Studenten der Bergischen Uni haben ein Haus entwickelt, das komplett mit Sonnenenergie betrieben wird.

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Wuppertaler Studenten entwickelten ein Solarhaus für einen internationalen Wettbewerb.

Wuppertaler Studenten entwickelten ein Solarhaus für einen internationalen Wettbewerb.

Andreas Fischer

Wuppertaler Studenten entwickelten ein Solarhaus für einen internationalen Wettbewerb.

Unterbarmen. Hinter dem futuristisch anmutendem Namen "Solar Decathlon Europe 2010" verbirgt sich ein internationaler architektonischer Wettbewerb mit der Aufgabenstellung, bis zum Juni dieses Jahres ein zu 100 Prozent solarversorgtes Haus der Zukunft zu entwickeln. Das Ziel: Forschung und universitäre Verbreitung von Wissen über nachhaltiges und energieeffizientes Bauen fördern. Die Bergische Universität Wuppertal steht mit 19 anderen Universitäten aus Großbritannien, Spanien, Finnland, den USA, Brasilien, Mexiko und China nun im Finale. Gestern legten die Teilnehmer in der Pauluskirche den symbolischen Grundstein für ihr Wettbewerbs-Haus.

Rund 40 Studenten verschiedener Fachrichtungen arbeiten seit Oktober 2008 unter der Leitung der Professoren Anett-Maud Joppien (Baukonstruktion) und Karsten Voss (Bauphysik) an der Planung. Zehn Einzeldisziplinen müssen erfüllt werden, um ein erfolgreiches Konzept präsentieren zu können, welches dann mit einem festgelegten Punktesystem bewertet wird.

74 Quadratmeter und auf der Südseite eine Solar-Fassade

In Unterbarmen präsentierte die Wuppertaler Mannschaft vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie weiteren Unterstützern ihr Konzept für das sogenannte Final-Haus. Entwickelt wurde ein leicht zu transportierendes, funktional offenes und durch Glasschiebeelemente mit dem Außenraum verwobenes Solarhaus mit modularen Elementen für zwei Bewohner. Ein begehbarer Raumkörper konzentriert auf 74Quadratmetern Grundfläche Schlafen und Arbeiten sowie im hinteren Bereich ein Bad. An der Südfassade ermöglichen die Photovoltaikmodule (also die Solarzellen zur Energieversorgung) ein individuell gestaltetes Bild.

Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Wuppertal und Madrid, dem Austragungsort der Entscheidung in diesem Sommer, führten zu dem Gedanken eines europäischen Hauses mit der Anpassungsfähigkeit des Gebäudes an verschiedene Klimazonen - zum Beispiel mit Hilfe eines Vorhangsystems.

"Nun beginnt die heiße Phase der Realisierung und des Aufbaus" freut sich der Rektor der Bergischen Universität, Lambert T. Koch. Ohne Unterstützung und Förderung aus Wirtschaft und Politik wäre das Projekt kaum zu realisieren gewesen, da die besonderen Anforderungen an das Solarhaus immer wieder besondere Lösungen erforderten. Hauptsponsor der deutschen Teams (neben Wuppertal treten auch Rosenheim, Berlin und Stuttgart an) ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Auch nach dem Ende des Wettbewerbs geht das zukunftsträchtige Haus der Stadt nicht verloren. Es kommt anschließend nach Wuppertal zurück und wird hier wieder aufgebaut werden - das Grundstück dafür wird noch gesucht.

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