Ursula und Günter Baudach lernten sich auf dem Schützenfest kennen.

Der Zufall führte Ursula und Günter Baudach vor 60 Jahren zusammen.
Die Ausgabe des Generalanzeigers vom Hochzeitstag hat das Ehepaar Baudach aufbewahrt.

Die Ausgabe des Generalanzeigers vom Hochzeitstag hat das Ehepaar Baudach aufbewahrt.

Stefan Fries

Die Ausgabe des Generalanzeigers vom Hochzeitstag hat das Ehepaar Baudach aufbewahrt.

Barmen. „Eine halbe Drehung hat unser ganzes Leben bestimmt“, erzählt Günter Baudach (85), der am Donnerstag zusammen mit seiner Frau Ursula (81) in Barmen am Oberwall diamantene Hochzeit (60 Jahre) feierte.

„Mein Freund und ich waren 1955 in Vohwinkel auf dem Schützenfest und sahen zwei Mädels miteinander tanzen. Eine Blonde, eine Schwarzhaarige, die es mir besonders angetan hatte. Wir gingen auf die Tanzfläche um abzuklatschen. Gerade als ich klatschte, machten die Damen eine halbe Drehung, und plötzlich hatte ich die Blonde im Arm“, erinnert sich der Senior an die erste Begegnung, der nach anfänglich schweigsamem Tanz noch etliche, lebhaftere folgten.

Nach dem „Missverständnis“ beim Schützenfest gab es am 9. Februar 1957 ein Missgeschick. „Nach der standesamtlichen Hochzeit am Morgen hatte mein Mann die Ringe in eine Serviette gepackt, und als er sie bei der Trauung in Sonnborn herausholte, fiel einer herunter und rollte unter die Bänke“, erzählt die Diamanten-Braut“. „Die halbe Hochzeitsgesellschaft lag auf dem Bauch und suchte, bis unser sechsjähriger Neffe ihn endlich gefunden hatte und Pastor Schlimm uns trauen konnte.“

Turbulenter Auftakt einer harmonischen Verbindung, die unter anderem durch die gemeinsame Liebe zur Musik geprägt wurde. Günter als Akkordeon- und Keyboard-Spieler, Ursula als Gesangs-Virtuosin. So traten der Handwerker und seine in der Textil-Branche tätige Ehefrau auch auf diversen Hochzeiten ehrenamtlich auf. Ein Sohn, eine Tochter, drei Enkel und ein Urenkel bilden die Familie, die am Samstag im größeren Kreis das seltene Ehe-Jubiläum feiern will. Günter, der aus dem schlesischen Mauer (heute Pilwice) stammt und die gebürtige Wuppertalerin Ursula haben ihren erlebnisreichen Lebenslauf in gebundener Form festgehalten, und beim Durchblättern fällt beiden zu nahezu jeder Zeile und jedem Foto eine amüsante, manchmal auch ernste Anekdote ein. fwb

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