Schüler widmen sich in 46 Projekten globalen Herausforderungen.

Schüler widmen sich in 46 Projekten globalen Herausforderungen.
Auf dem Schulhof haben Schüler und Lehrer ein UN-Flüchtlingszelt aufgebaut und gelernt, wie unkonfortabel viele Flüchtlinge leben.

Auf dem Schulhof haben Schüler und Lehrer ein UN-Flüchtlingszelt aufgebaut und gelernt, wie unkonfortabel viele Flüchtlinge leben.

Stefan Fries

Auf dem Schulhof haben Schüler und Lehrer ein UN-Flüchtlingszelt aufgebaut und gelernt, wie unkonfortabel viele Flüchtlinge leben.

Barmen. Ganz große Schlagworte tauchen auf im Motto des diesjährigen internationalen Projekttas g der Unesco: „Globale Herausforderungen - Menschenrechte - Demokratie - Toleranz: Misch dich ein!“ Auch das Gymnasium Johannes Rau nimmt teil, 980 Schüler suchen in 46 unterschiedlichen Projekten Antworten auf große politische Fragen.

Nachhaltige Landwirtschaft, Origami oder die Themenfelder Migration und Flucht: die Aktivitäten an diesem Tag decken viele Aspekte ab. Die Schüler verlassen dafür auch ihre Schule. Für das Projekt „Kinderrechte“ putzen die Teilnehmer Schuhe in der Stadt und machen so auf eine alltägliche Situation von Kindern in aller Welt aufmerksam.

Das Johannes-Rau-Gymnasium möchte als mitarbeitende Unesco-Schule einen globalen Bildungsauftrag erfüllen. Konrektor Rainer Kokenbrink: „Wir verfolgen den Leitgedanken, dass wir diesen Planeten nur treuhänderisch für die nächste Generation verwalten. Die Projekte sollen vermitteln, dass unser persönlicher Lebensbereich nicht von dem der Menschen getrennt ist, die rund 10 000 Kilometer entfernt leben.“

Eines der Projekte „Leben im Zelt“ zeigt anschaulich, unter welchen Bedingungen Flüchtlinge untergebracht sind. Zu diesem Zweck haben Lehrer und Schüler ein Original-Zelt des UNO-Flüchtlingswerks auf dem Schulhof aufgebaut. Dieses wird eine ganze Woche als Lern - und Informationsraum genutzt werden. Das Projekt unter der Leitung der Lehrer Ulrike Hoffmann, Antonio Lago Casal und Lisa Reucher zeigt am praktischen Beispiel, wie Flüchtlinge untergebracht sind.

Das zugige Zelt ist nur mit ein paar kargen Palmmatten, dünnen Decken, Wasserkanistern und Kochtöpfen ausgestattet und soll sechs bis neun Erwachsenen plus Kindern Platz bieten. Eine ernüchternde Aussicht. „Und wer über diese spärliche Ausrüstung verfügt, der hat gewonnen. Die Mehrheit hat kein solches Zelt“, erläutert Kokenbrink. Schülerin Nafissa (16) ergänzt: „Wir hatten gestern wirkliche Probleme mit den Wetterbedingungen und nach rund zwei Stunden war das Zelt endlich aufgebaut. Wir waren eingefroren und konnten uns kaum bewegen.“ Auch Helin (16) hatte sich das Zelt etwas komfortabler vorgestellt: „Die Wetterbedingungen sind gerade nicht optimal und die Kälte kommt vom Boden durch. Aus meiner subjektiven Sicht sind die Decken und das Zelt nicht genug.“ Und so erfahren die Schüler mit allen Sinnen mehr über ihre Umwelt.

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