Im zweiten Anlauf soll es für den Verein mit Förderprogramm klappen.

Im zweiten Anlauf soll es für den Verein mit Förderprogramm klappen.
Irgendwann soll dann auch die V 60-Diesellok darüber rollen.

Irgendwann soll dann auch die V 60-Diesellok darüber rollen.

Die Brücke Öhde muss saniert werden

Ulrich Grotstollen (l.), Vorsitzender Wupperschiene, und Armin Barg, Vorsitzender von Wuppertrail, in Beyenburg.

Verein Wupperschiene, Bild 1 von 3

Irgendwann soll dann auch die V 60-Diesellok darüber rollen.

Beyenburg. Beharrlich und zäh wie ein altes Bahngleis: So könnte man den Verein „Wupperschiene“ beschreiben. Theoretisch und wohl auch in ihren Träumen rollen die Hobby-Eisenbahner schon längst von Oberbarmen/Rauental über Beyenburg nach Radevormwald-Wilhelmstal – und wieder zurück, auf den Spuren der Wuppertalbahn (siehe Kasten). Doch immer wieder türmten sich Hindernisse auf. Ulrich Grotstollen, Vorsitzender von Wupperschiene, hält sich mit einer Prognose, wann die Bahn mit Publikum fahren könnte, deshalb lieber zurück. Und doch hat ihn das Fieber gepackt: Das EU-Projekt „Leader“ könnte Wupperschiene einen entscheidenden Anstoß geben.

Grotstollen klingt, wenn er darüber spricht, engagiert und voller Vorfreude. Es könnte etwas werden mit der Wupperschiene in diesem Jahr. Vielleicht. Denn nun bittet Leader zu seiner zweiten Bewerbungsrunde. Neue Chance, neues Glück. „Wir hatten uns bereits beworben, dann aber zurückgezogen“, sagt Grotstollen. Es fehlten wichtige Daten zu den Waggons. Und um sie geht es schließlich.

Im zweiten Anlauf soll es für den Verein mit Förderprogramm klappen.
Irgendwann soll dann auch die V 60-Diesellok darüber rollen.

Irgendwann soll dann auch die V 60-Diesellok darüber rollen.

Die Brücke Öhde muss saniert werden

Ulrich Grotstollen (l.), Vorsitzender Wupperschiene, und Armin Barg, Vorsitzender von Wuppertrail, in Beyenburg.

Wupperschiene, Bild 1 von 3

Die Brücke Öhde muss saniert werden

Zwei hat die Wupperschiene schon. Einen Personenwaggon mit offenen Einstiegen zu zu jeder Seite. „Eiine sogenannte Donnerbüchse, Ein Dritter-Klasse-Wagen“, sagt Grotstollen. „Damals gab es ja noch die Holzklasse.“ Gebraucht hat der Verein ihn in Münster – wo er auch noch immer steht – gekauft, mit Unterstützung der Stadtsparkasse Wuppertal.

NRW-Stiftung gibt Zuschuss für Brückensanierung

Doch dann bewahrheitete sich, was Grotstollen als alter Eisenbahner schon immer wusste: „Alte Waggons sind wie eine Wundertüte. Wenn man die Verkleidung öffnet, entdeckt man Schäden, von denen man vorher nichts ahnte.“ Schäden durch Korrosion, Schäden auch durch unsachgemäße Restaurierung. „Die Schäden sind größer als wir gedacht haben, die Reparaturen aufwendiger.“

Im zweiten Anlauf soll es für den Verein mit Förderprogramm klappen.
Irgendwann soll dann auch die V 60-Diesellok darüber rollen.

Irgendwann soll dann auch die V 60-Diesellok darüber rollen.

Die Brücke Öhde muss saniert werden

Ulrich Grotstollen (l.), Vorsitzender Wupperschiene, und Armin Barg, Vorsitzender von Wuppertrail, in Beyenburg.

Verein, Bild 1 von 3

Ulrich Grotstollen (l.), Vorsitzender Wupperschiene, und Armin Barg, Vorsitzender von Wuppertrail, in Beyenburg.

Das gilt auch für Waggon Nummer Zwei, einen Packwagen aus den 50er Jahren, der ein kleines Sitzabteil mit Tisch und Ofen beinhaltet. Dort nahm einst der Schaffner Platz. „Wir möchten den Wagen so umbauen, dass auch Rollstühle Platz finden“, sagt Grotstollen. Dazu müsste der Durchgang verbreitert werden. „Wir wollen das mit ganz einfachen Mitteln machen“, betont Grotstollen. Und Leader, das EU-Projekt, könnte dabei helfen.

Wupperschiene sammelt Spenden auch über die Webseite „Gut für Wuppertal“, eine Initiative von Sparkasse, WZ und betterplace.org. Das Geld soll in den Waggonpark fließen. www.gut-fuer-wuppertal.de

1886 wurde der erste Streckenabschnitt von Lennep nach Krebsöge eröffnet. 1888/90 wurde die Strecke über Beyenburg bis nach Oberbarmen-Rittershausen erweitert. www.wupperschiene.eu

Ab Ende der 1950er Jahre wurden die ersten Strecken stillgelegt. 1979 war auch für den Personenverkehr zwischen Oberbarmen und Krebsöge Schluss. Zwischen Langerfeld und Beyenburg wurde zuletzt über die Trasse noch die Firma Erfurt beliefert. Ein Hangrutsch dort bedeutete aber 1998 das Aus auch für den Güterverkehr.

Denn das Zugpferd wartet schon. Die V-60-Diesellok. Da klingt Grotstollen richtig stolz: „Sie hat zu Silvester ihren Testlauf bestanden, wurde auf einer Sonderfahrt rund um Köln eingesetzt.“ Die V 60 – derzeit noch im Rheinischen Industriemuseum geparkt – ist also einsatzbereit.

Und auch bei der sanierungsbedürftigen Öhder Brücke naht Abhilfe: „Die NRW-Stiftung bezuschusst uns“, sagt Grotstollen. Es müssen Korrosionsschäden beseitigt und neue Schwellen eingebaut werden. 2013, bei der letzten Sonderfahrt der Bahn auf einem kurzen Stück nach Kemna, war die Brücke noch überquert worden. Danach sperrte ein Prüfer das Bauwerk. 150 000 Euro gibt die NRW-Stiftung jetzt dem Verein. Nicht genug für eine umfassende Sanierung, aber genug, um erstmal den Fahrbetrieb sicherzustellen.

Der Erdrutsch in Höhe der Firma Erfurt bleibt allerdings ein Hindernis. In den 1990er Jahren hatte er das endgültige Aus für die Wuppertalbahn bedeutet und auch dem Museumsbahnbetrieb macht er das Leben schwer. Die rechtliche Baufreigabe ist zwar da, auf die Ausschreibung folgten die Angebote. „Wir haben die Zahlen prüfen lassen“, sagt Grotstolllen. „Sie sind viel zu hoch.“ Es soll einen neuen Anlauf geben, der Ausschreibungskatalog soll verkleinert werden. „Wir müssen sparsam sein“, betont Grotstollen.

Deshalb heißt die Devise für den Verein nach wie vor: viel in Eigenregie zu machen. Das aber werde durch Auflagen immer schwieriger: „Es muss immer mehr ausgewiesene Facharbeit sein“, berichtet Grotstollen, betont aber: „Wir werden uns Stück für Stück die Strecke freikämpfen.“

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