Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen in Wuppertal enthüllt Namen von 3.100 Nazi-Opfern.

In dieser Form einzigartig: Die Namen von 3.100 Nazi-Opfern sind auf einer Gedenktafel im Deweerth’schen Garten zu lesen, die am Freitag enthüllt und in Augenschein genommen wurde.
In dieser Form einzigartig: Die Namen von 3.100 Nazi-Opfern sind auf einer Gedenktafel im Deweerth’schen Garten zu lesen, die am Freitag enthüllt und in Augenschein genommen wurde.

In dieser Form einzigartig: Die Namen von 3.100 Nazi-Opfern sind auf einer Gedenktafel im Deweerth’schen Garten zu lesen, die am Freitag enthüllt und in Augenschein genommen wurde.

Andreas Fischer

In dieser Form einzigartig: Die Namen von 3.100 Nazi-Opfern sind auf einer Gedenktafel im Deweerth’schen Garten zu lesen, die am Freitag enthüllt und in Augenschein genommen wurde.

Wuppertal. Am 15. April 1945 wurde Wuppertal von der US-Armee befreit. Am Freitag, am 66. Jahrestag der Befreiung, enthüllte der Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen in Wuppertal im Deweerth’schen Garten eine Gedenktafel, auf der sämtliche Wuppertaler Opfer der Nazi-Diktatur aufgeführt sind.

Vor etwa 200 Gästen eröffnete Professor Heinz Sünker von der Bergischen Uni das Programm, das der Opfer des Nazi-Terrors gedachte. Der Verein hatte in Zusammenarbeit mit anderen Wuppertaler Organisationen Zeitzeugen und Angehörige von NS-Opfern aus Israel, den USA und der Ukraine eingeladen.

Erstmals in Deutschland, so erklärte Sünker, wurde damit eine Gedenktafel enthüllt, auf der sämtliche Opfer einer Stadt, ungeachtet ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit oder politischen Ausrichtung, verzeichnet sind. Mehr als 3.100 Namen von Wuppertalern sind aufgelistet.

Während der Veranstaltung sprachen Zeitzeugen über das ihnen zugefügte Leid und die Gräueltaten der Nazis. Die Wuppertalerin Marianne Hecht-Wieber, deren Vater als Gewerkschafter von den Nazis eingesperrt wurde und an den Folgen starb, schilderte bewegend, wie ein elfjähriges Mädchen das Martyrium des Vaters erlebte.

Stefan Stracke, Vorsitzender des Vereins, erklärte während der Enthüllung der Gedenktafel, dass er sich wünsche, dass diese an dem Denkmal bleiben könne. Darüber hatte es im Vorfeld erhebliche Diskussionen gegeben. rom

Etwa acht Stunden vor der Feier im Deweerth’schen Garten musste die Stadt zum Reinigen schicken. Grund: In der Nacht zuvor war das Denkmal mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Die Reinigung gelang rechtzeitig. Wegen der Schmierereien ermittelt der Staatsschutz der Polizei. Zeugenhinweise an Ruf 2840.

Gestern hatten Mitarbeiter des Grünflächenamtes zudem alle Hände voll zu tun, den Deweerth’schen Garten von überproportional viel Müll zu befreien. Die Verursacher sind nicht bekannt.