Bei strahlendem Wetter feierte die Schützenbruderschaft ihr großes Fest.

Aufmarsch im Stadtteilzentrum: die Schützen zogen durch die Straßen.
Aufmarsch im Stadtteilzentrum: die Schützen zogen durch die Straßen.

Aufmarsch im Stadtteilzentrum: die Schützen zogen durch die Straßen.

Gerhard Bartsch

Aufmarsch im Stadtteilzentrum: die Schützen zogen durch die Straßen.

Beyenburg. Samstag, 17.58 Uhr. In zwei Minuten hätte Pastor Benedikt Schmetz (41) die Abendmesse in der Kirche St. Maria Magdalena in Beyenburg lesen sollen, doch, er stand auf dem Schießstand. Hatte es fast in der Hand, neuer Schützenkönig der Bruderschaft St. Annae et Katharinae zu werden.

Die Entscheidung fiel beim 313. Schuss

Aber Markus Hückesfeld (46) freute sich schließlich riesig, dass der nach einem spannenden Kampf den Vogel abschoss. Schon viele Jahre hatte er auf den Vogel gehalten. Jetzt traf er den von Guido Wasserfuhr gezimmerten und bemalten Holzvogel mit dem 313. Schuss. Ehefrau Andrea die zuletzt am Schießstand mitgefiebert hatte, gratulierte ebenso wie Sohn Yannick, der im vergangenen Jahr Schülerprinz und in diesem Jahr Bezirksschülerprinz wurde.

Weitere Gratulanten waren Rudi und Annette Pumm, die Majestäten vom Vorjahr. Markus Hückesfeld ist Oberleutnant in der Bruderschaft und wohnt am Mispelweg. Er ist in der Betriebsleitung der Wuppertaler Firma Dr. Ostermann.

Benedikt Schmetz:
Ein geübter Vize "lockerte" den Vogel

Pfarrer Benedikt Schmetz war ein fairer Verlierer. Er hatte sich 2009 in die Bruderschaft aufnehmen lassen und hielt beim Vogelschießen mit. Er ist geübt. Der in Ratingen geborene Pfarrer war früher in der Bruderschaft Lindlar-Linde. Dort wäre er fast zweimal König geworden. "Es hat nur zum Vize gereicht. Ich habe aber immer den Vogel gelockert. Beim nächsten Schuss fiel der Vogel."

Schmetz wäre nicht der erste Priester als Schützenkönig gewesen. 1803 hatte Pfarrer Christian Ommerborn den Vogel abgeschossen. Aus dem um 16 Uhr beginnenden Schießwettbewerb hatten sich schnell alle die verabschiedet, die nicht König werden wollten. Markus Hückesfeld und Benedikt Schmetz lieferten sich einen einstündigen Wettkampf. "Es gibt zu viele Hochschüsse", befand der stellvertretende Schießleiter Klaus Schulze. "Wenn der Herr über Wasser gehen kann, können wir auch einen Vogel abschießen", meinte Pastor Schmetz. So geschah es.

Traditionell: Mit der Frauenparade endete das Schützenfest

1383 wurde die Bruderschaft St. Annae et Katharinae erstmals erwähnt. Sie ist die älteste Bruderschaft im Bergischen Land. Sie wurde zum Schutz der Bürger vor dem streitlustigen Adel gegründet.

Die Bruderschaft in Beyenburg unterstützt regelmäßig karitative Zwecke. Auch ein Hilfsprogramm für Aidswaisen in Afrika ist darunter.

Erster Brudermeister Detmar Gile wurde mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet. Gerd Wacker erhielt für seine Verdienste einen Orden. Fünf junge Beyenburger wurden in die Bruderschaft, die über 200 Mitglieder hat, aufgenommen.

Die 18-Uhr-Messe hielt schließlich Pater Gerardus Vos für ihn. Schützenprinz wurde Jens Schlösser (19). Der angehende Industriemechaniker war 2004 bereits Schülerprinz. Jetziger Schülerprinz ist John Seidel (15). Sein Großvater Alfons Staude war zweimal König und einmal Bezirkskönig. Mit der Frauenparade ging das Schützenfest zu Ende. Tolles Wetter, Umzüge mit Kutschen und Musikkapellen, das Verlesen der Alten Rolle aus dem Jahr 1383, das waren wieder Höhepunkte auf dem Schützenplatz.

 

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