Nager haben der WSW-Anlage an der Adolf-Vorwerk-Straße schwer zugesetzt. Ab September wird sie repariert und gesichert – das kostet zwischen 60000 und 80000 Euro.

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Ungebetene Gäste der Wuppertaler Stadtwerke: eine Bisam-Ratte in Aktion. Solche Tiere sind ins Regenbecken Adolf-Vorwerk-Straße eingezogen.

Ungebetene Gäste der Wuppertaler Stadtwerke: eine Bisam-Ratte in Aktion. Solche Tiere sind ins Regenbecken Adolf-Vorwerk-Straße eingezogen.

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Ungebetene Gäste der Wuppertaler Stadtwerke: eine Bisam-Ratte in Aktion. Solche Tiere sind ins Regenbecken Adolf-Vorwerk-Straße eingezogen.

Barmen. Über Wildschweine, die auch in Wuppertal auf Nahrungs-Suche den Boden regelrecht umpflügen, wurde hinlänglich berichtet. Am Regenrückhalte-Becken (RRB) Adolf-Vorwerk-Straße / Murmelbach haben es die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) im weitesten Sinne auch mit einem Boden-Problem zu tun. Dieses geht allerdings nicht auf das Schwarzwild-Konto, sondern deutet auf fleißige Bisam-Ratten hin, die im RRB diverse Gänge gebaut haben - und auf Dauer dessen Funktion beeinträchtigen könnten.

Wählerisch: Ungebetene WSW-Gäste
bevorzugen die Sonnenseite

Aufmerksam wurde man auf die Nager, als immer wieder Wasser aus dem Becken sickerte und auch zum Weg ins Murmelbachtal entwich. Nach Tests und Recherchen steht jetzt fest: Die Löcher und ausgedehnten Gangsysteme im Becken stammen von Bisam-Ratten, die sich einst vermutlich vom Bachtal aus auf den Weg Richtung Adolf Vorwerk-Straße gemacht haben. Ganz ähnliche Probleme soll es im Raum Leverkusen gegeben haben.

Und in Wuppertal bestätigt sich, dass die Tiere, die ursprünglich aus Nordamerika stammen, bei der Anlage ihrer Tunnel-Systeme strategisch vorgehen und deren Eingänge zum Beispiel dem jeweiligen Wasserstand anpassen. Am RRB Adolf-Vorwerk-Straße bevorzugen die Nager, die mit ihren Vorderpfoten und Zähnen graben, außerdem die wärmere Sonnenseite.

Spezialfolie und Stein-Einfassung soll die
kleinen Tunnelbauer stoppen

Um den Betrieb des Beckens zu sichern - es ist seit 2004 im Einsatz und hat seinerzeit insgesamt gut 2,4 Millionen Euro gekostet - wird es ab September für 60000 bis 80000 Euro wieder auf Vordermann gebracht.

Dabei wird die innere Böschung 40Zentimeter tief abgegraben und das Becken in Zukunft durch eine Spezialfolie und einer inneren Lage aus Stein-Paketen - so genannten Gabionen - geschützt. Den Nagern im Landschaftsschutzgebiet will man - in Abstimmung mit den Behörden - unterdessen mit Fallen zuleibe rücken. Mit einem solchen Problem hatten es die WSW nach eigenen Angaben bislang jedenfalls noch nicht zu tun.

Ihren Ursprung haben die Bisam-Ratten in nordamerikanischen Feuchtregionen. Vieles deutet darauf hin, dass die Tiere zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Jagdreisen zunächst nach Osteuropa mitgebracht wurden.

Von dort aus breiteten sich ausgesetzte Bisam-Ratten nach und nach auf dem europäischen Kontinent aus. Hohe Schäden durch Bisam-Ratten werden unter anderem auch aus Niedersachsen gemeldet.

Bekannt ist unter anderem, dass Bisam-Ratten auch schon großen Damm- und Deich-Anlagen schwer zugesetzt haben , etwa im Elbe- und Odergebiet. Die Tiere sind ausgezeichnete Taucher, sehr gute Schwimmer und bauen für sich und ihren Nachwuchs regelrechte Burgen. Zu den natürlichen Feinden der Ratten gehören unter anderem Füchse, Uhus und Fischotter.

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