Marcel Thomas saniert die Turmterrassen – und erklärt die Verzögerungen.

Die Gastronomie auf einer alten Postkarte.
Die Gastronomie auf einer alten Postkarte.

Die Gastronomie auf einer alten Postkarte.

Marcel Thomas vor den Turmterrassen. Das Dach ist saniert, innen wartet noch viel Arbeit.

Josef Konietzny bei der Instandsetzung des alten Mauerwerks. Der Großteil musste komplett erneuert werden.

Sammlung Thomas, Bild 1 von 3

Die Gastronomie auf einer alten Postkarte.

Wuppertal. Die Frage muss er sich einfach gefallen lassen. Immer und immer wieder. „Ich kann die Leute ja verstehen, dass sie wissen wollen, wann es hier losgeht“, sagt Marcel Thomas und fügt hinzu: „Wäre ja schlimmer, wenn sie nicht mehr fragen würden.“ Die Sanierung der Turmterrassen im Nordpark hat sich zu einer langen, wie Thomas betont, aber nicht unendlichen Geschichte entwickelt. 2009 erwarb Thomas das denkmalgeschützte und seit 2002 leerstehende Gebäude von der Stadt, um es mit Gastronomie wieder zu beleben. Doch wer im Nordpark unterwegs ist, muss seine Getränke und Snacks noch selbst mitbringen – und Thomas sich weiter löchern lassen.

„Man hätte es sicher auch anders sanieren können – aber wir wollen es richtig machen.“

Marcel Thomas zur Frage, warum es etwas länger dauert.

2014 peilt der 44-Jährige als Eröffnungstermin an, einen Monat will er lieber nicht nennen. Vielleicht, weil er in der Vergangenheit manchmal auch etwas zu optimistisch an die Öffentlichkeit gegangen ist. „Das Projekt hat sich schon anders entwickelt als gedacht. Aber ich bin schon wesentlich lockerer als vor einem Jahr“, sagt der Investor und Gastronom. Seitdem auf der Baustelle regelmäßig Fortschritte zu beobachten seien, wären die früher oftmals kritischen Fragen der Spaziergänger der Neugier und Vorfreude gewichen. „Man sieht ja einfach, dass sich was tut“, betont Thomas.

Das Denkmal, dem Thomas als Leerstand ohne Sanierung noch maximal fünf Jahre Lebensdauer gegeben hätte, soll ein echtes Schmuckstück werden. „Man hätte es sicher auch anders sanieren können. Wir wollen es aber richtig machen“, sagt er und nimmt dafür auch eine lange Bauzeit in Kauf – und lange Wege.

Die Kacheln für das Dach hat er beispielsweise von vier alten Bauernhöfen am Niederrhein, aus der Eifel oder aus Thüringen. „Die haben wir selbst mit dem Lkw dort abgeholt.“ Die Wandverkleidung für die Damen-Toiletten fand er zufällig bei einem Bauhändler in Maastricht, und im Erdgeschoss steht die Holzvertäfelung aus einem ehemaligen Berliner Regierungsgebäude bereit zum Einbau in den Turmterrassen – ebenso wie die komplette Einrichtung einer Gaststätte aus dem Münsterland.

An den Wänden im Erdgeschoss lässt sich ablesen, welcher Aufwand bei der Erneuerung des Fachwerks betrieben wurde. „Fünf Arbeitsgänge waren dafür nötig“, erklärt der Denkmal-Fan. Den alten Schiefer der Fassade habe man trotzdem erhalten können. „Ein Glücksfall für uns.“

Nordparkterrassen sollen ein klassisches Wirtshaus werden

Drei Bauabschnitte gibt es: Der erste – derzeit voll im Gang – umfasst die ehemaligen Turmterrassen, der zweite den geplanten Biergarten und der dritte die alte Scheune, die zu einem Veranstaltungsort ausgebaut werden soll. Alle drei Bereiche sollen miteinander verbunden werden.

In der Scheune wird es auch eine Bühne und einen Wintergarten – mit Blick ins Wildgehege – sowie Platz für bis zu 200 Besucher geben.

Auf dem Grundstück, das zu den Nordparkterrassen gehört, steht noch ein Funkmast der Telekom. Den Pachtvertrag hat Eigentümer Marcel Thomas nach eigenen Angaben für 2020 gekündigt. Er hofft allerdings, dass der Mast vielleicht zwei bis drei Jahre früher abgebaut werden wird. Dann will Thomas auch mit dem Umbau der Scheune beginnen.

Ein schweres Unterfangen war es auch, den Bau aus den 1890er-Jahren vernünftig an Strom, Wasser und Gas anzuschließen. „Wir hatten da mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen“, räumt Thomas ein, etwa, was die Ableitung des Regenwassers anging oder die Stromleitungen, „die vielleicht für eine Etagenwohnung ausgereicht hätten, aber nicht für eine Gastronomie“.

Der Rundgang mit Thomas führt noch durch einen ziemlichen Rohbau. Schiebefenster nach historischem Vorbild warten etwa auf den Einbau. „Es ist gar nicht so einfach, gerade Fenster, wie sie heute üblich sind, in schiefe Fensteröffnungen zu bauen“, erklärt der Bauherr schmunzelnd. Der künftige Gastronomiechef hat bereits genau im Kopf, wo was später stehen wird. An die 80 Sitzplätze soll es geben, verteilt über mehrere Etagen. „Kaffee und Kuchen stehen schon im Mittelpunkt, aber es soll ein klassisches deutsches Wirtshaus werden.“ Für Besucher des Nordparks, aber auch – in Verbindung mit der hergerichteten Scheune – für Feiern und gesellschaftliche Anlässe, „wie es früher war“.

Sichtachse vom Terrassenturm bis zum Toelleturm

Immer wieder hebt Thomas die schönen Ausblicke hervor, die es geben wird, zum Beispiel in den Wildpark. So soll es auch eine rundlaufende Terrasse geben. Und den schönsten Ausblick dürften Besucher wohl vom Turm aus genießen, den Thomas jeden Sonntag öffnen will – wie das Vorbild Toelleturm in den Barmer Anlagen. „Den wird man sogar von hier aus wieder sehen können“, kündigt Thomas an.

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