Winni Walgenbach spielt einen ewigen Außenseiter.

Winni Walgenbach in seiner neuen Rolle als „Norman“.
Winni Walgenbach in seiner neuen Rolle als „Norman“.

Winni Walgenbach in seiner neuen Rolle als „Norman“.

Uwe Schinkel

Winni Walgenbach in seiner neuen Rolle als „Norman“.

Oberbarmen. Es war eine Probe vor Publikum, das sich auskennt - weniger mit Theaterarbeit als vielmehr mit der Thematik. Psychisch Erkrankte, betreut in den Wuppertaler Einrichtungen Proviel und Alpha e.V., nahmen teil an dieser Durchlaufprobe in der Oberbarmer Färberei. "Norman - Die Geschichte von einem, der anders ist" stand auf dem Programm, ein Stück des britischen Autors Mike Stott in deutscher Erstaufführung mit dem Wuppertaler Schauspieler Winni Walgenbach.

Viele Wuppertaler haben diesen in den vergangenen Jahren kennengelernt, als er mit Wolfgang Suchner das Stück "Bohm & Böhmer" in leerstehenden Ladenlokalen aufführte. Dieses "Theater vor der Haustür" findet nun seine Fortsetzung - wieder unter der Regie von Birgit Pacht, diesmal aber als Solostück mit Walgenbach, der erneut in eine Außenseiter-Rolle schlüpft.

Der Zuschauer bekommt Einblicke in verschiedene Abschnitte Normans Leben. Da ist das geistig behinderte Kind, das vaterlos aufwächst und das früh Ausgrenzung und Verlust erfährt. Da ist der Heranwachsende, von der Mutter in eine Nervenklinik Abgeschobene, der 22 Jahre lang eingesperrt ist und lernen muss, was Demütigung und Machtmissbrauch bedeuten. Und dann ist da noch der endlich freie Erwachsene, der in eine betreute Wohngemeinschaft zieht und wieder zu leben beginnt.

Lebensfreude ist der Antrieb fürs Überleben

Was hier nach Betroffenheit auslösender Schreckens-Vita klingt, wird von der Figur selbst widerlegt: Normans Rückblick fällt milde aus, angetrieben durch unerschütterlichen Optimismus und eine Zuversicht, wie sie sonst wohl nur Kinder an den Tag legen. Voller Intensität - sprachlich, körperlich und musikalisch - bringt Walgenbach das Stück auf die Bühne. Teils tief berührt, teils erschüttert, waren die Probengäste, die ihre persönlichen Erfahrungen mit Abschiebung und Verlust anschließend schilderten. Die Lebensfreude der Figur Norman, die sei tatsächlich realistisch - als Überlebensmechanismus.

"Norman - Die Geschichte von einem, der anders ist": 29. Januar, 20 Uhr (Premiere), und 31. Januar, 18 Uhr, Färberei, Stennert 8 (Karten unter Ruf 643064); 19./20. Februar, 19.30 Uhr, und 21. Februar, 18 Uhr im Proviel-Casino, Farbmühle 13 (Karten unter Ruf 24508-112), Eintritt: Jeder gibt, was er kann.

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