Holz für die Bohlen im Boden ist mit Rissen durchzogen. Ein fünf- bis sechswöchiger Test soll nun zeigen, ob die Qualität dennoch ausreicht.

Holz für die Bohlen im Boden ist mit Rissen durchzogen. Ein fünf- bis sechswöchiger Test soll nun zeigen, ob die Qualität dennoch ausreicht.
Vier von fünf Arbeitsschritten an der Adlerbrücke sind bereits abgeschlossen. Ursprünglich sollte die Brücke im Mai fertig sein. Archiv

Vier von fünf Arbeitsschritten an der Adlerbrücke sind bereits abgeschlossen. Ursprünglich sollte die Brücke im Mai fertig sein. Archiv

Anna Schwartz

Vier von fünf Arbeitsschritten an der Adlerbrücke sind bereits abgeschlossen. Ursprünglich sollte die Brücke im Mai fertig sein. Archiv

Unterbarmen. Die Adlerbrücke kommt – aber mit Verspätung. Den angepeilten Eröffnungstermin im Mai wird die Stadt nicht einhalten können, wie Bernd Osthoff, Büroleiter im Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr und Umwelt, am Donnerstag im Verkehrsausschuss vortrug. Von fünf Arbeitsschritten seien vier abgeschlossen. Jetzt müssten eigentlich nur noch die Bohlen für den Boden eingesetzt werden, doch auf der Zielgeraden der Sanierung hat sich eine Hürde aufgetan: Laut Stadt entspreche das gelieferte Holz nicht den Anforderungen.

„Das Holz ist mit Rissen durchzogen“, erklärte Osthoff. Das könne Auswirkungen auf die Haltbarkeit haben. Für die Lieferung sei die betreffende Firma verantwortlich und garantiepflichtig.

Das bedeutet, die Stadt könne auf einen Austausch bestehen. Das Problem: Dann dauert die Fertigstellung der Brücke noch viel länger. Denn das Holz, das für die denkmalgerechte Sanierung des Bauwerks verwendet wird, „ist keine Meterware“, wie Baudezernent Frank Meyer betonte und sei nicht so einfach auf dem Markt zu bekommen. Deshalb habe man frühzeitig bestellt. Bei einer neuen Fuhre rechnet die Stadt mit Lieferzeiten von mindestens einem halben Jahr.

„Man muss bedenken, dass vor ein paar Jahren gar nicht sicher war, dass die Brücke überhaupt noch zu retten ist.“

Anja Liebert, Grüne

Deshalb habe man sich zu einem Test entschlossen, so Osthoff. Auf der Brücke sei eine „Probestrecke“ Bohlen verlegt worden. Nach fünf bis sechs Wochen soll geschaut werden, „wie das Holz sich verhält“. Liegt es gut, also ohne Spannungen und ähnliche Probleme, würde die ganze Brücke mit den Bohlen belegt und sie könnte in gut acht Wochen eröffnet werden. Im schlimmsten Fall sind nach dem Testlauf aber schon Schäden zu erkennen. „Dann müssen wir komplett austauschen“, sagte Osthoff. „Und hätten“, so Meyer, „ein halbes Jahr lang eine fertige Brücke ohne Boden.“

Der Förderverein IG Adlerbrücke will wieder zwei Metall-Adler aufstellen, die früher schon dem Bauwerk seinen Namen gaben. Sie sollen auf zwei Pfeilern auf der südlichen Seite (zur B 7 hin) sitzen und ein Tor zur Brücke bilden. Die Stadt wird nur für die Fundamente der Pfeiler sorgen, den Rest übernimmt der Förderverein.

Wer spenden möchte, kann dies auch über das Online-Spendenportal „Gut für Wuppertal“ tun. Mehr Infos unter:
www.gut-fuer-wuppertal.de/projects/37535

Weitere Informationen zum Förderverein Adlerbrücke und der Arbeit von Manfred Bröcker gibt es unter Telefon 5287150, per E-Mail an manfredbroecker1@web.de oder im Internet auf der Seite des Fördervereins:
www.adlerbruecke-wuppertal.de

Skeptisch war Hans-Jörg Herhausen (CDU), ob die relativ kurze Testphase ausreiche, „um dann zu sagen, wir gehen das Risiko ein“. Ihm wären auch fünf, sechs Monate lieber, betonte Meyer. Aber man müsse jetzt abwarten. Die Stadt ärgere sich natürlich über die erneute Verzögerung. Ursprünglich sollte die Brücke Ende 2016 schon wieder begehbar sein.

Die neue Nachricht sei „bedauerlich“, fand Anja Liebert (Grüne). Allerdings müsse man immer daran denken, „dass vor ein paar Jahren gar nicht sicher war, dass die Brücke überhaupt noch zu retten ist“. Auf diesen Umstand verwies auch Frank Meyer. Nur dank großzügiger Fördermittel unter anderem vom Bund sei es möglich, „dass wir bald wieder über die Brücke gehen können“.

Für den Erhalt der Brücke hat auch seit Jahren Manfred Bröcker gekämpft. Auch wenn sie aus verkehrlicher Sicht vielleicht nicht notwendig sei, stelle die Brücke doch einen architektonischen Schatz dar. „Dieses Kleinod steht Wuppertal sehr gut“, erklärte der 79-Jährige, der sich parallel zu den Arbeiten der Stadt um die Rekonstruktion der Adler kümmert (siehe Kasten).

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