Die Werther Brücke muss entgegen erster Planungen rasch und von Grund auf saniert werden. Der Stadt fehlt das Geld. Jetzt wird geklärt, ob das Denkmal an der Wupper überhaupt erhalten werden kann.

Zukunft ungewiss: Die Werther Brücke am Schwebebahnhof in Barmen weist massive Schäden auf.
Zukunft ungewiss: Die Werther Brücke am Schwebebahnhof in Barmen weist massive Schäden auf.

Zukunft ungewiss: Die Werther Brücke am Schwebebahnhof in Barmen weist massive Schäden auf.

Uwe Schinkel

Zukunft ungewiss: Die Werther Brücke am Schwebebahnhof in Barmen weist massive Schäden auf.

Barmen. An der Werther Brücke sieht es noch schlimmer aus als befürchtet: "Wir setzen alles daran, Bauwerke dieser Art zu retten, wenn das wirtschaftlich noch zu vertreten ist", erklärt Thorsten Warning. Als Teamleiter beim Verkehrsressort der Stadt ist er für konstruktiven Ingenieurbau und damit auch für die Wupperbrücke zuständig, die in Barmen das Stadtbild prägt und unter Denkmalschutz steht. Jetzt zeichnet sich allerdings ab, dass die zu erwartenden Kosten den Rahmen sprengen - und sogar ein Abriss der Werther Brücke droht.

Die zunächst geplante Teilsanierung für 310.000 Euro reicht nicht aus

Wie berichtet, war der Zustand der Wupperbrücke bereits im vergangenen Jahr Thema: Im März und April 2008 ging die Stadt gegenüber der Bezirksvertretung und dem Verkehrsausschuss davon aus, dass eine Teilsanierung der 107 Jahre alten Konstruktion ausreicht, um den Bestand zumindest für die nächsten zwei Jahrzehnte zu sichern. Damals wurden im Haushalt Gesamtbaukosten in Höhe von 310000 Euro einkalkuliert.

Nach einer Brückensonderprüfung wurde jetzt allerdings festgestellt, dass das Denkmal weitaus umfassender auf Vordermann gebracht werden muss - zu weitaus höheren Kosten. Zunächst war geplant, mit der bereits verschobenen Teilsanierung im Frühjahr zu beginnen.

Betroffen sind nach Angaben der Stadt statisch relevante Bauteile in Form von Zugbändern, die unter den markanten Brückenbögen liegen und stark angerostet sind. Wie hoch die zusätzlichen Baukosten wären, wird jetzt erörtert - aber angesichts leerer Kassen droht in absehbarer Zeit ein Abriss und möglicherweise ein Zweckbau als Ersatz. Bis zur Zukunft der Brücke Klarheit herrscht, wird der Verkehr ab Dienstag dort nur noch einspurig geführt - mit einer entsprechend angepassten Ampelschaltung.

Brücken-Gespräche mit ungewissem Ende

"Uns allen würde es sehr leid tun, wenn diese Brücke verschwindet", sagt Warning. Ausschlaggebend seien aber die Finanzen. Bei der im vergangenen Jahr sanierten Dörner Brücke habe man alle Möglichkeiten ausgereizt. Das an der Werther Brücke zu wiederholen, sei angesichts großer Schäden und Kosten kaum zu erwarten. Jetzt führe man mit dem zuständigen Ingenieurbüro Gespräche, um alle Möglichkeiten auszuloten. Mit ungewissem Ende.

Die Werther Brücke in Barmen steht seit Dezember 1996 auf der Denkmalliste der Stadt, wurde 1902 errichtet - und hat mit 107 Jahren sowie angesichts großer Korrosions-Schäden offenbar die Grenze ihrer Lebensdauer erreicht: Rost setzt naturgemäß allen Wupperbrücken in diesem Alter zu und zieht erhebliche Bauarbeiten nach sich.

Besonders brisant in diesem Fall: Gleich nebenan steht die gleichnamige Schwebebahn-Station, die mit Blick auf ihre Umgebung nach historischem Vorbild nachgebaut werden soll - um das Barmer Stadtbild zu bewahren. (mel)

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