Die Langerfelderin Bettina Rosky fertigt Miniaturpflanzen für Modellanlagen.

Bettina Rosky hat sich für die Motive aus der Natur entschieden, da sie eine Naturliebhaberin ist.
Bettina Rosky hat sich für die Motive aus der Natur entschieden, da sie eine Naturliebhaberin ist.

Bettina Rosky hat sich für die Motive aus der Natur entschieden, da sie eine Naturliebhaberin ist.

Stefan Fries

Bettina Rosky hat sich für die Motive aus der Natur entschieden, da sie eine Naturliebhaberin ist.

Langerfeld. Wer den Ausdruck „Minibäume“ hört, denkt in der Regel zuerst an Bonsais. Doch die Bäume in Bettinas Baumschule sind noch kleiner. Sie messen nur wenige Zentimeter und haben den Maßstab 1:87. Experten nennen die Größe H0. Insbesondere die Liebhaber von Modelleisenbahnen sind es denn auch, die sich für Bettina Roskys Minibäume interessieren. Dabei hatte sie diese zunächst nur aus einer Laune heraus angefertigt.

„Es fing damit an, dass ich eine Miniaturküche für meine Tochter gebaut habe“, berichtet die Langerfelderin. Im winzigen Kühlschrank habe sie Geld versteckt – für die echte neue Küche der Tochter. „Alle waren total begeistert und fanden die kleine Küche süß“, erinnert sich Bettina Rosky. Das habe sie motiviert, noch Anderes im Miniformat herzustellen. Als Naturliebhaberin habe sie sich für Motive aus der Natur entschieden. „Zuerst habe ich ein Diorama mit einer Landschaft gestaltet, wie sie auf Mallorca vorkommen könnte – wobei es diese Landschaft so wahrscheinlich nicht gibt“, vermutet die Wuppertalerin, die mit ihrem Mann mehrmals im Jahr zum Wandern auf die Baleareninsel fliegt. Gebirge, Tiere, Wanderwege und Pflanzen entstanden auf der etwa 30 mal 30 Zentimeter großen Fläche. Das Ziel: Alles sollte möglichst natürlich wirken. Doch besonders die Herstellung der Bäume gestaltete sich als schwierig, denn Bettina Rosky hatte hohe Ansprüche an die Materialien und die Farben. „Vieles, was man im Modellbauladen kaufen kann, sieht so künstlich aus“, meint die 54-Jährige. Also habe sie begonnen, Stämme, Moose, Rinden und Blätter selbst herzustellen, den Baum quasi großzuziehen in ihrer Baumschule. Bettina Rosky hatte ein neues Hobby gefunden.

Die Entstehung eines Minibaums

Die Entstehung eines H0-Bäumchen dauert im besten Fall fünf Stunden, kann aber auch das Werk mehrerer Tage Arbeit sein. Aus Draht stellt die kreative Langerfelderin zunächst ein Grundgerüst für den Baum her. Den Rohling beklebt sie mit Vogelsand. Dann trägt sie Spachtelmasse auf. „Anschließend bringe ich ein dunkles Washing mit Acrylfarbe auf. Der nächste Schritt ist Drybrush oder Granieren, um Struktur zu erreichen“, erklärt sie. Das Ergebnis ist verblüffend: Der Stamm sieht fast wie echt aus. Damit das beim kompletten Baum so bleibt, legt Bettina Rosky viel Wert auf Materialien aus der Natur, um die Belaubung herzustellen. „Dies hier ist zum Beispiel pürierter Schwamm“, berichtet die Kunsthandwerkerin und deutet auf die Laubpracht eines Minibaums. „Da kommt mein Smoothie-Maker zum Einsatz.“ Damit das Ganze Kontrast erhalte, komme zum Schluss getrocknete Petersilie zum Einsatz. Auch Thymian eigne sich gut als Laubersatz.

Inzwischen hat Bettina Rosky so viele Bäume und Sträucher hergestellt, dass kein Platz mehr in der Küche für sie war. Selbst der Kauf einer Vitrine brachte keine Abhilfe. Nun lagern die guten Stücke in Kartons. Doch zuvor stellt die „Baumschullehrerin“ Fotos ins Internet. „Ich bin nun im Märklin-Forum und die meist männlichen Eisenbahn-Freunde dort freuen sich, dass auch mal eine Frau beim Modellbau mitmacht“, hat die Langerfelderin erfahren. Ebenso hat sie herausgefunden, dass es in Deutschland nur zwei kunsthandwerkliche Hersteller für Minibäume gibt. In Nordrhein-Westfalen scheint sie nach ihren Recherchen die einzige Künstlerin dieser Art zu sein. Deshalb stellt die Wuppertalerin am Sonntag ihre Kunstwerke erstmals bei einer Messe für Modellbau aus und hofft, mit ihren Minibäumen vielen Eisenbahnfreunden eine Freude zu machen.

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