nicht mehr mit dem Auto an die Strommasten gelangen. Das Leitungssystem ist zweifach gesichert: Sobald jemand den Draht durchschneidet, gibt es elektronischen Alarm. Und das Kupfer wurde mit künstlicher DNA markiert, die der Hersteller kostenlos zur Verfügung stellte. Dadurch wird das Metall unverkäuflich.

Jetzt blicken die Vereinsmitglieder nach vorne. Durch die Arbeit an den Fahrdrähten sind andere Projekte liegengeblieben. So müssen jetzt einige alte Schwellen ausgetauscht werden. Auch die Aufarbeitung alter Wagen verzögerte sich und soll in den Wintermonaten fortgesetzt werden. Dabei helfen auch Jugendliche, die vom Gericht zu Arbeitsstunden verurteilt wurden. Jeden Samstag treffen sich die Vereinsmitglieder zum gemeinsamen Werkeln. Jeden zweiten Sonntag fährt im Sommerhalbjahr die Bahn den Berg hinauf.

Bis Greuel, denn bei der Fortführung der Strecke nach Möschenborn gibt es nach wie vor nichts Neues: Nach Protesten der Anwohner gegen eine weitere Haltestelle liegt die Entscheidung seit mehr als zwei Jahren beim Regierungspräsidenten. Als wichtiger Termin vor der endgültigen Winterpause sind am Wochenende 3./4. Dezember die beliebten Nikolaus-Fahrten geplant. Dann bringt die Straßenbahn Kinder und Eltern in den Wald, wo auf einer Lichtung der Nikolaus wartet. Dort verteilt er aus großen Jutesäcken süße Tüten an die Kinder. „Wir machen gar keine Werbung mehr dafür und sind immer ausgebucht“, erzählt Schumann stolz. Derzeit gebe es allerdings noch Plätze für die Fahrten im 45-Minuten-Takt.

Am kommenden Sonntag fahren die Straßenbahnen ein letztes Mal in diesem Jahr zum regulären Fahrtag. Dann können die Besucher die alten Wagen in der Fahrzeughalle besichtigen und unterwegs den Manuelskotten anschauen.

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