„Die Unerbittlichen“ überzeugen bei der Premiere ihres Programms „Big Brother reloaded“ mit ihrer Mimik und Gestik.

„Die Unerbittlichen“ überzeugen bei der Premiere ihres Programms „Big Brother reloaded“ mit ihrer Mimik und Gestik.
„Die Unerbittlichen“ überzeugten altersunabhängig. Foto : Anna Schwartz

„Die Unerbittlichen“ überzeugten altersunabhängig. Foto : Anna Schwartz

„Die Unerbittlichen“ überzeugten altersunabhängig. Foto : Anna Schwartz

Oberbarmen. Auch wenn sich dieser Donald Trump mit seinen „alternativen Fakten“ der Beliebtheit einer Wurzelbehandlung erfreut, für das Kabarett ist er ein Geschenk. Und da machen „Die Unerbittlichen“ vom Carl-Duisberg-Gymnasium keine Ausnahme, wie ihr neues Programm „Big Brother reloaded“ bei seiner Premiere am Freitagabend bewies.

Am 24. Juni, also vor wenigen Tagen, hatte es für den spiritus rector Wolfgang Diepenthal und seine muntere Truppe die ersten Proben gegeben. „Dem folgten am Sonntag, 25. Juni, acht Stunden intensiver Arbeit,“ berichtet Diepenthal. Was dort und bei späteren Zusammenkünften heraus gekommen ist, bereitete den etwa 130 Zuhörern bei der Premiere im nahezu ausverkauften Kabarett-Keller an der Max-Planck-Straße rund zweieinhalb Stunden ungetrübtes Vergnügen. Kesse Lieder, einfühlsam begleitet vom langjährigen Pianisten Jörg Wassermann, freche Texte, vorgetragen praktisch ohne Hänger, und mimische Begabung (hier tat sich die 17-jährige Elisabeth Pielhoff mit erstaunlichem Variantenreichtum besonders hervor) sorgten für fröhliche und dabei anspruchsvolle Unterhaltung. Dass die 14 Aktiven auf der Bühne und ihr Mentor und Regisseur Wolfgang Diepenthal – er hatte kurzfristig zwei Ausfälle im Ensemble zu beklagen und musste selbst einspringen – auch ihren Spaß am Auftritt hatten, war offensichtlich. Auch, wenn sich die Schüler mit dem Pilotprojekt „Die Zeitung, das unbekannte Wesen“ selbst auf die Schippe nahmen. Als sie sich nämlich unter der fürsorglichen Anleitung von Lehrerin Frau Knispelbeck (Elisabeth Pielhoff) zaghaft dem WZ-Generalanzeiger näherten und die Smartphone-User das Umblättern erst erlernen mussten.

Jungkabarettisten nehmen die Politik aufs Korn

„Heißt das Generalanzeiger, weil da täglich Generäle angezeigt werden?“ lautete eine Frage, der man vor dem Fakten-Check auf den Grund ging. Ein dankbares Thema auch „Schulz, Martin“ (nach dem St.-Martin-Lied), dessen Stern schon wieder mächtig verblasst, natürlich „Angie“ Merkel und Horst Seehofer, die mit Wiedererkennungswert darzustellen, für die 16 bis 19-jährigen Schüler natürlich kaum möglich ist.

Aber da gibt es natürlich auch noch einige lokale Themen wie die unsägliche Sommerpause der DB. „Es fährt kein Zug nach Wuppertal“ klagte Judith Neubauer herzerweichend. Oder herrlichen Nonsens wie die Gefahren des Schwertschluckens, eindrucksvoll demonstriert von dem erst zehn Jahre alten Jungtalent Felix Diepenthal, dem Enkel des Kabarett-Herbergsvaters.

Beide traten gemeinsam auf den Plan, als genervter Interviewer (Felix) und Herr Doktor Globulitzki, der über die Scharpenacker Bachblütentherapie salbaderte und unter anderem in endlosen Tiraden nachwies, dass in Mettberg bei Herzkamp zur Zeit der Völkerwanderung ein Schnellimbiss für die Vorbeieilenden gestanden habe. Während Herzkamp selbst auf ein spätmittelalterliches Zentrum für Kardiologie hinweise.

Die Vorstellung des Trumpschen Kabinetts (laut New York Times die peinlichste Veranstaltung aller Zeiten) nahmen sich die Unerbittlichen zum Vorbild, als die Mitglieder einzeln die Bühne enterten und wie Donalds Vasallen überschwänglich die Gnade bejubelten, hier auftreten zu dürfen.

Zum Abschluss der unerbittliche Ruf: „Make CDG great again“. Das ist glänzend gelungen…

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