Reinhold Spielberger ist von seiner Tour durch Südeuropa zurück. Auf seiner Reise hat er Spenden für das Kinderhospiz gesammelt.

Die Satteltaschen mit dem Logo des Kinderhospizes sind noch auf dem Rad befestigt.
Die Satteltaschen mit dem Logo des Kinderhospizes sind noch auf dem Rad befestigt.

Die Satteltaschen mit dem Logo des Kinderhospizes sind noch auf dem Rad befestigt.

Anna Schwartz

Die Satteltaschen mit dem Logo des Kinderhospizes sind noch auf dem Rad befestigt.

Cronenberg. In der Mitte von Reinhold Spielbergers Wohnzimmer liegt eine Landkarte. Mit einer roten Linie hat er die Route eingezeichnet, die er erst mit dem Fahrrad entlangfahren wollte. Eine schwarze Linie zeigt den Weg, den er tatsächlich geradelt ist. Doch beide Farben zeichnen eine Strecke von umgerechnet rund 9000 Kilometern und führen einmal um Südeuropa herum. Seit dem 7. August ist Spielberger wieder in Wuppertal.

Am 1. April dieses Jahres ist der 67-jährige Cronenberger in Aachen mit dem vollbepackten Rad gestartet (die WZ berichtete). Sein erstes Etappenziel: Irun in Spanien. Dort habe sich Spielberger mit einem spanischen Freund verabredet, erzählt er. Bis dahin ist er bereits 1359 Kilometer gefahren. „Im Durchschnitt habe ich 93 Kilometer am Tag zurückgelegt“, berichtet Reinhold Spielberger. Sein stetiger Begleiter war dabei seine Pulsuhr. An seiner Herzfrequenz konnte er immer feststellen, wann sein Körper Ruhe brauchte. So ist Spielberger meist drei bis vier Tage hintereinander gefahren und hat dann ein bis zwei Tage Pause gemacht.

In Vitoria-Gasteiz im Baskenland hat Spielberger dann einen weiteren Freund besucht. „Das war eine unheimlich schöne Zeit“, schwärmt der Rentner. „In Santona musste ich auf dem Rad aufgeben, denn es war einfach zu kalt“, erzählt Spielberger. Bei gerade einmal sieben Grad Celsius und Regen hielt es selbst Reinhold Spielberger nicht aus und blieb stattdessen zwei Tage in Soma.

„Solche Eindrücke waren für mich neu.“

Reinhold Spielberger

„Mein absolutes Highlight war die Westküste von Portugal“, sagt Spielberger. Die Landschaft und die Steilküsten dort hätten ihn begeistert. „Als ich dann im mediterranen Spanien ankam, bekam ich einen Schock“, erzählt Spielberger. „Die Landschaft dort ist komplett zerstört. Da steht ein Hochhaus neben dem anderen.“ Besonders in Andalusien hätte es bei ihm „klick“ gemacht. Dort sei alles voll von Gewächshäusern. Da werde nämlich das Obst und Gemüse gezüchtet, das in Deutschland zu jeder Jahreszeit verzehrt werden könne, obwohl es gerade nicht seine Saison hat. „Das hat mir so sehr zu denken gegeben, dass ich jetzt nur noch saisonales Obst und Gemüse kaufe.“ Auch habe er Apfelsinenplantagen gesehen, an denen etliche Früchte auf dem Boden lagen. „Solche Eindrücke waren für mich neu“, sagt der 67-Jährige.

Insgesamt hat Reinhold Spielberger von neun Spendern Geld erhalten. Noch besteht die Möglichkeit, Geld zu spenden über hospizspende@spielis-reisen.de.

Reinhold Spielberger hat seine Reise auf seinem Blog spielis-reisen.de täglich dokumentiert.

In der Nähe von Perpignan in Frankreich war Reinhold Spielberger kurz davor, seine Reise abzubrechen. „Ich habe meine Lenkertasche mit all den wichtigen Dingen wie meinem Handy, meinem Geld und meinen Ausweispapieren in einem Café liegen lassen.“ Doch er habe die ganze Zeit das Bauchgefühl gehabt, die Tasche wiederzufinden. „Auf solchen Reisen wird der Instinkt geschärft“, meint er. Und sein Instinkt hatte recht: Nach einem Tag hat er die Tasche wiederbekommen und konnte weiterfahren.

Was Spielberger immer angespornt hat, die Reise fortzuführen? „Vor zehn Jahren habe ich den Traum gehabt, einmal komplett Europa mit dem Fahrrad zu bereisen“, sagt er. 2016 hat er bereits den Norden von Europa befahren. Was diesmal noch zu seiner Motivation beigetragen habe, war sein Projekt für das Kinder- und Jugendhospiz. Für jeden gefahrenen Kilometer hat Spielberger mindestens einen Cent von Sponsoren eingesammelt. Rund 30 Euro hat er sogar unterwegs eintreiben können.

Ursprünglich hatte der Fahrradbegeisterte geplant, bis nach Rom und Neapel hinunter zu fahren und dort seine Frau zu treffen. Aufgrund der hohen Temperaturen hat er sich aber dagegen entschieden. „Statt meine Reise in Wien zu beenden bin ich bis nach Wuppertal zurück gefahren, weil ich unbedingt die 9000 Kilometer schaffen wollte.“

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