Die Wasserqualität der Wupper hat sich so verbessert, dass sie den Tieren wieder einen Lebensraum bietet.

So klein sind die flussreifen Fische.
So klein sind die flussreifen Fische.

So klein sind die flussreifen Fische.

Philipp Möbus setzt kleine Lachse an geeigneten Stellen in der Wupper aus.

Bild 1 von 2

So klein sind die flussreifen Fische.

Barmen. Lachse oder Meerforellen waren durch die starke Verschmutzung der Wupper lange Zeit nicht mehr zu sehen. Inzwischen hat sich die Qualität des Gewässers so verbessert, dass die Fische wieder gute Lebensbedingungen vorfinden. Helmut Wuttke, Fischereiberater der Stadt Wuppertal und Vorsitzender der Bergischen Fischereivereins berichtet, wie Angler die Population der Wanderfische unterstützen.

Lachse und auch Meerforellen zählen zu den Wanderfischen. „Als Wanderfische bezeichnet man diejenigen Fische, die ihren Lebenszyklus über mehrere Systeme verteilt vollenden. Diese Tiere legen ihre Eier (laichen) im Süßwasser ab und verbringen ihre Jungfischphase, also die ersten zwei bis drei Jahre, in der Wupper“, erklärt Wuttke. Von dort aus schwimmen die Fische ins Meer. Aale, Lachse und Meerforellen kommen sogar bis nach Skandinavien. Zur Eiablage im Herbst schwimmen die Wasserbewohner vom Meer gegen den Strom in die Gebiete zurück, in denen sie aufgewachsen sind.

Die Wupper bietet den Tieren durch die erhöhte Wasserqualität und die verbesserte Durchgängigkeit wieder gute Bedingungen. Von allein kehren die Fische allerdings nicht zurück, sondern sie benötigen dabei Unterstützung. Vereine wie der Bergische Fischerei-Verein setzen in Bruthäusern herangezogene „Brütlinge“ in der Wupper aus. Wuttke: „Seit 1993 setzen wir jährlich kleine Lachse und Meerforellen ins System.“ Zuvor werden die Eier an Durchgangspunkten wie dem Fischaufstieg Buchenhofen in Sonnborn von lebend gefangenen Lachsen abgestreift. „Wir arbeiten mit einem Fischfanggerät mit Gleichstrom, das die Lachse nur betäubt. Im Anschluss werden die Fische dann wieder freigelassen“, erklärt Wuttke. „Im Bruthaus erbrüten wir die Eier dieser Fische in speziellen Behältern. Ausgesetzt werden sie, wenn der sogenannte Dottersack aufgezehrt ist. Erst dann nehmen die jungen Lachse eigenständig Nahrung auf.“

In die Wupper kommen die Tiere in besonderen Abschnitten, die optimale Bedingungen für den Start in ein selbstständiges Leben bieten. Später werden Befischungen zur Erfolgskontrolle durchgeführt, um zu sehen, wie viele der Brütlinge zum Laichen in die Wupper zurückkommen. Nur wenige Exemplare schaffen den Weg zurück, so dass die Fische auch weiterhin Unterstützung benötigen. „Inzwischen sind Lachse und Meerforellen aber wieder natürlich in der Wupper zu finden“, sagt Helmut Wuttke.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer