Kaum aus der Haft entlassen, soll ein 19-Jähriger einen Schüler bestohlen haben. Jetzt steht er mit einem Komplizen vor Gericht.

Der Raub soll beim Halt einer S-Bahn am Bahnhof Barmen geschehen sein.
Der Raub soll beim Halt einer S-Bahn am Bahnhof Barmen geschehen sein.

Der Raub soll beim Halt einer S-Bahn am Bahnhof Barmen geschehen sein.

Kurt Keil

Der Raub soll beim Halt einer S-Bahn am Bahnhof Barmen geschehen sein.

Barmen. Nur zwei Wochen zuvor war er aus einer elftmonatigen Haftstrafe entlassen worden - und schon machte sich ein 19-Jähriger aus Wuppertal erneut strafbar. Einem 16-Jährigen soll er am Bahnhof Barmen sein Handy "abgezogen" haben. Der Grund: Er wollte "auf dicke Hose machen". Dafür muss sich der 19-Jährige jetzt vor dem Landgericht zusammen mit einem 22 Jahre alten Mittäter wegen schwerer räuberischer Erpressung verantworten. Laut Staatsanwaltschaft haben die beiden Angeklagten am 5. Februar 2008 einem 16-Jährigen sein Handy im Wert von rund 200 Euro abgenommen und ihn mit einem Messer bedroht.

"Ich höre nur auf Allah."

Angeklagter (22) zum Richter

Gleich zu Beginn der Verhandlung legte der 19 Jahre alte Abend-Realschüler, gegen den noch eine weitere Anklage wegen Drogenhandels erhoben wurde, ein Geständnis ab. Demnach habe er am Rosenmontag 2008 zusammen mit seinem Kumpel eine Flasche Wodka geleert und sei dann mit ihm in die Düsseldorfer Altstadt gefahren, um Karneval zu feiern. Gegen 2.30 Uhr habe man die Rückfahrt mit der S-Bahn nach Wuppertal antreten wollen. Während der Wartezeit am Düsseldorfer Bahnhof sei der 19-Jährige dann in Kontakt mit dem 16 Jahre alten Schüler aus Dortmund gekommen. Um ihn zu beeindrucken, habe er ihm seinen Entlassungsbescheid gezeigt, später auch mit einer Pistole geprahlt, die er angeblich dabei habe.

Man habe sich gut verstanden, was auch der heute 17-Jährige dem Gericht bestätigte. Als im Zug später jedoch der 22-jährige Kumpel dazu kam, der nach Aussage des 17-Jährigen mit einem Messer herumspielte, und der 19-Jährige einem Fahrgast aus nichtigem Anlass eine Kopfnuss gegeben habe, sei es ihm "zu seltsam" geworden. Daraufhin er habe das Abteil gewechselt. Doch der 19-Jährige setzte sich wieder zu ihm.

Unter dem Vorwand, seine Nummer in das Handy des 16-Jährigen tippen zu wollen, nahm er es ihm ab. Als der Zug im Bahnhof Barmen hielt, sei er dann samt Handy ausgestiegen. Als der 16-Jährige protestierend hinter ihm her gelaufen sei, habe der 22-Jährige ihm gedroht. "Komm doch" und "ich stech dich ab" soll er gerufen haben.

Der 22 Jahre alte Angeklagte hat die Vorwürfe vor Gericht weitehend bestätigt. Ein Messer jedoch habe er nach eigener Aussage nicht gehabt. Auch bei der späteren Festnahme wurde keines sichergestellt. Mit seiner gut einstündigen Verspätung zum Verhandlungstermin hatte er gleich den Zorn des Richters auf sich gezogen. Nach dessen Zurechtweisung legte sich der 22-Jährige weiter mit ihm an: "Wer bist Du? Du hast mir gar nichts zu sagen. Ich höre nur auf Allah." Der Prozess wird fortgesetzt.

In der Verhandlung sitzt auch ein Psychologe, der über die beiden Angeklagten ein Gutachten erstellt. Nach den "Allah"-Ausrufen berichtete er dem Gericht, dass bei dem 22-Jährigen eine Psychose vorliege. So habe er Wahnvorstellungen und höre Stimmen.

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