Nächstebrecker fordern für das geplante Gewerbegebiet Flüsterasphalt. Bürogebäude sollen nur 50 Prozent der Bebauung ausmachen.

Nächstebrecker fordern für das geplante Gewerbegebiet Flüsterasphalt. Bürogebäude sollen nur 50 Prozent der Bebauung ausmachen.
Den rot markierten Bereich will die Stadt als Gewerbegebiet ausweisen. Der Bürgerverein Nächstebreck will dazu aber einige Forderungen stellen, um eine „Fabrikhallenschlucht“ zu verhindern.

Den rot markierten Bereich will die Stadt als Gewerbegebiet ausweisen. Der Bürgerverein Nächstebreck will dazu aber einige Forderungen stellen, um eine „Fabrikhallenschlucht“ zu verhindern.

Stadt Wuppertal

Den rot markierten Bereich will die Stadt als Gewerbegebiet ausweisen. Der Bürgerverein Nächstebreck will dazu aber einige Forderungen stellen, um eine „Fabrikhallenschlucht“ zu verhindern.

Nächstebreck. Ein Thema bestimmte die Hauptversammlung des Nächstebrecker Bürgervereins am Montagabend im voll besetzten Veranstaltungssaal der „Neuen Welt“ – die „Gebietsentwicklung östlich der Nächstebrecker Straße“. Einer Fläche von zehn bis zwölf Hektar, die laut Ratsbeschlüssen von 2011, 2012 und 2017 bis zum Naturschutzgebiet „Im Dicker Hain“ im Osten und zur Bramdelle im Süden zum Gewerbe- und Industriegebiet umfunktioniert werden soll.

„Das heißt im Klartext, dass die grünen Wiesen links und rechts des Fußweges vom Hölken bis zum Naturschutzgebiet der Gewerbeansiedlung geopfert werden sollen“, erklärte Hermann-Josef Richter, der Vorsitzende des Nächstebrecker Bürgervereins, den sichtlich empörten Zuhörern und fügte hinzu: „Den Wald und das Dolinengebiet können wir dann nur durch zwölf Meter hohe Fabrikhallenschluchten erreichen.“

Für die Nächstebrecker ein Horror-Szenario, das laut Richter nur den Zweck hat, die der Stadt gehörenden Grundstücke auf dem früher als Ostfriedhof geplanten Gebiet „zu versilbern“.

Das hat die Nächstebrecker natürlich nicht ruhen lassen, und Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) sowie der Landesregierung in Düsseldorf wurden bereits Listen mit 6000 Unterschriften übergeben, mit denen gegen das Vorhaben protestiert wird.

„Wir sind zu Kompromissen bereit“, so Richter, der eine Bebauung der Gesamtfläche von maximal 50 Prozent ins Gespräch bringt, Lärmschutz in Gestalt von „Flüsterasphalt“ für den Hölken fordert und eine Garantie verlangt, dass die zukünftige Gebäudehöhe einen freien Blick von der Nordbahntrasse über die Dächer in die Landschaft garantiert. Außerdem soll die vorhandene Fußwegverbindung zwischen der Straße „Im Hölken“ und dem Naturschutzgebiet in der Breite von zwei Fußballfeldern als Grünstreifen mit Bepflanzungspflicht erhalten bleiben.

Verein plant Bürgerbegehren, falls Forderungen nicht erfüllt werden

„Sollten diese Forderungen nicht erfüllt werden, sehe ich keine andere Möglichkeit als bis zur Sommerpause ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen“, erklärte Richter der Versammlung und bat um deren Zustimmung zu entsprechenden Verhandlungen mit der Stadt. Die Zustimmung erfolgte einstimmig.

Positiver wurde von den Vereinsmitgliedern die Nachricht von Gunther Wölfges, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, aufgenommen. Der verkündete, dass die Nächstebrecker Filiale des Geldinstituts – wie auch alle anderen 35 Niederlassungen in Wuppertal – erhalten bleiben. Neuigkeiten, die bei den 127 Mitgliedern (von 300) auf positiven Widerhall stießen. Ebenso wie der Amtsübergang des bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Reinhold Rothstein auf Thomas Hüsemann und die einstimmigen Wahlen von Winfried Lutz zum ersten und Patrick Mertins zum zweiten Schriftführer oder der tadelsfreie Kassenbericht der aus Altersgründen ausscheidenden Gisela Hüsemann, deren Aufgaben zukünftig Klaus Rollenbeck übernimmt.

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