Neue Nutzung an der Dieselstraße: Firma aus Sprockhövel plant 11.000 Quadratmeter große Lagerfläche.

Neue Nutzung für das Metro-Gelände: Firma aus Sprockhövel plant 11 000 Quadratmeter große Lagerfläche.
Fatih, Cemal und Selcuk Taskin begutachten die Fortschritte beim Abriss des früheren Cash & Carry-Marktes an der Dieselstraße.

Fatih, Cemal und Selcuk Taskin begutachten die Fortschritte beim Abriss des früheren Cash & Carry-Marktes an der Dieselstraße.

Anna Schwartz

Fatih, Cemal und Selcuk Taskin begutachten die Fortschritte beim Abriss des früheren Cash & Carry-Marktes an der Dieselstraße.

Langerfeld. Endlich bewegt sich wieder etwas auf dem früheren Metro-Gelände an der Dieselstraße in Langerfeld. Wo bis vor sechs Jahren noch die Einkaufswagen durch die Warenlager rollten, sollen Ende 2017/Anfang 2018 bereits die ersten Lastwagen vorfahren. Die von der Gebr. Taskin Logistics GmbH geplante Halle wird auf 11 000 Quadratmeter Lagerfläche Platz für rund 27 500 Paletten bieten. 22 500 Quadratmeter ist das Metro-Gelände groß – das ist fast die gleiche Flächengröße, auf der Ikea gebaut hat. „Wir investieren eine zweistellige Millionensumme“, sagt Selcuk Taskin.

Die Gebr. Taskin Logistics GmbH ist nach eigenen Angaben Spezialist für Automobilzuliefererindustrie, Bauindustrie und Handel und hat namhafte Wuppertaler Kunden, zu denen zahlreiche Weltmarktführer zählen. Der aktuelle Firmensitz liegt in Sprockhövel.

„Der Betrieb in Sprockhövel bleibt von der Erweiterung in Wuppertal unberührt“, sagt Selcuk Taskin. Für die Familie bedeutet die Expansion am Standort Langerfeld eine Rückkehr zu den Wuppertaler Wurzeln. „Ich habe früher bei Bayer gearbeitet und mich dann 1989 mit einem Lastwagen als Subunternehmer selbstständig gemacht“, erinnert sich Vater Cemal Taskin, der am Ottenbrucher Bahnhof und an der Hastener Straße das Fuhr-Unternehmen aufbaute.

2010 siedelten sich die Taskins auf einer 8000 Quadratmeter großen Lagerfläche in Sprockhövel an. Im gleichen Jahr schloss übrigens die Metro in Langerfeld wegen des Umzugs nach Schwelm ihre Tore. Während sich das Unternehmen in Sprockhövel vom Transportunternehmen zum Logistikdienstleister rasant entwickelte und bald aus allen Nähten platzte, verfiel der Gebäudekomplex an der Dieselstraße mehr und mehr.

„Ich bin froh, dass der Abriss jetzt begonnen hat, denn trotz der Absperrzäune sind zuletzt immer wieder Leute auf das Gelände gelangt“, sagt Selcuk Taskin, der wie sein Bruder Fatih Geschäftsführender Gesellschafter ist.

50 neue Arbeitsplätze werden in Langerfeld entstehen

1970 siedelte sich die Metro an der Dieselstraße an. 2007 wurden erstmals Pläne bekannt, dass die Metro den in die Jahre gekommenen Cash & Carry-Markt nach Schwelm verlagern wolle. Der Metro waren zuvor in Wuppertal bereits mehrere Standorte angeboten worden.

100 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen Taskin in Sprockhövel. 50 neue Arbeitsplätze im Bereich Lager und Logistik sowie im kaufmännischen Bereich in Langerfeld werden hinzukommen.

„Etwa ein Drittel der Fläche ist jetzt schon für bestehende Kunden reserviert“, sagt Fatih Taskin. „Wir freuen uns, wenn wir die restliche Fläche für möglichst viele Wuppertaler Firmen nutzen können.“ Für den neuen Standort spricht vor allem seine Lage mit kurzen Wegen zu den Autobahnen A 1, A 46 und A 43.

„Für das Gelände gab es seit 2010 verschiedene überregionale Interessenten“, sagt Martin Lietz von der Wuppertaler Wirtschaftsförderung. Die Verhandlungen seien aber jeweils an den Preisvorstellungen der Eigentümer gescheitert. Nach ersten Anläufen vor drei Jahren wurden sich die Taskins nun mit einer Erbengemeinschaft einig.

Für einen Branchenriesen wie Cretschmar Cargo, der 2011 aus Platzgründen nach Düsseldorf umgezogen war, reichte vor Jahren selbst das gesamte Metro-Gelände mit einer Fläche von 38 000 Quadratmeter nicht aus. Cretschmar Cargo zog auf ein 75 000 Quadratmeter großes Grundstück in der Landeshauptstadt. Doch in diesen Dimensionen denken und planen die Taskins noch nicht.

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