Landwirte, Jäger, Förster und die Stadt beobachten vor allem in Wuppertals Osten eine starke Zunahme der Bestände. Die Tiere richten große Schäden an.

wza_794x1500_430491.jpeg
Wildschweine wühlen immer häufiger in den Städten – wie hier in einer norddeutschen Grünanlage.

Wildschweine wühlen immer häufiger in den Städten – wie hier in einer norddeutschen Grünanlage.

dpa

Wildschweine wühlen immer häufiger in den Städten – wie hier in einer norddeutschen Grünanlage.

Ehrenberg. Dass immer mehr Wildtiere gerade auch in Wuppertal ihr Faible für das Stadtgebiet entdecken und dabei immer häufiger auch in Vorgärten, Parks und Siedlungsgebieten auftauchen, ist seit Jahren ein offenes Geheimnis. Mit großer Sorge beobachten Landwirte jetzt allerdings, dass sich die Schwarzwildbestände massiv vergrößern und dabei gravierende Schäden auch auf Wiesen und Feldern anrichten.

"Eine Rotte Wildschweine ist ohne Weiteres in der Lage, innerhalb kürzester Zeit einen Hektar Grünland umzuwühlen", berichtet Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, auf WZ-Nachfrage. Am Ehrenberg habe man bereits ein "massives Schwarzwild-Problem" - mit entsprechenden Schäden, wenn sich die Wildschweine auf der Suche nach Nahrung erst einmal durch den Boden wühlen. Und die können sich, so Dahlmann, pro Hektar auf bis zu 2500 Euro summieren. Besonders verheerend wirke sich das bei zerstörtem Grünland aus, das dann für eine ganze Vegetationsperiode wegfällt und mit neuem Saatgut versehen werden muss. Auch Maisfelder seien von den "Allesfressern" betroffen.

Laut Dahlmann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich das Problem vom Wuppertaler Osten auch in anderen Stadtteilen zeige. Ausgebreitet haben sich die Wildschweine bereits auch in Remscheid und im Oberbergischen Kreis. Mit den meisten Jägern arbeite man bereits zusammen, um das Problem in den Griff zu bekommen, fügt Dahlmann hinzu. Als Kreisvorsitzender hat der Wuppertaler sich auch bereits an das NRW-Umweltministerium gewandt und auf die gravierenden Schäden hingewiesen.

Bei einer Jagd auf dem Ehrenberg wurden vor wenigen Tagen allein vier Wildschweine erlegt, berichtet Dahlmann weiter - derzeit könne man die Spuren der Tiere im Schnee gut verfolgen. Zudem erschwert der Frost den Wildschweinen die Nahrungssuche im Boden, was sie aus ihren Revieren lockt.

Rekord-Jagdquote im Revier Ehrenberg

Auch die Stadtverwaltung beobachtet einen starken Anstieg der Wildschweinbestände sowohl in Wuppertal als auch im Landesgebiet. "Allein im Jagdrevier Ehrenberg wurden in diesem Jagdjahr schon 19Wildschweine erlegt", berichtet Stadtsprecherin Martina Eckermann auf WZ-Nachfrage. "Das ist ein Rekord. Inzwischen kommen die Wildschweine bis in die bebauten Gebiete und durchwühlen Gärten." Dazu habe man bereits schon einige Beschwerden erhalten. Besonders bitter für die Betroffenen: "Wildschadensersatz gibt es gemäß Landesjagdgesetz nur für Schäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen", so Eckermann hinzu. "Das gilt aber nicht für Gärten, was einige Besitzer schon sehr erbost hat."

Anfang Dezember 2008 sorgten gefräßige Wildschweine auch im Ahrtal für Schlagzeilen: Dort klagten Winzer über große Schäden in ihren Weinbergen. Bei einer Winzergenossenschaft wurde der wirtschaftliche Gesamtschaden auf gut 25 000 Euro beziffert. Und auch im Weinanbaugebiet an der Ahr sollen die Schwarzwild-Bestände jetzt stärker bejagt werden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer