Anwohner ärgern sich über Hinterlassenschaften von Hunden – und Menschen.

bracken
Ilka Tabois (r.) und Claudia Löser an einer „Toilette“.

Ilka Tabois (r.) und Claudia Löser an einer „Toilette“.

Stefan Fries

Ilka Tabois (r.) und Claudia Löser an einer „Toilette“.

Bracken. Bei Sonnenschein herrscht auf der Nordbahntrasse Hochbetrieb, doch derzeit endet die Strecke aufgrund der Brückenbauarbeiten in Bracken. Dort sind die Anwohner sauer: „Hier wird alles langsam zu einer riegengroßen Toilette“, schimpft Claudia Löser. „In dem Waldstück zwischen Bahnhof Bracken und dem Tunnel findet sich bald kein Baum oder Strauch, der nicht als Toilette benutzt wird.“ Selbst zwischen den Wertstoff-Containern hat sie schon Menschen bei der Verrichtung ihres Geschäfts beobachtet.

Jörg Schmitz, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Bracken, hat seit Fertigstellung der Trasse ebenfalls eine deutliche Verschmutzung der Gegend festgestellt: „Wenn man mit dem Hund geht, liegen im Wald plötzlich wahnsinnig viele Taschentücher herum.“ Ein weiteres Problem sei, dass dort zwar ein Spender für Hundekot-Beutel aufgestellt sei – aber keine Mülleimer dazu. Der Effekt: Jetzt landen eben die Hinterlassenschaften samt Beutel im Gebüsch. „Die Nerven der Anwohner liegen im Moment blank.“ Schmitz hofft jedoch, dass es besser wird, wenn die Brücke Bracken wieder befahrbar ist. Das fehlende Bauteil soll kommende Woche angeliefert werden.

Für Toilettenhäuschen gibt es keine Zuleitungen

Das Problem fehlender Toiletten ist auch den Organisatoren der Wuppertalbewegung bekannt. „Die Überlegungen gibt es schon seit Jahren. Aber selbst wenn ein Träger für ein Toilettenhäuschen Gebühren nehmen würde, wäre das nicht kostendeckend“, erklärt Lutz Eßrich, stellvertretender Vorsitzender der Wuppertal-Bewegung.

Rainer Widmann, Verkehrsplaner der Stadt, hat sich ebenfalls schon intensiv mit der Toilettenfrage auseinandergesetzt. „Das Problem sind die Zu- und Abwasserleitungen“, sagt er. Diese sind natürlich mitten im Grünen nicht vorhanden. Vom Ärger der Anwohner in Bracken hört er zum ersten Mal. Widmann kann sich durchaus vorstellen, an neuralgischen Punkten im Sommer kurzfristig mobile Toiletten aufzustellen.

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