Die Arbeiten im Nordpark gehen zwar gut voran. Trotzdem befürchtet Investor Marcel Thomas Verzögerungen.

Wichlinghausen
In zwei Monaten soll die Erneuerung der Außenhülle der Turmterrassen fertig sein. Dann beginnt die Innensanierung.

In zwei Monaten soll die Erneuerung der Außenhülle der Turmterrassen fertig sein. Dann beginnt die Innensanierung.

Andreas Fischer

In zwei Monaten soll die Erneuerung der Außenhülle der Turmterrassen fertig sein. Dann beginnt die Innensanierung.

Wichlinghausen. Der Nordpark ist im Wandel. Seit Anfang der Woche werden Bäume gefällt, um die Aussicht vom Werner-Zanner-Platz auf die Stadt wieder herzustellen. Auch der Spielplatz wird komplett erneuert und ein Bolzplatz gebaut. Insgesamt 400.000 Euro aus dem Projekt „Soziale Stadt“ werden im Nordpark investiert. Da passt es ins Bild, dass nach langem Anlauf auch an den Turmterrassen ein Fortschritt zu erkennen ist.

Zwei Monate für die Außenarbeiten – dann geht’s innen weiter

Zur Erinnerung: Mehr als sechs Jahre lang haben die Turmterrassen leer gestanden, nachdem zuvor seit 1940 durchgängig Gastronomiebetriebe im Nordpark ansässig waren. 2007 kaufte Investor Marcel Thomas das Gebäude der Stadt ab (siehe Kasten rechts). Seitdem ist viel Planungszeit vergangen, doch nun sind auch für die Besucher des Nordparks erste Erfolge sichtbar. „Wir machen zurzeit große Fortschritte. Die Witterung hat geholfen, dass wir bis kurz vor Weihnachten am Gebäude arbeiten konnten“, sagt Thomas. Das neue Dach inklusive Dämmung und die komplette Außenhülle würden in zwei Monaten fertiggestellt. Im April würden dann die Arbeiten im Inneren des Gebäudes losgehen.

Wirklich neu ist die Außenhülle übrigens nicht: „Wir wollten den alten Charme erhalten“, sagt Marcel Thomas. Deshalb ist er bis in die Eifel gefahren, um ein passendes Objekt zu finden. Dort wurde das Dach demontiert und per Lastwagen nach Wuppertal transportiert.

Auch im nicht sichtbaren Teil der Turmterrassen hat sich viel getan: Die Hälfte der Holzkernstruktur des Fachwerkhauses musste komplett erneuert werden. Dieser Austausch gestaltete sich besonders deshalb schwierig, weil die Schieferverkleidung dabei erhalten bleiben sollte. „Wenn wir alles einfach abgerissen hätten, wäre es viel einfacher gewesen. Aber das Gebäude ist den Aufwand wert“, findet Thomas. Und verspricht: „So wie sie jetzt saniert wurden, stehen die Turmterrassen noch in 100 Jahren.“

Neue Strom- und Gasleitung muss her – das sprengt den Zeitplan

Doch es gibt auch schlechte Nachrichten: Die Stromversorgung im Nordpark reicht für eine moderne Gastronomie nicht aus. Deshalb müssen eine neue Strom- und eine Gasleitung zu den Terrassen gelegt werden. Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken würde zwar reibungslos verlaufen, sagt Thomas. Trotzdem könnte sich die Eröffnung noch einmal verschieben: „Ich habe mich von einem Zeitplan verabschiedet. Wir wollen weiter Ende des Jahres eröffnen, aber ob das klappt, weiß ich nicht.“

Von 1940 bis 1991 waren die Turmterrassen im Besitz der Familie Pohlmann. Danach folgte der Niedergang: Seit Horst Pohlmann die Gastronomie 1991 abgegeben hatte, wechselten sich im Nordpark in kürzester Zeit neun Besitzer ab – keiner konnte sich etablieren. Nach sechsjährigem Leerstand kaufte Marcel Thomas 2007 das Gebäude der Stadt ab. Symbolischer Kaufpreis: ein Euro. Den damaligen Verkehrswert von 212 000 Euro für das Gelände hätte die Stadt nach eigener Einschätzung nicht mehr verlangen können. fl

Trotzdem ist der Investor weiter vom Projekt begeistert, obwohl für ihn der Gedanke einer wirtschaftlich lohnenden Investition keine Rolle mehr spielt. Thomas: „Die Arbeit mit der alten Substanz macht Spaß. Aber die Kosten stehen in keinem Verhältnis zu dem, was ein gastronomischer Betrieb im Nordpark erwirtschaften kann.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer