Angehende Tischler haben Materialreste verwendet, um eigene Designs zu kreieren. Entstanden sind so Schränke, Regale und Ähnliches.

Ole Wagner hat aus einem Kanister ein Regal gebaut.
Ole Wagner hat aus einem Kanister ein Regal gebaut.

Ole Wagner hat aus einem Kanister ein Regal gebaut.

Stefan Fries

Ole Wagner hat aus einem Kanister ein Regal gebaut.

Unterbarmen. Innovativ sein und aus Resten etwas bauen, was man gebrauchen kann, diesem Thema haben sich jetzt 35 angehende Tischler aus Wuppertal, Solingen und Remscheid gestellt. An den ersten beiden Tagen dieser Woche haben sie in der Berufsschule an der Ritterstraße überlegt und geplant, was sie bauen wollen, an den beiden folgenden Tagen ging es in ihren Betrieben in die Praxis. Unter der Überschrift „Das Beste der Reste“ sind fantasievolle Mini-Möbel entstanden, die gestern Vormittag in der Schule präsentiert wurden.

Eigentlich wollte Ole Wagner (19) etwas aus seinem alten Holzschlitten bauen. „Als ich dann aber in der Garage stand und das Ding aus der Ecke zog, da lief mir eine dicke Spinne über die Hand. Da hatte ich keine Lust mehr“, erzählt der Wuppertaler. Stattdessen fiel sein Blick auf einen alten kaputten Benzinkanister. Den hat er dann an der schmalen Seite aufgetrennt und zu einem pfiffig aussehenden Regal umgebaut.

Nora Eckardt aus Solingen sorgte dann dafür, dass ein alter Holzschlitten, den sie auf dem Sperrmüll gefunden hatte, doch noch zu einem Möbelstück umfunktioniert wurde. Hochkant gestellt und mit einer Lammellentür ausgestattet, wurde auch er zum Regal.

Die Remscheiderin Nadine Jackwitz (18), die in einem Wuppertaler Betrieb arbeitet, hat um ihr kleines, 90 Jahre altes Holzfenster, das einmal in ihrem Zimmer für frische Luft gesorgt hatte, ein Hängeschränkchen gezimmert. Zwei schmale Ablageplatten aus Plexiglas sorgen innen dafür, dass beispielsweise Kosmetikartikel stabil stehen können. „Ich wusste schon ganz früh, dass Tischlerin der richtige Beruf für mich ist“, verrät sie.

Jan Otterbein, der bei der Weltmeisterschaft im Kick-Boxen Dritter geworden war, hat für seine Medaille eine quadratische, aufklappbare Holzpyramide gebaut, die genauso hoch wie breit ist. Auf der Vorderseite hat er seine Medaille eingefräst.

Für die Auszubildende gibt es viel Lob

Die Räume an der Ritterstraße sind eine Zweigstelle des Berufskollegs am Haspel. Dort sind vor allem die Holz-, Metall-, Farb- und Elektrowerkstätten beherbergt. bkhaspel.de

Holzpaletten wurden zu einem Weinregal umfunktioniert: Oben hängen sechs Gläser, darunter liegen Flaschen und in einer kleinen Schublade ist Platz für einen Korkenzieher. Auf einer Holzplatte, die auf vier Füßen steht, wurde ein „Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel aufgemalt. Um Würfel und Spielpüppchen – ebenfalls aus Holz selbst hergestellt – griffbereit zu haben, ist eine Schublade unter die Platte montiert worden. Ein alter Stuhl, von dem man noch das Geflecht sieht, ist zu einem Nachttisch geworden und die Holzbox für die Inline-Skater steht auf den Rollen eines bereits ausrangierten Exemplars.

Berufsschullehrer Dietmar Kunz ist mit dem Ergebnis des Projekts Mini-Möbel sehr zufrieden: „Da ist viel Innovatives entstanden.“ Die Auszubildenden bekommen für ihr Möbelstück eine Note, die erste im beginnenden dritten Lehrjahr. Unter den 35 angehenden Tischlern sind drei Mädchen. „Gesellen werden gesucht, es wird zu wenig ausgebildet“, sagt Dietmar Kurz und weiß, dass viele Betriebsinhaber im Bergischen Städtedreieck nach geeigneten Nachfolgern suchen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer