Einstudierte Tänze, Gesang und andere Kunstszenen dürfen die Besucher am Wochenende in Heckinghausen erwarten.

Einstudierte Tänze, Gesang und andere Kunstszenen dürfen die Besucher am Wochenende in Heckinghausen erwarten.
Beim Bleicherfest wird es wieder voll in Heckinghausen. Archiv

Beim Bleicherfest wird es wieder voll in Heckinghausen. Archiv

Andreas Fischer

Beim Bleicherfest wird es wieder voll in Heckinghausen. Archiv

Heckinghausen. Der Besuch des Bleicherfests gehört für viele Heckinghauser und auch für einige von außerhalb zum Standardprogramm. Doch was für alle neu sein dürfte, sind Künstler, die während des traditionellen Festes durch die Straßen ziehen, tanzen, singen und Theaterszenen aufführen. Etwa 50 bis 60 Laien proben unter professioneller Anleitung an den Wochenenden vor dem Heckinghauser Heimatfest fleißig und erarbeiten eine Darbietung.

Nationalität, Alter und Erfahrung spielen dabei keine Rolle. Wer Lust hatte, konnte sich den Workshops von Arrival City einfach anschließen und mitmachen. „Es geht darum, im Stadtteil zusammen zu kommen. In Heckinghausen passiert gerade unheimlich viel, deshalb möchten wir einen Austausch ermöglichen“, sagt Dagmar Beilmann. Sie leitet das Projekt, das unter dem Motto „Ankommen“ steht. „Wir überlegen uns bei der Erarbeitung der Performance, was man braucht, um anzukommen.“ Das sei in einem Stadtteil wie Heckinghausen besonders wichtig, weil dort so viele Menschen aus verschiedenen Nationen wohnen, die Mischung aber auch sehr stark ist, weil viele alt eingesessene Menschen dort leben, betont die Projektleiterin.

Den Tanzworkshop auf dem Spielplatz am Heckinghauser Stadtteiltreff leitet Paul White, Tänzer und Choreograph ehemals vom Tanztheater Wuppertal. Er hat seinen Teilnehmern eine Hausaufgabe gegeben: Sie sollten sich eine Szene aus ihrem Leben überlegen und sie darstellen. Die Teilnehmer haben keine Scheu. Ganz emotional tanzen sie ihre eigene Choreographie vor der gesamten Gruppe. Eine jüngere Teilnehmerin erzählt sogar ganz privat ihre Lebensgeschichte, in der Gewalt und Streit immer eine große Rolle spielten. „Das habe ich versucht durch meinen Tanz auszudrücken“, sagt sie.

Die jüngsten der Teilnehmer sind gerade einmal sechs Jahre alt

Paul White ist ganz begeistert von der Truppe: „Es ist eine gute Gruppe. Die Leute sind sehr offen und haben schon mehrmals in Workshops mitgemacht.“ So zum Beispiel Ulrike Böttcher, die älteste Teilnehmerin im Tanzworkshop. „Ich tanze schon seit ein paar Jahren“, sagt sie. Doch das Tanzen unter freiem Himmel sei für sie neu, genau wie das Tanzen mit Kindern. „Manche Themen sind generationenunabhängig. Wie zum Beispiel Gleichheit. Ich glaube, jeder Mensch ist von den Gefühlen her gleich“, meint die Teilnehmerin.

Die jüngsten Teilnehmer sind Lukas und Anna, beide sechs Jahre alt. „Wir haben gestern schon zugeguckt und fanden das super. Deswegen wollten wir heute unbedingt mitmachen“, sagt Anna.

Nächste Woche werden alle drei Workshops zusammen geführt. Beim Bleicherfest geht es dann an der Rittershauserbrücke mit Gesang vom Chor los, „dann mischt sich die Performance unter die Leute“, erklärt Dagmar Beilmann. Manche Punkte seien festgelegt, doch das meiste sei Improvisation. Außer der Aufführung gibt es noch einige Mitmach-Aktionen von lebeliebedeinestadt, dem Träger der Workshops, zum Beispiel im Archiv ZweiNullZwei an der Heckinghauser Straße 202.

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