WZ-Mobil: Die Anwohner in Beyenburg wünschen sich mehr Möglichkeiten zum Einkaufen.

Beyenburg. Ruhig und idyllisch ist es in Beyenburg. Für viele der etwa 5500 Einwohner des Stadtteils allerdings zu ruhig in den letzten Jahren. Geschäftsaufgaben und darauf folgende Leerstände sind hier meist die Regel. Die Anwohner sind verärgert. Sie wollen mehr Möglichkeiten zum täglichen Einkauf. Vor allem die Älteren haben hier das Nachsehen.

Francesca Guttaino etwa wünscht sich einen Discounter: "Der hätte eine große Auswahl und die Preise sind gut." Sofort regt sich die Stimmung in der kleinen Gruppe vor der Klosterkirche. "Die wollen doch nicht", "die brauchen viel mehr Platz"und "die haben kein Interesse an so einem kleinen Ort", raunt es über die Straße. Bardo Reinke hat als Kind noch sein Naschwerk in den kleinen Lädchen in Beyenburgs Zentrum gekauft. Jetzt ärgert er sich über den Staat und den Umgang von Großunternehmen und der Lebensmittelbranche kleineren Regionen gegenüber.

Da erinnern sich alle lieber wieder an bessere Zeiten, als es noch Supermärkte, Metzger und andere kleineren Geschäfte an jeder Ecke in Beyenburg gab. "Da waren die Busverbindungen noch in Ordnung. Die Busse fahren immer seltener zu uns", sagt Margot Beckmann.

Christa Burre kann die ganze Aufregung nicht verstehen: "Es gibt hier einen sehr guten Lebensmittelladen, aber die Leute nutzen das Angebot nicht." Irmtraut Becker pflichtet ihr bei: "Man kann alles bekommen. Was nicht da ist, wird bis zum nächsten Tag beschafft und auch nach Hause geliefert." Dass dieser Service seinen Preis hat, ist auch Beckmann bewusst. Sie versteht nicht, warum die Anwohner den Laden meiden: "Bei zehn Cent Differenz lohnt es sich doch nicht in die Innenstädte zu fahren.Burre sieht die Problematik an anderer Stelle: "Die Berufstätigen können auf dem Weg nach Hause in der Stadt meist günstiger Einkaufen. So eine Gelegenheit haben die Älteren nicht."

Der Wunsch nach einem Discounter ist groß

Was die Befragten an diesem Tag besonders stört: "Alle motzen und wollen was geändert haben und kaum jemand ist hergekommen um sich Gehör zu verschaffen," sind sich die Anwohner einig. Elvira Kloß ist aus Haßlinghausen angereist. Aber auch dort ist die Situation ähnlich: "Es ist noch immer besser als in Beyenburg, aber trotzdem schon sehr trostlos und die Einkaufsmöglichkeiten sind nicht wirklich gegeben."

"Die Läden in Beyenburg brauchen mehr Zulauf. So schlecht wie alle sagen, ist es hier nicht."

"Die alten Geschäfte gehen alle kaputt, aber Discounter müssen es doch auch nicht immer sein."

"Die Händler sind alle auf Profit aus. Die brauchen keinen Laden in einer Ecke, wo wenige Leute leben."

Jochen Kemmerich sucht nach Lösungsvorschlägen: "Eine Einkaufsgesellschaft würde Sprit sparen, die Preise niedrig halten und die Anwohner glücklich machen." Wie das aussehen soll? "Die Anwohner arbeiten ehrenamtlich in einem kleinen Laden, den sie auch selbst beliefern und sich so selbst versorgen. Es gibt etliche Projekte in Deutschland die so funktionieren."

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