Lichtscheid: Beim Agilityturnier müssen Mensch und Tier Geschick im Parcours beweisen.

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Der Australian Shepherd „Barney“ muss sich auf die Kommandos seines Herrchens verlassen.

Der Australian Shepherd „Barney“ muss sich auf die Kommandos seines Herrchens verlassen.

Uwe Schinkel

Der Australian Shepherd „Barney“ muss sich auf die Kommandos seines Herrchens verlassen.

Wuppertal. Laut ist es am Schliemannweg. Bellen, knurren und auch Geschrei sind hier an diesem Freitag und Samstag aber ganz normal. Auf dem Gelände der Hunde-Sport-Freunde Bergisch Land haben sich Hunde und Herrchen zum Agilityturnier getroffen.

Rund 100 Teilnehmer sind aus weiten Teilen Nordrhein-Westfalens und sogar aus Leipzig angereist, um mit viel Tempo durch den aufgestellten Parcours zu laufen. Doch nicht nur Geschwindigkeit ist hier gefragt. Geschick und ein gutes Zusammenspiel von Herr und Hund sind für einen Platz auf dem Treppchen erforderlich.

"Es dauert ungefähr ein Jahr, bis man den Sport beherrscht."

Dietmar Pantel, Vorsitzender der Hundesportfreunde

Diejenigen Hunde, die nicht in Kürze starten müssen, liegen in kleinen Zelten rund um die Turnierfläche und ruhen sich aus. Wer aber - egal ob Zwei- oder Vierbeiner - noch fit genug ist, trainiert weiter oder geht spazieren. Mancher Hund bellt einfach mit seinen Artgnossen die Wette. Ruhe kehrt für die Halter während des Turniers nicht ein. Sie versorgen ihre Lieblinge, schauen anderen Teilnehmern zu, vergleichen die Techniken.

Den Parcours kennen die Hunde vor dem Lauf nicht. Bei einer Geschwindigkeit von drei bis fünf Metern pro Sekunde, müssen sie ihrem Herrchen vertrauen, der mit Handzeichen und Rufen zu verstehen gibt, welche Hürde als nächstes zu nehmen ist.

Agility ist aber nicht nur Sport für den Hund, sondern fordert auch die Besitzer. In Sportbekleidung jagen sie über den Platz und versuchen, die Kommandos in Bestzeit zu vermitteln. Hürden, die verweigert werden, bringen Fehlerpunkte. Die falsche Reihenfolge führt zur Disqualifikation. Die Regeln sind dem Reitsport entnommen.

Agility kommt aus England und wird seit den 1980er Jahren als Sportart betrieben. Was anfangs nur als Unterhaltung auf Hundeshows zu sehen war, entwickelte sich nach und nach zu Wettkämpfen. In Afrika werden die Meisterschaften regelmäßig im Fernsehen übertragen.

Agility stärkt auch die Bindung von Mensch und Tier. "Das Training erfordert viel Disziplin. Es dauert ungefähr ein Jahr, bei zwei Trainingseinheiten die Woche, bis man den Sport in etwa beherrscht," sagt der Vereinsvorsitzende Dietmar Pantel.

Für Agility besonders geeignet sind Border Collies. Diese Rasse ist auch beim Turnier am Schliemannweg deutlich in der Überzahl. Am Ende gibt es 27 Treppchen-Platzierungen, aufgeteilt in drei Kategorien, für je drei Körpergrößen. Pokale gibt es keine - stattdessen wird ein Teil des Startgelds für den Vier-Pfoten-Tisch gespendet.

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