Das THW sichert in letzter Sekunde ein marodes Gebäude. Die Anwohner hoffen auf den Abriss.

THW im Rettungseinsatz: Dieses Gebäude an der Tütersburg in Wichlinghausen drohte einzustürzen. Die Sicherung des maroden Denkmals – geschätztes Baujahr 1870 – dauerte von Freitag 17 Uhr bis Sonntagnacht 1Uhr.
THW im Rettungseinsatz: Dieses Gebäude an der Tütersburg in Wichlinghausen drohte einzustürzen. Die Sicherung des maroden Denkmals – geschätztes Baujahr 1870 – dauerte von Freitag 17 Uhr bis Sonntagnacht 1Uhr.

THW im Rettungseinsatz: Dieses Gebäude an der Tütersburg in Wichlinghausen drohte einzustürzen. Die Sicherung des maroden Denkmals – geschätztes Baujahr 1870 – dauerte von Freitag 17 Uhr bis Sonntagnacht 1Uhr.

THW im Rettungseinsatz: Dieses Gebäude an der Tütersburg in Wichlinghausen drohte einzustürzen. Die Sicherung des maroden Denkmals – geschätztes Baujahr 1870 – dauerte von Freitag 17 Uhr bis Sonntagnacht 1Uhr.

Wolfgang Westerholz, Bild 1 von 2

THW im Rettungseinsatz: Dieses Gebäude an der Tütersburg in Wichlinghausen drohte einzustürzen. Die Sicherung des maroden Denkmals – geschätztes Baujahr 1870 – dauerte von Freitag 17 Uhr bis Sonntagnacht 1Uhr.

Wichlinghausen. Das Drama bahnte sich Freitagmittag an. Da hatte es im Auftrag der Stadt eine Begehung des Hauses Tütersburg 23 gegeben. Dabei stellte der Baufachberater Holger Hohage schwerste Schäden fest: "Alles war morsch. Auf manchen Ebenen hatte sich schon Humus gebildet. Es blieb mir keine andere Wahl, als schleunigst eine Sicherung anzuordnen." Das Technische Hilfswerk (THW) rückte an, sperrte zuallererst die Straße.

"Alles war morsch. Auf manchen Ebenen hatte sich schon Humus gebildet."

Holger Hohage, Baufachberater des THW Witten

Am Abend ging der Einsatz dann im maroden aber denkmalgeschützten Gebäude weiter. Für Autos und Passanten war die Tütersburg zu diesem Zeitpunkt tabu. 40 THW-Mitarbeiter aus Wuppertal und umliegenden Städten waren laut THW-Sprecher Thomas Ermels im Einsatz. Sie brachten zunächst Metallstützen im Haus an, um später die Fassade durch eine Holzverschalung zu sichern und die teils eingeschlagenen Fenster mit Spanplatten zu verschließen.

Die Arbeiten im Inneren wurden dabei akribisch beobachtet. Das THW hatte ein lasergestütztes Einsatzsicherungssystem in Stellung gebracht. Mehrere am Haus installierte Kontrollpunkte sollten dafür sorgen, dass rechtzeitig bemerkt wird, wenn das Gebäude in sich zusammenbricht. Pflanzenbewuchs auf dem Dach hatte schon lange vorher die drohende Gefahr angezeigt.

Hartmut Teichmann, Bewohner des Nachbarhauses, hat die Stationen des Verfalls noch gut in Erinnerung. Anfang 2004 sei das Haus vom Vorbesitzer verlassen worden. Im Sommer, bald nachdem sich im Zuge einer Zwangsversteigerung ein neuer Eigentümer gefunden hatte, sei ein Feuer ausgebrochen.

"Die Gefahr ist erst einmal gebannt."

Thomas Ermels, Sprecher des THW Wuppertal

Dabei wurde das Dach erheblich beschädigt, so dass der Regen ungehindert in das denkmalgeschützte Gebäude eindringen konnte.

Marode Denkmäler sorgen in Wuppertal immer wieder für Alarm-Stimmung: So gibt es an der Friedrich-Engels-Allee (Nähe Haspel) zwei Fachwerkhäuser, deren Abriss unausweichlich erscheint. Die Besitzerin eines der beiden Häuser wurde im Dezember 2008 seitens der Stadt aufgefordert, das Gebäude instandzusetzen. Das Problem: Letztlich kann die Stadt niemanden zum Erhalt eines Denkmals zwingen. Wenn der Besitzer kein Geld dafür hat, kann die Stadt nichts unternehmen - außer selbst finanziell in die Bresche zu springen und das gibt der Haushalt nicht her.

Kuriose Blüten trieb der Denkmalschutz am Untenrohleder. Weil ein Architekt unsachgemäß an einem Haus aus dem Jahr 1686 gebaut haben soll, wurde ein fünfstelliges Bußgeld fällig. Auf dem ländlichen Areal darf definitiv nicht neu gebaut werden. Der finale Abriss ist von Amtswegen ebenfalls nicht gestattet - zumindest solange keine unmittelbare Gefahr von den kahlen und verwitterten Balken und dem Baugerüst ausgeht. So wird eines der ältesten Häuser Wuppertals wohl eine Fachwerk-Dauer-Ruine der Stadt bleiben.

Teichmanns verschiefertes Haus gegenüber dem Gottesbrünnlein stammt ebenso wie das Nachbargebäude aus der Zeit um 1870. Was ein hübsches Ensemble im Zentrum Wichlinghausens sein könnte, wird so zum Schandfleck. "Da ist schon häufig was runtergefallen, eine Gefahr für Passanten.

Wir sind froh, dass sich jetzt endlich was tut", sagt Teichmann, obwohl seine Ruhe am Wochenende durch Maschinenlärm gestört wurde. Weil er seit langem eine Änderung der Situation herbeisehnt, hat er sich auch bemüht, den jetzigen Eigentümer anzusprechen - leider vergeblich. Eine Firma aus Solingen, der das Gebäude an der Tütersburg angeblich gehören soll, finde sich in keinem Register.

Fakt ist: Erst Sonntagnacht um 1 Uhr war die Sicherungsarbeit erledigt. THW-Sprecher Thomas Ermels: "Die Gefahr ist erst einmal gebannt."

 

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