Rollstuhlfahrer Bernd Düsseldorf hat die Trasse vor der Tür, doch eine Kante versperrt seinen Weg.

Rollstuhlfahrer Bernd Düsseldorf hat die Trasse vor der Tür, doch eine Kante versperrt seinen Weg.

Stefan Fries

Langerfeld. Bernd Düsseldorf sehnt das Frühjahr herbei. Endlich kann der Hundeliebhaber mit seinen Vierbeinern wieder die Natur genießen. Die Nordbahntrasse, die in unmittelbarer Nähe seines Wohnortes verläuft, bedeutet für den Wuppertaler ein Stück Freiheit. Aber er kann sie nicht erreichen. Bernd Düsseldorf ist auf einen Elektrorollstuhl angewiesen und der Weg, der am Dornloh zur Trasse führt, ist mit Hindernissen gespickt.

„Es geht um ein Teilstück von acht bis zehn Metern, das mit grobem Schotter angefüllt ist. Der rutscht und rollt. Da eine Steigung folgt, kann ich nicht den erforderlichen Schwung erreichen, um die Steigung aus eigener Kraft zu überwinden. Die Räder drehen einfach durch“, so Bernd Düsseldorf. Schon der Übergang vom Bordstein zum Weg hält eine für ihn schier unüberwindliche Kante von vier bis fünf Zentimetern bereit. „Die müsste abgeschrägt werden.“

Die nächste Möglichkeit, ins Grüne zu kommen, ist für Bernd Düsseldorf mit einem ordentlichen Umweg verbunden. „Das wäre der Zuweg an der Straße Zu den Dolinen. Bis dorthin brauche ich rund 20 Minuten, muss an der B7 entlang und eine große Kreuzung überqueren.“ Alleine mit den Hunden sei das nicht machbar.

Sechs Monate wartete Düsseldorf auf eine Reaktion der Stadt

Lutz Eßrich von der Wuppertalbewegung hat sich den Weg bereits angesehen. „Hier wurden rund 20 Meter als provisorischer Weg angelegt“, berichtet er. „In dem losen Schotter haben sich inzwischen tiefe Furchen gebildet, die für Radfahrer und Rollstuhlfahrer eine Gefahr darstellen. Für Herrn Düsseldorf ist der Weg auch aufgrund der Steigung nicht machbar.“

Beide, Bernd Düsseldorf und die Wuppertalbewegung, haben sich inzwischen mehrfach an die Stadt Wuppertal gewandt. Ihre Bitte: Die Kante muss weg und der grobe Schotter soll durch eine Pflasterung ersetzt werden. Sechs Monate warten sie nun schon auf ein Signal seitens der Stadt. „Wir haben sogar angeboten, einen Teil der Kosten zu übernehmen“, bekräftigt Eßrich.

Die Bereitschaft, den Weg am Dornloh zu überarbeiten, sei zwar vorhanden. „Früher versperrte mir dort zusätzlich ein Tor den Weg. Das ist inzwischen entfernt worden“, erklärt Bernd Düsseldorf. Was ihm fehlt, ist ein verbindlicher Zeitplan. „Ich fürchte, dass die Arbeiten bis zum Saisonende geschoben werden und ich die Trasse so nicht nutzen kann.“ Dabei ist die für seine Ausflüge geradezu ideal. „Ich nutze sie gerne und häufig“, sagt er. Mehrfach hat er bereits versucht, die Schwierigkeiten zu überwinden. Doch das macht der Antrieb des Elektrorollstuhls nicht mit. „Immer wieder mussten die Gelenkstangen nachjustiert werden.“

Ulrike Schmidt-Keßler von der Stadt Wuppertal kann dem Rollstuhlfahrer nur bedingt Hoffnung machen: „Das Problem ist, dass der Weg am Dornloh kein offizieller Zugang ist. Das hat die Bezirksvertretung seinerzeit nicht gewollt. Allein aufgrund seiner Topografie – rund zehn Prozent Steigung plus eine Biegung – ist der Weg nicht barrierefrei zu gestalten.“ Trotzdem soll dort in absehbarer Zeit etwas passieren. „Der Schotter droht immer wieder auf den Gehweg abzurutschen“, erklärt die Stadtsprecherin. „Deshalb sind Maßnahmen der Verkehrssicherung vorgesehen.“

Genau heißt das: Ein Regenwasseranschluss auf der Fläche des Gehwegs ist geplant. Im Zuge dessen werden die störende Kante beseitigt und der Schotter auf dem unteren Teil des Weges wird entfernt. Stattdessen werden die ersten Meter gepflastert. Wann genau das passieren wird? „Da es sich um witterungsabhängige Arbeiten handelt, können wir das nicht genau sagen.“ Alternativ empfiehlt Schmidt-Keßler den Zugang an der Windhukstraße.

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